dogfood

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Was war. Erste August-Hälfte

Im Fokus dieses Wochenende steht das Aufladen des Akkus. Denn der ist nach zwei anstrengenden Wochen mal wieder leer. Die Arbeit…

Es sind mal wieder zwei Wochen gewesen, in denen die Arbeit eskalierte und am Ende kriegst du den Finger nicht drauf, wo es eskalierte, wie du hättest gegensteuern können und was du tun kannst, um das nächste Mal nicht reinzurennen.

Ich habe einige Puzzleteile vor mir. Aber ich kriege sie nicht zusammengesteckt. Sie laufen letztendlich auf „äußere Umstände“ hinaus und das ist mir zu einfach. Ich kann nur etwas akzeptieren, bei dem ich aktiver Part bin. Alles andere wirkt wie eine lame Entschuldigung.

An diesem Wochenende wird also der Akku aufgeladen. Sport gucken. Bisschen Garten. Bisschen Lesen. Bisschen Haushalt. Und morgen sich wieder in den Mahlstrom schmeißen.

Things I worked on.

Im Job geht es unverändert um die beiden Großprojekte. Ein Grund für den leeren Akku, ist das ganze Drumherum. Gemäß meinem Time Tracking, verbringe ich nur 50% meiner Zeit mit Coding und den Rest mit Kommunikation, Ticketpflege, Specs und Code-Reviews. Verschiedene Projekte, verschiedene Aufgaben, verschiedene Komponenten. Umsetzungen für diesen Sprint, Spezifizierungen für den nächsten Sprint, Planungen für die weiteren Sprints. Der stete Kontextwechsel macht mürbe. Es kommt nicht von ungefähr, dass ich vorzugsweise nach 16 Uhr oder am Wochenende code, weil dies die einzige Zeit ist, in der ich ungestört 1+x Stunden an einem Thema arbeiten kann.

Things I did.

Die Sichtschutzblenden habe ich auch zwei Wochen später noch nicht aufgestellt… was mich kolossal nervt.


Dem Garten konnte ich ein bisschen Pflege angedeihen lassen. Die Ligusterhecke zur Straßenseite bekam von mir „EMs“. Grundsätzlich habe ich im Garten ein Ameisen- und Schneckenproblem und versuche einiges um den Boden gesünder zu machen.

Einiges ist von den Aufzuchtschalen in die Beete und Töpfe gewandert: Basilikum, verschiedene Salate. Meine Paprika und die Buschbohnen machen sich gut. Zucchinis und Fenchel sind dieses Jahr eher so meh…


Jo. Ich habe meine zweite Dosis BioNTech bekommen und bin in meinem Umfeld der einzige gewesen, den es nicht ausgeknockt hat. Jetzt noch ein paar Tage und ich zähle als vollständig geimpft. Was mich aber trotzdem nicht in die Museen oder Kinos der Stadt treiben wird, denn Mitte September steht meine nächste OP an und bis dahin kann ich Freund Delta nicht gebrauchen.

Things I read.

Becky Chambers Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten steht bei mir weiterhin auf on hold.

Bei „Humble Bundle“ gab es Judge Dredd-Comics-Sammlung als ePaper. Ich habe mit den ersten Stories angefangen, Fünf-Seiter aus den Ende der Siebziger Jahre. Von überschaubarer Tiefe, aber zumindest anfangs aus nostalgischen Gründen interessant, ehe es too much wird und macht sich anderem widmen muss.

Wovon ich sehr, sehr angetan bin: And Shall Machines Surrender der Thailänderin Benjanun Sriduangkaew. Eigenbeschreibung: „BDSM-inflected cyberpunk lesbian book“ – hatte ich so nicht erwartet. Ist tatsächlich auch geschmeidig in den Plot eingebaut.

Ein sehr sorgfältiges Setting (Hello Martha Wells!), ohne dass dir jemand alle zwei Seiten zeigen muss, was für ein intensives World Building betrieben wurde (Hello Becky Chambers!). Dialoge ohne Geschwätzigkeit (Hello Martha Wells) und Bilder, die sich langsam zu Charaktere und einer Welt zusammenfügen. Und es gibt sogar einen Plot (Hello Becky Chambers).

Things I watched.

Keine Serien, keine Filme. Stattdessen werde ich langsam wieder mit dem Fußball warm. Gerne außerhalb der Bundesliga und Zweiten Liga. Was sehr schnell mal wieder negativ auffällt, ist die Unfähigkeit der Kommentatoren, die Spiele, Teams und Ligen „as is“ zu verkaufen. Stattdessen werden Vorberichte und Kommentare schnell zu kleinen Kaffeefahrten, in denen die fußballerische Ware schön geredet wird. Was da alles an finanziellen Problemen, Fremdinvestoren und ähnlichem ausgeblendet wird…

Solche Formen der Produktfälschungen müssten eigentlich beim Zoll meldepflichtig sein. Es sagt ja vieles aus, dass man nicht in der Lage ist, solche Dinge offen zu benennen und zu den Problemen zu stehen, sondern weiter plumpe Schimären konstruiert.


Nichts frustriert mich derzeit mehr, als das Ableben von RugbyPass, dem einzigen in Deutschland erhältlichen Streamangebot für internationalen Rugby. Es gab keine offizielle Mitteilung, sondern nur eine Umleitung der Login-Seite und das Abknipsen der Apps.

Anscheinend gab es dieses Jahr einen Besitzer- und Strategiewechsel, der dazu führt, dass man das Asiengeschäft weiter verkauft hat und das Europageschäft schließt.

Pünktlich mit Beginn der neuseeländischen Provinzmeisterschaften und der Rugby Championship der Südhalbkugel wurde der Stecker gezogen – und der deutsche Interessierte hat erst mal keine Alternativen. Binnen eines Jahres vom Rugby-Schlaraffenland zur totalen Wüste – zumal DAZN sich nur noch auf die Six Nations konzentriert.

Coming up

Für mich wird in der kommende Woche das Management meinerselbst im Mittelpunkt stehen. Meine Kollegin aus dem Frontend-Lead nimmt eine Woche quasi off und damit dürfte ich noch ein Stück stärker in Projektdinge außerhalb des Codings involviert sein. In dieser Konstellation muss ich aufpassen, dass ich Ende der Woche nicht wieder in den Seilen hänge.

Was war. Juli 2021

Da ist er hingegangen, der Juli. Was im Kopf bleibt, sind einige sehr heiße Tage und einige sehr regnerische Tage – wenn man draußen im Garten Gemüse hoch zieht oder die Sichtschutzblenden austauscht, ist man etwas wetter-sensibler als andere Menschen.

Davon ab, vergeht die Zeit wie im Flug und es fühlt sich nicht gut an. Bei mir bleibt das Gefühl, dass zu vieles auf der Strecke bleibt und zu vieles auf der To Do-Liste nicht abgearbeitet wird – und auch den Kunden schuldig bleibt.

Es gibt über den Wochenenden keinen Spielraum mehr, zur Kompensation dessen, was unter der Woche, in dem nicht abreißenden Strom an Telefonkonferenzen, Meetings und Chats, unterm Tisch fällt.

Meine Perma-Müdigkeit ist für mich jeden Tag ein Thema. Zehn Wochen nach der OP bzw. sechs Wochen nach der COVID-19-Impfung, bleibt als Erklärung für die Müdigkeit eigentlich nur noch „das Wetter“ oder „du brauchst mal Urlaub“. Zumindest gegen die zweite Erklärung spricht der Umstand, dass sich diese Müdigkeit, die sich meistens durch eine Viertelstunde „Power-Nap“ wieder legt, sich anders als ein „Burnout“ anfühlt.

