Diesmal habe ich mich entschlossen eher früh mit dem CS6-Upgrade zu starten. Weil es die Preisunterschiede nicht hergaben, habe ich diesmal bei Adobe direkt bestellt – als 4GB große Download-Version. Das dürfte auch das erste Mal sein, das ich knapp neun bis zehn Stunden warten musste, bis ich nach der Bestellung den Download-Link zugeschickt bekam.
Der Adobe-Store bietet zwar per Default die Möglichkeit die drei Images (Upgrade plus zwei Bonus-Image-Dateien mit Fonts) mit einem eigenen Download-Manager runterzuladen. Als Option gibt es aber den direkten Download-Link, so dass man sich die Installation der drei(!) Download-Manager schenken kann.
Das In-Die-Pfanne-Hauen von Adobe-Software ist bei mir neben meiner alljährlichen Bundesliga-Sonderheft-Verisse an anderer Stelle schon eine Art Lieblingssport.
Grundsätzlich finde ich es erstaunlich, wenn Produkt-Upgrades nach nur 18-24 Monaten hyperventilierend damit beworben werden, dass man nun eine neue Super-Duper-Workflow-optimierte GUI hat … nur damit 18 Monate später die nächste komplette, nach neuesten UX-Erkenntnissen überarbeite GUI ins Haus steht.
Im Falle von Adobe kommt erschwerend hinzu, dass die einzelnen Software-Produkte nicht näher zusammenkommen, sondern in der Bedienung immer weiter auseinander bewegen. Ich warte immer noch auf das Zusammenführen der GUIs der 2005 gekauften Macromedia-Produkte mit den Adobe-Produkten. Mit CS6, sieben Jahre nach Aufkauf von Macromedia, sind Photoshop und Fireworks weiter auseinander denn je – sowohl in den groben Bedienungskonzepten, als auch in den Details wie zum Beispiel die Formen der Klappmenüs.
Und das will mir bei einer Firma wie Adobe, die Tools für Gestaltung, UI und UX zur Verfügung stellt, schlichtweg nicht in die Birne (eating your own dog food).
Beim ersten Durchmarsch durch die Applikationen am gestrigen Abend ging mir schon eine erste Flut an Anmerkungen durch den Kopf. Mal sehen ob ich irgendwie sortiert bekomme.
Es sind interessante Änderungen, es sind Umstellungen, es sind Verschlechterungen und es ist teilweise auch gar nichts passiert. Photoshop CS6 dürfte den größten Sprung gemacht haben und man sollte es als Chance begreifen, seinen Workflow zu überprüfen und zu überdenken. Wie bei einem neuen Gadget gibt es viele neue Knöpfe und Schalter die zum Ausprobieren einladen.
Das was Adobe da aber unter einem Hut “Creative Suite” zu verkaufen versucht, wirkt in CS6 weniger den je wie eine gemeinsame Familie. Während Photoshop CS6 weiter mit teilweise branchenfremden Features (Video???) gepimpt worden ist, scheint bei Fireworks CS6 nix passiert zu sein. Seit CS4 wirkt Fireworks als würde es um den Gnadenschuss betteln und CS6 scheint dies nicht zu ändern. Ich kenne Telefonbücher die sich interessanter anhören als die “What’s new?”-Liste von FW CS6.
New fw.png filename extension […] Use buttons to specify fill type options such as no fill, solid, gradient, and patterns in the Property inspector and Tools bar. Previously, these options were handled through drop-down menus […] You can now specify Stroke position (inside, center, outside) using the Stroke dialog box […] Set the angle for gradient or pattern fills […]
Vierzehn Jahre nach der ersten Version von Fireworks wird hier ein ganzes Feuerwerk (sic!) von Neuerungen abgefackelt. Neue Dateiendung “fw.png” weil zuviele die Fireworks-Quelldatei mit “echten” Websafe-PNGs verwechselt haben? Nach 14 Jahren: Burner!
Massiv beworben wird derzeit die Adobe Creative Cloud. Statt sich ein Upgrade zu kaufen, kann man die Adobe-Software für 37-61 Euro pro Monat (nein, ich habe keine Ahnung wie Adobe die Preise umrechnet) mieten – solange man die Miete zahlt, hat man Zugriff auf alle Softwareprodukte von Adobe.
Ich kann nicht nachvollziehen worin für einen Selbständigen wie mich der Reiz der Cloud liegen soll, da man i.d.R. als Selbständiger nicht die komplette Palette von Video über Audio, Grafik, DTP, DVD-Authoring, Web Design und Flash abdecken wird – und bei kleineren Aufgabengebiete kommen die CS-Pakete billiger als die Suite.
So… weiter mit der Arbeit.