Things I worked on.

Im Job ist mein großes Thema, das Verwalten meiner „Ressourcen“ (also: mich selbst) quer durch die beiden großen Projekte und den beiden kleineren Kunden – und das Gefühl immer mindestens drei Projekt zu vernachlässigen.

Die großen Projekte waren durch Sommerurlaub und Krankheiten etwas hakelig. Projekt „B“ hat eine feste Agile bzw Sprint-Struktur und dass wir es da halbwegs heil durch das vorher veranschlagte Aufgabenpensum geschafft haben, trotz zahlreicher Ausfälle, ist für mich ein kleines Wunder.

Things I will work on.

Das urlaubsbedingte Wegbrechen der Frontend-Ressourcen wird auch im August zumindest beim Projekt „B“ noch eine große Rolle spielen, zumal wie im Juli, auch noch ein Haufen Spezifizierungsarbeit anfallen wird.

Things I did.

Im Juli bin ich zum ersten Mal seit der OP und dem Eingriff am Becken, wieder 70 Kilometer mit dem Rad gefahren. Es war meine übliche Freihafen-Strecke – allerdings zu einer unüblichen Zeit: am späten Nachmittag. Sehr zu meiner Freude sind drei langwierige Fahrradweg-Baustellen inzwischen beseitigt (Stichworte: Veloroute am Dubbengraben fertig, Velorouten-Durchstich unter der Kornweide fertig, Velorouten-Abschnitte durch den Högenstraßen-KGV fertig).

Viel Zeit ging für den Garten drauf. Ich habe dieses Jahr nicht viel Gemüse gezogen. Das wenige Gemüse das ich zog, zeigt sich bislang sehr zurückhaltend und blass.

Eine andere Neverending-Story ist der Austausch des maroden Sichtschutzes zur Straßenseite hin. Erst fehlten mir ein paar Gewindeschrauben. Dann stellte ich fest, dass ich gar nicht in der Lage bin, Gewindeschrauben so gerade durch Schlaghülsen und 9cm Kanthölzer zu bohren, dass sie auch auf der anderen Seite durch das Loch der Schlaghülse kommen. Also umstellen auf halb so lange Holzschrauben – um dann festzustellen, dass ich die Pfosten einkürzen muss, da ich, anders als meine Vorgänger, die Pfosten nicht 70cm tief in die Erde reinramme (wo die Kanthölzer dir nach fünf Jahren wegschimmeln) … jedesmal zum Baumarkt fahren, dann warten bis es nicht mehr regnet und dir die Arbeit die Zeit lässt und es nicht gerade Mittagsruhe- oder Wochenendzeiten sind, wo du nicht einfach vor dich hin Sägen und Bohren kannst.

Things I will do.

Nächste Woche steht theoretisch meine zweite COVID-19-Impfung an. Ma‘ gucken.

In den letzten Wochen sind die Planungen für die zweite OP fix gemacht worden. In der zweiten September-Hälfte wird es mich wieder ausknocken – dann aber ohne stationären Klinikaufenthalt, sondern nach Vollnarkose gleich wieder zurück nach Hause und erst mal schön wieder die Darmflora per Antibiose wrecken. Auf der anderen Seite: einen besseren urlaub werde ich diesen Sommer nicht mehr bekommen.

Things I read.

Ich quäle mich durch Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten von Becky Chambers und war schon an einem Punkt, an dem ich das Buch in die Ecke pfeffern wollte (besser: den eBook-Reader…). Nach einem Lesen der Zusammenfassung in der Wikipedia, versuche ich noch dran zu bleiben.

Als Intermezzo habe ich etliche Comics gelesen – und mich nun gerade in eine Phase reingelesen, wo ich allmählich die Schnauze von einem sinnlos hohen Gore-Anteil habe („Plastic“, „Severed“).

Things I watched.

EM geguckt – mit „zunehmend nachlassenden“ Interesse.

Olympia geguckt – nahezu komplett nur per On-Demand-Stream in der ZDF-Mediathek. Einfach mal tagsüber keine Nachrichten und Twitter lesen und am Abend sich entspannt das Olympia-Menü selber zusammenstellen. Angenehm entspannt.

Die große Überraschung der ersten Olympia-Woche war für mich die Kommentierung der Rugby Sevens-Wettbewerbe im ZDF durch Oliver Schmidt mit Soteras-Merz. Wo kam denn das her, Oliver Schmidt? Genuines, authentisches Interesse und so kompetent kommentiert, als hätte er sich die letzten World Series der Männer und Frauen angesehen. Großartig von Schmidt und großartig für den Sport.

Mit diesem Olympia-Turnier ist für mich Rugby Sevens der Frauen auch endgültig angekommen. Die Spiele hatten mehr Gravitas als das größtenteils leblose Männer-Turnier.

Things I played.

Mini Motorways ist auf Steam herausgekommen und damit erstmals ohne Abo (Apple Arcade) spielbar. Während meines Apple Arcade-Probemonats bin ich mit „Mini Motorways“ nicht warm geworden.

Auf dem Desktop-Rechner hat mir aber das Spiel sofort gefallen – aktuell sogar besser als „Mini Metro“ – auch weil die Macher ein fantastisches Level-Design produziert haben. Die Städte fühlen sich wirklich anders an – auch durch die wirklich sehr charmanten, starken Farbwelten.

Eine interessante Emotion bei diesem Spiel, ist das „Loslassen Können“. Dein Ende kommt nicht plötzlich und unerwartet. Du siehst es locker eine halbe Minute vorher kommen und weißt, dass du es nicht mehr abwenden kannst. Du schließt deinen inneren Frieden mit der Ausweglosigkeit und dem kommenden Ende. So eine Empfindung hatte ich bislang bei keinem anderen Spiel.

Things I listened to.

Diesen Monat den Podcast „Eine Stunde Liebe von Deutschlandfunk Nova entdeckt. Ich mag Deutschlandfunk Nova mit seiner speziellen Mischung aus Musik und langen Wortbeiträgen nicht. Der Podcast hat den Vorteil, dass die Musik rausgeschnitten wird und die Wortbeiträge kompakt daher kommen.

Oliver Burkeman: „The Antidote“

The Antidote“ ist die Reise des Journalisten Oliver Burkemans auf der Suche nach „Happiness“ – Glück. Der Untertitel sagt wohin die Reise geht: „Happiness for People Who Can’t Stand Positive Thinking“.

Buchcover

Burkemans Startpunkt ist der Widerspruch zwischen dem Wachstum der „Self-Help“-Industrie und den Bücher und Seminaren auf der Suche nach dem Glücklich-Sein – und den offensichtlichen Schwierigkeiten den Status des Glücklich-Seins zu erreichen und stattdessen zum nächsten Schwung an „Self-Help“-Bücher zu greifen.

Und um es eine Stufe weiter zu drehen: … dabei zu „Self-Help“-kritischen Self-Help-Bücher wie die von Oliver Burkeman zu greifen.

Für Burkeman ist „Wie ist ‘Happiness’ zu erreichen?“ die falsche Fragestellung, da die Suche nach „Glücklich-Sein“ und das Scheitern jener Suche, zu Frust und negativer Stimmung führt. Die Kluft zwischen „Glücklich-Sein“ und der Flut an alltäglichen, negativen Erfahrungen wie Unsicherheit, Ungewissheit, das Scheitern und die Traurigkeit, sorgen für noch mehr „Unglücklich-Sein“ in Form von Unsicherheit, Ungewissheit etc… Burkeman sieht hierin den Kern seines Buches: diesen Kreislauf zu durchbrechen, in dem man sich auf Negatives einlässt statt davor wegzurennen.

So führt Burkemans Reise auf der Suche nach mehr Resilienz gegen Negativem zu Stoiker, Buddhisten, Meditation, Bergsteiger, Produktdesignern und mexikanischen Todeskult.

Das Buch ist keine aus einem Guss geschriebene Dokumentation oder Diskurs. Die acht Kapitel leiten mit An- und Abmoderationen ineinander über, fallen aber eher heterogen aus. Während die ersten Kapitel noch halbwegs eng am philosophischen/psychologischen/therapeutischen Diskurs dran bleiben, wirken die Kapitel sechs, sieben und acht wie angeflanscht und klingen mehr nach Reiseberichte nach Kenia, Michigan und Mexiko.

Aber am Ende des Buches sind mir trotzdem zahlreiche Notizen und angestrichene Passagen geblieben. Weil Burkeman von der journalistischen Seite kommt, findet er eine andere, authentischere Sprache als man es sonst von der Self-Help-Ecke kennt. Dafür wären keine 250 Seiten notwendig gewesen. So muss jede|r für sich entscheiden, ob es so etwas braucht. Wenn am Ende des Tages irgendwas kleben bleibt, hat es ja seinen Zweck erreicht – egal ob auf 50 oder 250 Seiten.


Im Epilog stellt sich Burkeman der Frage, ob er denn inzwischen „glücklicher“ sei, mit all den Philosophien, Techniken und Erkenntnissen, die er für das Buch zusammengetragen hat. Burkeman kann diese Frage nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten und spricht vom „guten Reisenden, der keine festen Reisepläne hat und nicht vor hat, seine Reise zu beenden“.

Mit seinem Epilog spiegelt Burkeman auch meine Erfahrung mit diesen Themen und diesem Buch wieder. Egal ob Meditation, Achtsamkeit, MBSR oder ähnliches. Mit der Zeit lernst du, dass es für dich keinen fertigen Masterplan gibt, um deinen inneren Frieden zu finden. Es sind neue Werkzeuge, neue Techniken, die du kennen lernst. Einiges wird für dich passen. Anderes nicht. Einiges wird den Reiz des Neuen haben, aber nach einigen Wochen wieder in Vergessenheit geraten.

Am meisten Eindruck hinterließ bei mir das Kapitel rund um Eckhard Tolle und damit verbunden, der Diskurs um „Ich“, „das Ego“ und die Gedanken. Dies ist keine grundsätzlich neue Idee. Jeder der sich mit Meditation/Achtsamkeit beschäftigt, kennt diese Trennung zwischen dem „Beobachter“, der versucht auf die Atmung zu achten, und diesem anderen Ding, dass immer wieder Gedanken einwirft, die beiseite geschoben werden. Tolle spricht diese Trennung deutlich an.

„You are not your mind.“

Es braucht manchmal so kurze, banale Sätze. Nicht weil sie alles erklären, sondern als eine Art Mantra oder Mnemonic, der dir den kompletten Diskurs wieder ins Gedächtnis ruft.

Ein anderer Satz ist „Hast du jetzt ein Problem?“. Auch dieser Satz steht im Kontext des Kapitels rund um Eckhart Tolle. Er ist für mich eine Art gedankliches Stopp-Schild. Wenn die Gedanken wieder anfangen zu eskalieren und rum zu spinnen, ist es das Stopp-Schild, dass dich wieder zum Hier und Jetzt zurück bringt.


Zu Burkemans „The Antidote“ kann man vermutlich keine objektive Rezension geben. Zu stark wird die eigene Rezeption von der eigenen Position abhängen. Für Menschen, die sich noch nicht mit Meditation oder Depression beschäftigt haben, wird dies vermutlich nur ein weiterer Self-Help-Titel sein. Für andere Menschen, die bereits ihren zehnten _Retreat_ hinter sich gebracht haben, wird Burkemans Buch eher banal sein.

Ich falle in die Kategorie der Suchenden. Ich nehme jede Anregung mit. Auch die von Burkeman. Wieviel sie mir am Ende bringen, weiß ich noch nicht. „Reise“ und so…

4 von 5 Sternen

Was war. Ende Juni 2021

Seit letzten Dienstag steckt ein bisschen Uğur Şahin und Özlem Türeci in mir drin.

Als Selbstständiger und jemand ohne Hausarzt (wozu auch – bin nicht krank, bzw wenn, dann gehe ich zu Spezialisten) bekam ich zunehmend das Gefühl, durch alle Raster der Impfmöglichkeiten zu fallen. Geduldig habe ich mich in Sachen Impfpriorität hinten angestellt. Jo, ernsthaft: kein Thema, kann ich nachvollziehen.

Aber ich möchte eine Perspektive aufgezeigt bekommen, die aus mehr als nur warmen Worten besteht, dass ich irgendwann ein „Impfangebot“ bekomme.

Was fehlte, war eine Zusicherung von Bundes- und Landesregierung, dass die staatliche Impfinfrastruktur auch für die „prioritätslosen“ Menschen aufrecht erhalten wird. Zumindest in Hamburg gab es Gerüchte, dass das Impfzentrum in den Messehallen nach der Prio 3 bzw. nach Massenimpfung von Schülern, geschlossen werden würde. Seit letzter Woche heißt es: in absehbarer Zeit würde für das Impfzentrum die Priorisierung aufgehoben werden, und zumindest eine erste Impfung für alle angeboten werden – ehe dann aber das Zentrum dicht gemacht wird. Keine Aussagen zum Umgang mit der zweiten Impfung.

Vor diesem Hintergrund lief ich in den letzten Wochen zunehmend unrunder. Die Projektleiter & -in bei meinem derzeit größten Auftraggeber, recherchierten ob im Konzern eine Impfung auch für freie Mitarbeiter möglich sei – leider mit negativen Ergebnis.

Aber tatsächlich lief dann doch was über diese Connection. Rührenderweise hat eine Kollegin ihre Verbindung Richtung Mutter und die wiederum Richtung Arbeitskollegen spielen lassen. Und dann ging es am Dienstag alles ganz schnell: via Slack ein Hinweis der Kollegin, dass ich gleich einen Anr… und da klingelte auch schon das Handy. Um 13h30 wurde ein Termin verabredet. Um 14 Uhr kamen die Unterlagen per Mail. Um 14h30 schickte ich die Unterlagen zurück. Um 15 Uhr musste ich los – mit dem Rad zur Hafencity, wo ich um 16h20 meinen Impftermin hatte. Es wurde der Blutdruck gemessen. Und dann kam der Piekser und 15 Minuten Beobachtungszeit. Und ich schwang mich zurück aufs Rad. Bei schönem Wetter und durchaus euphorisiert.

Nachwirkungen: eigentlich keine, außer dass ich zirka einen Tag lang sowas wie „Muskelkater“ am linken Oberarm hatte.

Ich habe aber derzeit mit gestiegener Müdigkeit zu kämpfen, die nach der Impfung noch mal zunahm. Keine Ahnung, ob es mit dem drei Wochen Antibiose nach meiner OP und/oder meiner Impfung und/oder meiner durch OP und Sommerhitze etwas verfahrenen Schlafgewohnheiten zusammenhängt. Ich halte inzwischen mit Probiotika und Vitaminzufuhr gegen…

Things I worked on.

In zwei Projekten bin ich gerade konzeptionell unterwegs und in einem anderen Projekt bin ich gerade im Endkampf in Sachen „Third Party Cookies“ und Datenschutz-UI-Komponente.

Things I did.

Aus der Abteilung „Nature is healing“ habe ich mein erstes Spaghetti-Eis und mein erstes Sushi seit meiner OP gegessen.

Ich versuche mehr Zeit im Garten zu verbringen. Ich habe Erdbeeren und Blaubeeren gepflanzt. Die Himbeeren lassen sich gut an – sofern sie nicht von den Ameisen massakriert werden. Der wilde Brombeer-Strauch hat erstmals seit ich hier wohne, Blüten bekommen – könnte also Früchte tragen. Nicht ganz so gut, geht es den aufgezogenen Zucchinis. Zwei Zucchinis wurden bereits durch Nacktschnecken übelst angefressen.

Things I read.

„Tagebuch eines Killerbots“ ausgelesen. Eher so… na ja … Luft nach oben.

Martha Wells: „Tagebuch eines Killerbots“


Martha Wells‘ Reihe „The Murderbot Diaries“ hat inzwischen alles an Preisen abgesahnt, was es im SF-Bereich gibt: Hugo Award, Locus Award, Nebula Award. Zwei Jahre später erschien in Deutschland im Heyne-Verlag ein Omnibus, der die vier ersten Bände, die allesamt Novellen von ca. 150 Seiten Länge waren, zusammen bündelt.

Protagonist irgendwo in der fernen Zukunft ist „Murderbot”, bzw deutsch: „Killerbot“, eine „SecUnit“, ein Roboter mit menschlichen Bestandteilen, die von „der Firma“ als Sicherheitskraft an Forschungsexpeditionen vermietet wird, um sie beim Erkunden von fremden Planeten vor Flora und Fauna zu schützen.

Killerbot hat aber das Überwachungsmodul der Firma in seinem Kopf gehackt und agiert daher recht eigenständig und mit zunehmenden „Selbst-Bewusstsein“.

Allerdings entschied sich Wells gegen eine philosophische Diskussion à la Bladerunner, Westworld et al., wieviel Mensch in einen Roboter stecken kann. Stattdessen bog sie an der Ausfahrt „Unterhaltungsliteratur“ ab.

Killerbot begleitet eine Forschungsmission auf einen fremden Planeten und die entgleitet, als ein Großkonzern versucht seine Pfründe zu sichern. Die vier Novellen sind zwar in sich abgeschlossen, bilden aber in Gänze einen Storybogen rund um Killerbot, die Forscher und bösen Großkonzerne.

Es ist unterhaltsam geschrieben, aber es gibt etliche Gründe, die gegen die von Heyne gewählte Erscheinungsweise als 580 Seiten starkes Buch sprechen. Als kleine Häppchen genossen, mag sich Killerbot noch gut lesen. Aber bei den vier Novellas in einem Rutsch, wird es monoton. Dazu wiederholen sich die Spannungsbögen und die typischen Macken von Killerbot. Der Sarkasmus und die Beobachtungen von Killerbot haben nicht die Tiefe, um das dicke Buch zu tragen.

Es gibt einige Aspekte, die das Buch interessant machen. So zum Beispiel die subtile Annäherung von Killerbot an das „Mensch-Sein“ – zuerst aus Tarnung, aber dann auch … aus emotionalen Gründen? Dazu die Beschreibungen der Eigenarten einiger AIs und der Umgang mit den omnipräsenten Medien. Man ahnt, dass Wells einiges mehr an World Building in Reserve hat, als sie leider raus lässt. Doch leider bleibt es bei Gesellschaftsformen nur bei bloßen Andeutungen.

Wenn man mit „Killerbot“ nicht mehr als die Reiseflughöhe „Unterhaltung“ erreichen will, ist der Omnibus von Heyne ganz okay. Größere Ambitionen werden zumindest mit Band 1 nicht befriedigt.

4 von 5 Sternen.

Was war. Zweite Juni 2021-Woche

Über der Woche lagen dunkle Wolken – von mir selbstverschuldet. Neben der lauten Grundmelodie in Moll, gab es zahlreiche weitere, leisere Motive.

Mir sind die letzten Fäden am Oberkiefer gezogen worden. Die nächste Etappe wurde besprochen und es vermutlich auf einen Eingriff im Oktober hinauslaufen, der mich wieder für zehn bis vierzehn Tage ausknocken wird. Dann allerdings ohne Eingriff am Becken und damit keine vorübergehenden Einschränkung beim Gehen oder Radfahren.

Things I worked on.

Die dunklen Wolken der Woche hatten mit einem der laufenden Aufträge zu tun, wo ich mich unter der Woche indiskutabel verhalten hatte. Ich bekam Dinge in den falschen Hals. Eigentlich ist die Sache nun abgehakt. Aber uneigentlich trägst du halt immer noch für ein paar Tage oder Wochen den Rucksack der Reue und Scham auf deinen Rücken.

Fachlich gefällt es mir nicht, wieviele Dinge wir immer noch aus der QA zurück bekommen. Ich kriege da noch keinen Finger drauf, wie wir Entwickler die Probleme früher abgefangen bekommen.

Zum ersten Mal in diesem Jahr bekam das Parallel-Projekt mehr Zeit von mir. Mein aktuelles Thema (irgendwas mit Third-Party-Cookies) wurde unter der Woche zum Prio 1-Thema deklariert.

Dort startete ich die Woche noch auf einem sehr fundamentalen Niveau um mich dann sukzessive an einer bestimmte Ausprägung des Themas hoch zu arbeiten. Die Woche hat sich angefühlt, wie ein Jongleur, dem immer mehr Bälle zugeworfen werden, weil dir immer mehr zu berücksichtigende Bedingungen einfallen, die du noch in Code umsetzen musst. Aber morgen früh kann ich die erste Ausprägung des Themas als „Beta“ vorzeigen.


Aus beruflichen Gründen musste ein dritter Arbeitsmonitor her. Um Platz auf meinem Arbeitstisch zu sparen, habe ich einen der Monitore auf hochkant gedreht (2560 Pixel hoch, 1440 Pixel breit) – und nach einer Woche wieder auf quer gedreht. Es gibt im Laufe eines Tages zu viele Momente, an denen du zwei Fenster breiter als 1440 Pixel haben willst, oder das Fenster, welches auf dem Hochkant-Monitor ist, nun aber in breit haben möchtest – es artete einfach in eine permanenten Fenster-Schieberei aus…

Weitere Erkenntnis aus dem Monitorkauf: wer 4k zum Lesen und Entwickeln haben will, muss zwingend etwas größeres als 27-Zoll nehmen. Das ist nix, was man acht Stunden am Tag haben will. Aber überraschend: wie exzellent die Skalierung auf 2560 Pixel runter ist. Es sieht wie native 2560 aus.

Things I did.

Ich fahre wieder mit dem Rad. Das Becken musste nach dem Eingriff erst wieder verheilen. Letztes Wochenende konnte ich erstmals zum Einkaufen wieder 2km mit dem Rad fahren. Im Laufe der Woche habe ich meine Reichweite vergrößert, bis hin zum Freitag, als ich zuerst 2x 10km zum Arzt und am Abend 2x 9km zum Einkaufen in meinen Stammsupermarkt gefahren bin. Keinerlei Schmerzen, Ziehen o.ä. gehabt.


Einen schönen Samstagnachmittag verbracht. Fast wie ein bisschen Urlaub. Zumindest komplett den Kopf ausgeschaltet. Und das erste Spaghettieis der Saison eingenommen.

Things I read.

Diese Woche angefangen: The Murderbot Diaries #1 – All Systems Red von Martha Wells. Deutsch: „Tagebuch eines Killerbots“.

Ein Science-Fiction-Roman aus Perspektive eines „Konstrukts“, halb Roboter, halb künstlicher Mensch. Stand heute, bin ich bei 45% des Buches angelangt. Bislang ist der Roman von überschaubarer Gravitas, aber durchaus unterhaltsam.


Carthago, Band 1 bis 10. Ein Comic, den ich in den letzten Wochen durchgelesen habe und zu dem ich vermutlich noch was schreiben werde.

Kurzfassung: es startet mit einem roten Faden, doch die Story schlägt immer wildere Haken. Irgendwann so um Band 5 oder 6 herum, frug ich mich, ob der Leser es eigentlich merken würde, wenn er die Bände in zufälliger Reihenfolge lesen würde. Ich glaube Nein und das ist ein Problem, für etwas, das von Anfang an, nur so vor Ambitionen und eigener Wichtigkeit (Ökothriller! Kapitalismus-Kritik!!) trieft.

Things I watched.

Anlässlich der Euro2020 habe ich mir ein Monatsabo für Magenta TV geholt. Ich bin im Positiven wie im Negativen überrascht.

Nicht unclever von der Telekom: durch eine Premium-Einbindung der Medienbibliotheken von ARD, ZDF und dem RTL-Konzern ein sehr umfangreiches Angebot abzubilden – auch wenn es letztendlich nur ein sublizenziertes Angebot ist.

Merkwürdig: ich habe keine Ahnung, ob es zB durch die UEFA vorgegebene lizenzrechtliche Einschränkungen sind. Magenta TV fühlt sich wie ein Online-Angebot an. Aber die EM-Spiele kannst du dir nicht On-Demand ansehen (oder ich bin zu doof). Du musst die Spiele aufzeichnen lassen, wo sie in deine persönliche Cloud landen. Und wenn du dir deine Aufzeichnungen anguckst, kannst du auch nicht wild in der Timeline umherspringen, sondern nur 10 Sekunden vor- oder zurückspulen.

Eine ganz merkwürdige, ungelenke Umsetzung.

War war. Erste Juni 2021-Woche

Das war die erste volle Arbeitswoche nach meiner OP. Ich hatte zwar nicht geplant, daraus eine 40-Stunden-in-5-Tage-Woche zu machen. Aber dit wurde es dann.

Things I worked on.

Zwei Wochen lang aus zwei Projekten raus zu sein, heißt auch, sich in den ersten Tagen erst langsam wieder einzugrooven. Was ist passiert? Was ist der Stand im Sprint? Ist irgendwas im Projektmanagement passiert?

Nach so einer Pause fällt wieder auf, mit wievielen Non-Themen man sich in konzerngeführten Projekten beschäftigen muss. Server-Pipelines, die den Code nicht durchbauen. Neue persönliche Zertifikate zur Authentifizierung im Konzern beantragen. Während alles noch auf die letzten anderthalb Sprints des zweiten Meilensteins starrt, bereits den dritten Meilenstein evaluieren. Aus dem Stehgreif heraus, vor der versammelten Frontend-Runde eine Diskussion über persönliche Workflows anstossen. Nachdenken über die Führung anderer Projektmitglieder.

Der Koloss der Woche war eine Code-Review im Projekt A. Ein eher simples Modul wurde grundlegend in der Optik verändert und verkompliziert. Es eilte, weil das Modul idealerweise in der nächsten Woche ausgerollt werden soll. Aufgrund anderer Themen und Telefonkonferenzen u.ä., bin ich am Donnerstag erst gegen 15 Uhr zur Review gekommen. Dann musste ich erst alle Anforderungen einsammeln: Dokumentation, Designs, Tickets, Redaktionsoberfläche der bestehenden Implementierung mit etwaigen Konsequenzen für die Migration.

Irgendwann gegen Halb Zwölf war ich dann durch – abends noch mal mit einer halben Kanne French Press hochgepusht – und in der Nacht nicht mehr so richtig wieder runtergekommen. Weswegen ich den Freitag eher lau angegangen bin. Stundensoll war eh erfüllt.

Things I did.

Am Dienstag zog der Arzt den nächste Schwung an Fäden. Doktor war „sehr“ zufrieden mit dem Heilungsverlauf. Wir haben auch grob über das Timing der kommenden Monate gesprochen.

Die ganze Woche über, schien die Sonne. Entsprechend habe ich auch einiges im Garten getan. Vertikutiert. Noch einmal runter geschnitten. Rasenaktivator/Dünger/Samen eingearbeitet (es ging nicht früher, weil keine Zeit bzw schlechtes Wetter).

Donnerstagabend minutenlang zugeguckt, wie zwei junge Fledermäuse sich gegenseitig ums Haus gejagt haben.

Am Samstag erstmals nach der OP wieder Rad gefahren – je 2km zum Einkaufen hin und wieder zurück. Danach hat es etwas in der Leiste gezogen. Ich versuche im Laufe der Woche meine Reichweite zu steigern und vielleicht kann ich zum nächsten Arztbesuch, am Freitag, mit dem Rad hinfahren (10km hin & 10km zurück).

Reading List

Things I watched.

For All Mankind, Apple+

Ich werde weiterhin mit der Serie nicht warm – inzwischen bei S1E07 angelangt. 20% an Personal, das mich interessiert, stehen 80% gegenüber, mit denen ich nichts anfangen kann. Und die Story nimmt mich nicht gefangen.


Risking My Life To Settle A Physics Debate, Veritasium – Derek Mullers „Veritasium“ gehört zu meinen Lieblings-YouTube-Kanälen. Er versucht darin, praktische und theoretische wissenschaftliche Phänomene zu erklären. In dem etwas reißerisch getitelten Video, geht es um einen Selbstversuch in einem Landfahrzeug mit Windrad: kann etwas, was nur vom Wind angetrieben wird, schneller als der Wind sein?

Things I played.

Ja, leider noch nicht dazu gekommen, es anzuspielen. Aber auf Steam wurde mir ein Bundle von Klei angeboten („Don‘t starve Together“, „Oxygen Not Included“, „Invisible Inc.“) und mir ist aktuell nach „Oxygen Not Included“ – wie geschrieben: dummerweise am Wochenende noch nicht dazu gekommen, es anzuspielen.

Things I listened to.

Merkwürdige Woche. Ich habe so wenig Radio und Podcasts wie seit Monaten nicht, gehört. Während der Arbeit habe ich überwiegend meinen Schwung an noch nicht abgehörten FM4 Unlimited“-Mixes abgearbeitet.

Was war. So die letzten sechs Monate-ish.

Moin. Zeit für ein Lebenszeichen nach sechs Monaten Blog-Abwesenheit.

Die Blog-Abstinenz kann man schnell erklären: es hat mit dem „dritten Projekt“ zu tun, von dem ich Ende des letzten Jahres sprach und in das meine Kollegin und ich roundabout Jahreswechsel eingestiegen sind. Verkürzt kann man unsere Aufgabe dort als „Red Adair der Web-Entwicklung“ beschreiben. Entsprechend arbeitsintensiv (weil halt zwei bis drei Projekte parallel liefen) und mental anstrengend waren die letzten Monate – mein Alltag wurde zunehmend monothematisch. Zumal die Auswirkungen des Coronavirus auf den Alltag, auch viele Formen der Abwechslung aus der Hand schlugen.

Die letzten zwei Wochen hatte ich meinen ersten „Urlaub“ seit Herbst 2019. Urlaub in An- und Abführungszeichen, denn in Wirklichkeit war es Rekonvaleszenz. Vor zwei Wochen unterzog ich mich einer OP, inkl. fünf Tage Klinikaufenthalt. Das war zwar nahezu komplett schmerzfrei, dank Infusionen und Spritzen von Schmerzmitteln und danach gepflegten Einsatz von Ibuprofen.

Aber ein Eingriffes am Becken bedeutet auch, dass ich meine Reichweite für das Gehen und Radfahren erst wieder aufbauen muss. Stand seit gestern: ich kann 2,8km zu Fuß gehen und damit sind Supermärkte erstmals wieder in meine Reichweite gerückt. Ich kann also wieder selber Einkaufen gehen. Radfahren: na ja, gestern konnte ich bergab 700m nach Hause ausrollen. Aber das Aufsteigen ist noch so grenzwertig, dass ich das erst in einer Woche wieder ausprobieren werde.

Der Urlaub geht zu Ende. Viel Selbstreflexion war im Urlaub nicht drin. Fünf Tage Verabreichung von Schmerzmittel via Infusionen und Spritzen bedeutet auch, fünf Tage bei irgendwo 25 bis 50% Hirnleistung zu sein und mit recht niedrigen Akkustand zu Hause zurückzukehren.

Ab morgen geht der Job wieder los. Ma‘ gucken, ob ich irgendwas von meinen zwei Wochen mitnehmen kann.

Things I watched.

Nach fünf plus x Tage in der Klinik und im drumpfen Zustand zuhause, bin ich so dankbar, für die Existenz der Öffentlich-Rechtlichen. Von deren siebenhundertdreiundachtzig TV-, Radio- und Mediathekenkanälen kann man sich berieseln lassen, ohne dass man Hirnfraß befürchten muss.

For All Mankind

Weil ich noch ein laufendes AppleTV+-Gratis-Abo habe: „For All Mankind“. Ich bin jetzt bei S01E05 angelangt. Die Serie beginnt in den 60er Jahren in den USA und zeigt eine Welt, in der es die Russen sind, die als erstes auf den Mond gelangt sind. Was macht das mit der NASA und den USA?

So ganz warm werde ich mit der Serie nicht. Immerhin hat sie zunehmend gute Momente. Es steht und fällt aber derzeit mit den Charakteren. Die fortschreitende Timeline scheint aber keine Scheu zu haben, den Fokus öfters zu wechseln und aufgebaute Charaktere wieder heraus zu nehmen. Ich weiß daher noch nicht, was ich von der Serie halten soll.

Wisting

Eine norwegische Krimi-Serie in der ARD-Mediathek mit 2x zwei Neunzigminüter. Viel Liebe für den Hauptprotagonisten William Wisting. Stoisch, in sich gekehrt, schmallippig. Dazu Skandinavien-Ambiente wie aus dem Nordic Noir-Bilderbuch.

Wisting ist Kommissar im norwegischen Larvik, 100km südwestlich von Oslo. Im Schnee wird eine Leiche gefunden und Fingerabdrücke stellen einen Zusammenhang zu einem US-Massenmörder her. Aber es ist komplizierter …

Es sind alles klassische und wenig originelle Zutaten. Geliefert wie bestellt. Und hat mir trotzdem gefallen.

4 von 5 Sternen.

Bäckström

„Kommissar Bäckström“ ist ein schwedischer Krimi, aber kein „Nordic Noir“. Die sechs Teile sind eher wie ein normaler Krimi zu konsumieren. Bäckström schlägt aus der Art, weil er mit hinreichend negativen Attributen ausgestattet ist, wie z.B. eine unsägliche Überheblichkeit.

Die Serie ist teilweise recht abenteuerlich und realitätsfern konstruiert. Der Fall ist hanebüchen. Eine Handvoll Charaktere die mehr Tiefe als der Rest des Ensembles bekommen, schaffen es, das Interesse an der Serie hoch zu halten.

Wenn man als Zuschauer bereit ist, durch etliche zirkusreife Stroy-Konstrukte zu springen, kann man halbwegs unterhalten werden.

3 von 5 Sternen.

„Black Hammer“

Ich bin 2020 mit einer Menge von Bringschuld rausgegangen. Dazu gehört die längst überfällige Rezension der ersten Bände der Superhelden-Serie „Black Hammer“ (in der deutschen Variante im Splitter Verlag erschienen), die mir Leser Christoph letztes Jahr geschenkt hat (nochmals vielen Dank!)

„Black Hammer“ ist ein wahnsinnig heterogenes Dingens, von dem ich nicht weiß, wieviel in der Serie von langer Hand geplant und wieviel Zufall oder Unfall ist (Zeichner Ormston bekam kurz vor Beginn Gehirnblutungen und der Serienstart musste um ein Jahre verschoben werden). Wer einen Blick ins Chaos werfen will, kann es in der Bibliographie in der englischen Wikipedia tun.

„Black Hammer“

Cover der ersten beiden Bände.

Der originäre Erzählstrang umfasst zwei Storybögen: „Black Hammer“ mit den Heften #1 bis #13 (2016 bis 2017, bei Splitter Band 1+2) und „Black Hammer: Age of Doom 1+2“ mit den Heften #1 bis #12 (2018–2019, bei Splitter Band 3+4)


Zum Einstieg sehen wir eine Farm im mittleren Westen der USA mit sechs Protagonisten, die sich schnell als Superhelden, Außerirdische, Roboter, Geistwesen und Hexe entpuppen, die diesen Ort nicht verlassen können. Ausgerechnet der Namensgeber der Serie „Black Hammer“ ist nicht zu sehen. Mehr kann man zur Handlung schon nicht mehr sagen, ohne Spoiler-Territorium zu betreten.


Die Serie wirkt wie eine Collage etlicher bekannter Superhelden-Versatzstücke. Es ist nicht schwer zu erkennen, wer alles die Vorbilder für Barbarlien, Golden Gail, Abraham Slam, Madame Dragonfly und Colonel Weird sind. Die Serie ist massiv vom „Golden Age“ beeinflusst, Superhelden-Comics der 40er und 50er Jahre – nicht zuletzt sehen wir wie die Superhelden sich nach ihren vergangenen, besseren Zeiten in den 40er und 50er Jahre zurück sehnen.


Autor Jeff Lemire legt in den ersten Heften den Schwerpunkt auf Portraits der Protagonisten, die am Leben mit und außerhalb ihrer Superheldenkostüme scheitern: der Kampf gegen ihr Alter, Sehnsucht nach Beziehungen oder Ausleben ihrer sexuellen Ausrichtung – vor dem Hintergrund einer Kleinstadt in den USA. Dies ist sensibel geschrieben und wunderbarst von Dave Ormston gezeichnet, der ein paar Hefte braucht, bis er sich eingegroovt hat. Er hat einen knorrigen, spröden Zeichenstil. Wenn es dynamische Szenen sind, ist es ungefähr so hölzern wie Action-Comics in den 40er und 50er Jahren. Aber der Stil bildet die harsche Realität wunderbar ab und Ormston beherrscht das Mimenspiel seiner Figuren.

Aber irgendwann nach Heft 6 fing ich an, mir die Frage zu stellen, was eigentlich das „Endgame“ von Jeff Lemire und der Serie werden soll? Das Tempo der Serie geriet aus dem Tritt. Es holperte und stolperte. Der erste Tiefpunkt war Heft #9, welches erzählerisch wie ein kurzfristig eingestreuter Lückenfüller wirkte und mit den Zeichnungen von David Rubin stilistisch ein Fremdkörper war.

Das Intermezzo von David Rubin
David Rubins Colonel Weird Intermezzo in Bonbonfarben und so gar nicht zu Ormstons Tonalität passend.

In den Bänden 3 und 4, „Age of Doom“, wandert Autor Lemire von Plot zu Plot und Leser|in dürfen nach 1–2 Heften dann feststellen, dass die Auflösung weder etwas mit der Hauptstory zu tun hat, noch die Charakterzeichnungen der Protagonisten stärkt. Fallbeispiel Black Hammer im Anteroom.

Die Cover der Bände 3 und 4.
Rich Tomassos Intermezzo.

Heft #6 und #7 haben wieder diesen Lückenfüller-Charakter. Rich Tommaso hat mit seinen Zeichnungen (à la Charles Burns in ganz schlecht) nicht mit dem Stil und Tonalität von Ormston zu tun – selbst mit einer Prämisse, dass es sich um eine der Dimensionsreisen von Colonel Weird handelt, habe ich es nicht lange ertragen.

Lemire inszeniert viel Mystik und Magie und weckt Hoffnungen auf eine komplexe und originelle Intrige. Aber am Ende erweist es sich wieder als Luftnummer und dem Leser mit einem billigen Storytrick die Tür vor der Nase zugeknallt. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Lemire sich im Laufe der Serie etliche Male ganz schwer in Sackgassen reingeschrieben hatte.


Das ist schade. Die Serie hat ihre sehr guten Momente, wenn Lemire und Ormston sich um die zwischenmenschlichen Beziehungen kümmern. Da hat sie eine einzigartige und eigenständige Tonalität.

Sehr, sehr viel dazu, tragen die Zeichnungen von Dean Ormston und die fantastische Arbeit von Colorist Dave Stewart bei. Aber es macht den Eindruck, als würde Lemire nicht erkennen, wo die Qualitäten der Serie liegen. Stattdessen wird inhaltlich geirrlichtert und mit Rubin und Tommaso zwei Gastzeichner reingeholt, die die eigentlichen Qualitäten der Serie konterkarieren.

„Sherlock Frankenstein – und die Legion des Teufels“

Cover des Ablegers „Sherlock Frankenstein“

Recht zügig scheint Jeff Lemire bewusst geworden zu sein, dass er mit „Black Hammer“ ein ausbaufähiges und recht variables Universum geschaffen hat, für das man weitere Projekte schreiben kann. Im Original als Heft #1 – 4 zwischen Ende 2017 und Anfang 2018 erschienen (und damit während der halbjährigen Halbzeitpause von „Black Hammer“), beschäftigt sich „Sherlock Frankenstein“ mit dem profiliertesten Superschurken des Black Hammer-Universums.

Auch hier stellte ich mir nach dem vierten Heft die Frage nach dem „Endgame“ von Lemire. Okay, es ist eine durchaus akzeptabel erzählte Genesis von Sherlock Frankenstein. Lucy Weber bleibt dagegen ein flacher Abklatsch gegenüber ihren Auftritten im Black Hammer-Hauptstrang.

Und so wirken die vier Hefte wieder wie so eine „Souflé“-Nummer von Lemire: die Frankenstein-Story hätte man knackig auf ein einziges Heft komprimieren können.

Zeichner David Rubin kann hier zwar etwas mehr Klasse zeigen, aber von Ormston ist das nicht nur stilistisch sehr weit weg.

Mir ist nicht klar, warum Lemire mit Rubin und Tommasozwei Zeichner als Alternativen einsetzt, die sich eher stilisierter Linienzeichnungen verschrieben haben, während Ormston mit Stift und Pinsel einen sehr spröden, europäischen Stil pflegt. Der Einsatz von Rubin in einem Steampunk-angehauchten Ambiente, wirkt deplaziert – oder Rubin schafft es nicht, diese Welt sich eigen zu machen.

„The Quantum Age“

Cover des Ablegers „The Quantum Age“

In der zweiten Jahreshälfte 2018, und damit überschneidend mit den beiden Blöcken des „Age of Doom“-Storybogens, wurde mit „The Quantum Age“ der nächste Ableger aus dem „Black Hammer“-Universum veröffentlicht.

Die Serie spielt in der Zukunft, aber die Superhelden aus 2141 haben Bezüge zu einigen „Black Hammer“-Protagonisten. In Spiral City herrscht inzwischen eine Diktatur, die feindlich gegenüber Außerirdischen gesinnt ist. Die Superhelden agieren als Untergrund gegen die Diktatur.

Wo das Original-„Black Hammer“ den Hauch von „Golden Age“ hatte, weckt „The Quantum Age“ bei mir Assoziationen zu DCs „Legion of Super-Heroes“ aus den 60er–80er Jahren.


Wieder schafft es Lemire glaubwürdige und interessante Charaktere und Interaktionen untereinander zu schaffen. Aber wieder wird es abseits davon, sehr schnell schattig. Im Gegensatz zu „Black Hammer“ bleiben die Örtlichkeiten kalt und unnahbar. Und wieder hat Lemire ein Problem mit der Handlung und dem „Endgame“. Wieder bedient er sich nach einer langen Exposition eines Taschenspielertricks um die Handlung zu einem Pseudo-Ende zu führen und wieder hat es sich für mich als Leser nach Koitus Interruptus angefühlt.


Erwähnen muss man auf jeden Fall Zeichner Wilfredo Torres. Wie man meinen obigen Ausführungen merken kann, schaffe ich es kaum, mich von Originalzeichner Dean Ormston lösen zu können – ich besitze auch einen Band mit „Black Hammer“-Kurzgeschichten von unterschiedlichen Zeichner … dit geht alles nicht. Schlimm. Schlimm. Schlimm.

Torres ist aber tatsächlich neben Ormston der einzige, der mit seinen Zeichnungen aus der Vorlage von Lemire, etwas Eigenständiges, etwas Rundes, schafft. Das mag auch am SF-Szenario liegen, dass Torres‘ sehr glatten, outline-lastigen Linienstil entgegen kommt. Er erinnert mich an Michael Allred.

Mit Ormston gemein, hat Torres eine wahnsinnig gute Beobachtungsgabe für Mimik und Gestik.


„Black Hammer“ ist inzwischen ein ganzes Superhelden-Universum, dessen gemeinsamer Nenner der Autor Jeff Lemire ist. Die Stärken liegen bei den längeren Geschichten in den Charakteren und den zwischen„menschlichen“ Interaktionen. Lemire sieht aber bei den Plots nicht gut aus.. Etliches wirkt wie Füllmaterial. Anderes wirkt unvollendet. Viel gutes Material an Inhalt und Ormston‘schen und Torres‘schen Zeichnungen wird damit unter Potential verkauft.

3–4 von 5 Sternen

Herr Pahl, was machen Sie eigentlich beruflich?

Das ist tatsächlich eine bannig diffizile Frage, weil sie viele Antworten kennt, je nach Adressat und damit: je nach Differenzierung.

Beginner Level, zum Beispiel für meine verrentete Nachbarin oder nicht-technik-affine Verwandte:

Ich mach so Internet-Zeug. Websites und so

Medium Level, z.B. für Ärzte, bei denen man nicht sicher ist, ob es genuines Interesse oder die implizite Frage nach Liquidität und Einkommensverhältnissen ist.

Ich bin selbständig und arbeite innerhalb von Projektteams für Zeiträume von 3 bis 24 Monaten an größeren Websites. Dabei geht es um die Mitwirkung an Konzepten und Umsetzung von Designs für das sogenannte Frontend, also grob gesagt, das was der User im Browser sehen und bedienen kann.

Das reicht aber nicht für den Experten-Level, für potentielle Auftraggeber oder Projektmanager, aus. Mit inzwischen 20 Jahren Erfahrung auf dem Buckel, liegt mein Mehrwert oberhalb der bloßen Umsetzung von Frontend-Zeug.

Chris Coyier hat im Oktober in seinem Blogeintrag „The Widening Responsibility for Front-End Developers“ viele Fragen und Überlegungen aus seinem Projektalltag angerissen. Sie machen deutlich, wie komplex inzwischen der Weg von Konzept → Design → Umsetzung geworden ist. Das bildet auch meinen Projektalltag wieder.

Wenn Designs und Konzepte das erste Mal aufschlagen, fehlt es ihnen an „Praktikabilität“ und können daher nicht direkt in Code umgesetzt werden. Responsives Design (also anpassungsfähig an unterschiedliche Browser, Browserbreiten und Endgeräten) sind häufig ebenso nur Lippenbekenntnisse wie die Berücksichtigung von Barrierefreiheit-Anforderungen.

Designs werden häufig als komplette Seiten und nicht als wiederverwendbare Bausteine entwickelt. Es gibt auf Designseite häufig weder das Wissen noch die Werkzeuge für diesen „Komponenten-Gedanken“.

Und so besteht ein Teil des Jobs darin, schon vor dem Schreiben der ersten Zeile Code, auf Designs und Konzepte Einfluß zu nehmen. Zum Beispiel darauf zu drängen, dass Seiten systematisch und auf Bausteine-Basis aufgebaut werden. Es ist auch im Sinne des Kunden, wenn nicht jeder Seitentyp seiner Website von Grund auf, neu entwickelt werden muss (wir reden hier nicht über Portfolio-Websites, sondern Websites mit drei- bis fünfstelligen Seitenzahlen).

Ein Teil des Jobs ist, jedes vorgestellte Design auf die Umsetzungsfähigkeit abzuklopfen, bevor das Coding beginnt. Dazu gehört auch die gerne vernachlässigte Frage, wie sich die Komponente verhält, wenn es nicht die „ideale“ Menge an Content gibt. Was passiert bei einer langen Headline? Bei einer Copy, die nur aus einem Satz besteht? Wenn die Nutzungsrechte für das Bild abgelaufen sind?

Funktional erlebe ich es immer wieder, dass es in den Designs Probleme im Umgang zwischen Touch- und Non-Touchdevices gibt. Zum Beispiel wenn es Funktionalitäten gibt, die zwingend auf Hover per Maus angewiesen ist. Oder es wird fälschlicherweise angenommen, dass Browserbreiten mit der Unterscheidung zwischen Tisch- und Tabletgeräten einhergeht (nope, größere Tablets sind inzwischen breiter als schmale Laptops und bei Geräten wie MS Surface verwischt die Grenzziehung komplett).

An der Nahtstelle zwischen Design und Konzeption stehen auch Fragen der Umsetzung im Zusammenhang mit der verwendeten Software auf dem Server. Wenn es zwei ähnliche Komponenten gibt, ist es sinnvoll sie als zwei Komponenten getrennt anzulegen, oder handelt es sich um eine einzige Komponente mit zwei Ausprägungen? Was lässt sich mit der Serversoftware besser abbilden?

Vor der Umsetzung steht dann die Etablierung eines Workflows für die Umsetzung. Welche Werkzeuge werden genutzt, welche Rahmenbedingungen werden geschaffen, welche „Code-Regeln“ werden aufgestellt. SCSS? Semantische Klassen im HTML? Icons umsetzen als… Icon-Fonts, Inline-SVG oder SVG-Sprites?

Dazu gehört auch die Beratung mit dem Backend, wie sich z.B. die Kommunikation bei Serveranfragen durch den Browser gestaltet.


Projekte dieser Größenordnung haben mehrere Interessenten. Kommunikation ist ein Teil des Jobs: Interessenten wollen und müssen abgeholt werden. Es muss zwischen den unterschiedlichen Interessen vermittelt werden. Am Ende des Tages gibt es aber nur einen Interessenten, der die Rechnung zahlt. Die Kommunikation muss daher auch darauf ausgerichtet sein, dass seine Interessen gewahrt werden.


I apologize if I’ve made you feel a little anxious reading this. If you feel like you’re behind in understanding all this stuff, you aren’t alone.

In fact, I don’t think I’ve talked to a single developer who told me they felt entirely comfortable with the entire world of building websites. Everybody has weak spots or entire areas where they just don’t know the first dang thing. You not only can specialize, but specializing is a pretty good idea, and I think you will end up specializing to some degree whether you plan to or not.

Irgendwann in den Nuller Jahren, war ich mir nicht sicher, ob „Webdesigner“ ein Job mit Zukunft wäre. Agenturen gingen aggressiv auf den Markt um mit in Microsoft Word(!!) produzierten Websites Kunden zu ködern. Die Hamburger Arbeitsagentur hat damals massenweise arbeitslose Druckerei-Mitarbeiter in Webdesign-Fortbildungskurse gepackt. In meinen Alpträumen, sah ich irgendwelche Kinder von Firmenchefs am Rechner mit WYSIWYG-Editoren wie Frontpage herumspielen und mich aus dem Business schießen.

So ist es bislang nicht gekommen – weil mein Job mehr umfasst, als man es Laien in nur drei Sätzen erklären kann. Weil mein Job mehr als nur „Umsetzung“ ist und „Berater“ und „Konzepter“-Tätigkeiten beinhaltet. Weil der Job eben nicht nur aus „Nine to Five“ besteht, sondern aus dem Blick über den Tellerrand: was für relevante Technologien gibt es? Wird jQuery wirklich noch gebraucht? Was für Themen kommen in den nächsten Jahren?

Coyiers Blogeintrag macht schon durch die schiere Menge an Fragen deutlich, dass man auch dann genügend auf der Pfanne haben kann, wenn man kein sogenannter „Fullstack-Entwickler“ ist, der die komplette Bandbreite von Server bis Frontend/Browser abdeckt.

Coyiers Blogeintrag macht mir aber auch die Frage bewusst, wie man all diese Detailsfragen und Soft-Skills gegenüber potentiellen Auftraggeber anbringen kann, ohne dass man einen zehnseitigen Aufsatz schreibt. Sondern in eine Form bringt, die gleichberechtigt neben der tabellarischen Aufstellung der rein technischen Skills bestehen kann.

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