dogfood

Author: dogfood (page 2 of 11)

Was war. Anfang September.

Quasi nichts Neues im Haus. Meine Themen sind die gleichen Themen der letzten Monate geblieben – etwas was mir auch zu schaffen macht. Das Gefühl, dass sich das Leben auf zwei, drei Themen verengt hat.

Things I worked on.

Selbst wenn die Stundenzahlen auf dem Zettel nicht mehr extrem sind, bleiben die beiden großen beruflichen Projekte anstrengend. Permanenter Kontextwechsel. Bei jeder Diskussion musst du hellwach sein und alles Gesagte auf Implikationen abklopfen und gegebenenfalls gegenlenken.

Bei Projekt „B“ verändert sich der Aggregatzustand. Die Deadline ist inzwischen fix und kann nicht mehr geschoben werden. Um das Bewusstsein im Projekt für den nahenden Codefreeze im Januar zu schärfen, haben meine Kollegin und ich mit dem Herunterzählen der verbleibenden Sprints angefangen. „Nur noch fünf Sprints“ hat im Spätsommer eine andere Gravitas als „Ende Januar“.

Meinen Akku lasse ich zwar nicht mehr ins Tiefrote laufen. Aber trotzdem fühlt es sich jeden Montag so an, als würde ich auf einen niedrigeren Stand anfangen, als in der Vorwoche.

Eigentlich sollte die kommende Woche meine letzte Arbeitswoche vor der OP werden. Sie wird nun sogar meine letzte halbe Arbeitswoche vor der OP werden. Nach dem Sprintwechsel am Dienstag bin ich erst mal für zweieinhalb Wochen raus.

Things I did.

In den letzten zehn Tagen bin ich zweimal meine Süderelbe-Schleife gefahren – 74km vom Norden Hamburgs über den „zweiten Grünen Ring“ nach Teufelsbrück runter, mit der Fähre nach Finkenwerder, durch die Obstfelder des Alten Landes runter nach Neuwiedental, quer durch den Harburger Hafen, hoch über die fast straighte Veloroute in Wilhelmsburg und Veddel, Innenstadt, Eimsbush, Lokstedt und Niendorf wieder hoch (der Weg über Teufelsbrück/Finkenwerder ist teils durch den Umstand bedingt, dass die Kattwyckbrücke bis Ende November geschlossen ist und damit der Freihafen nur noch in Harburg gequert werden kann).

Beide Male unter der Woche Nachmittags, um für vier bis fünf Stunden die Birne frei zu bekommen.


Die Vorbereitungen für die OP sind gestartet. In der Apotheke für hundert Euro erst mal die Medikamenten-Liste des Docs gekauft. Im Supermarkt verstärkt wieder weiche Kost gekauft. Anders als bei der ersten OP Mitte Mai, werde ich diesmal komplett auf Babynahrung verzichten und stärker auf püriertes Gemüse bzw. Obst setzen.

Die große Unbekannte werden für mich die ersten zwei, drei Tage nach der OP sein. Anders als im Mai, werde ich nach der immerhin gut zweistündigen OP (inkl. Vollnarkose) gleich nach Hause geschickt. Bedeutet also, dass Schmerzmittel und Antibiose ausschließlich über Tabletten und nicht intravenös ablaufen werden.

Reading List

  • All-Star Superman: The Man Of Action von Ritesh Babu, Comic Book Herald – Das soll wohl eine Rezension sein, ist aber faktisch ein wunderschönes Essay, wie jemand aus dem eigentlich langweiligsten Superheld des Universums, dank der Feder von Grant Morrison, für sich selbst Kraft schöpft.

Things I read.

  • „And Shall Machines Surrender“ von Benjanun Sriduangkaew – ich schwärmte schon letztens vom Buch. Inzwischen habe ich eine Rezension geschrieben.

Things I watched.

Dame, König, As, Spion – Der 2011er-Kinofilm des John Le Carée-Buchs. Ich hatte die namhafte Besetzung des Films gesehen aber mir dabei nichts gedacht. 127 Minuten später lief der Abspann und habe meine Kinnlade nicht mehr zugeklappt bekommen.

Wow, wow, wow. Wie Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, Mark Strong und Benedict Cumberbatch ihren Figuren Leben gaben, hat mich eiskalt erwischt.

Things I played.

An diesem Wochenende den Akku mit stundenlangem Spielen von Cities: Skylines aufgeladen.

Nach dem ich das Spiel nun schon halbes oder ein ganzes Jahr nicht mehr gespielt habe, hat mich die durch die DLC gestiegene Komplexität überrascht, Stichwort Produktionsbäume durch das Industrie-DLC.

Becky Chambers: „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“

Cover des Buches

Die „Wayfarer“ bohrt Wurmlöcher und damit Verbindungswege durch den Weltraum. Der Mars-Mensch Rosemary heuert zu ihrem ersten Weltraum-Job bei der Wayfarer an. Kurz darauf bekommt die Wayfarer ihren bislang lukrativsten Auftrag, als sie Verbindungswege zu einem bislang verfeindeten Reich bohren soll.

Klingt spannend, doch nach knapp 40% ist das Buch immer noch nicht in die Puschen gekommen. Stattdessen hüpft das Buch von Planet zu Planet und stattet Freunden und Bekannten Besuch ab. Wir lernen die Crew ausgiebigst kennen – es wirkt wie ein lang ausgewalzte Beschreibung von Charakteren für einen launigen Rollenspielabend.

Liest man Rezensionen zu diesem Buch durch, wird der Humanismus(sic!), Multikulti und optimistische Grundton gelobt.

Ich hab hingegen nach jenen 40% aufgegeben. Ein Plot ist bislang nicht zu entdecken. Die Charaktere aus den verschiedenen Rassen, haben einige gute Ideen, die aber nicht oder nur plump zur Anwendung kommen. Die Charaktere tragen bislang nichts zur Handlung bei, was das Buch beliebig und belanglos macht.

Aber vielleicht ist es auch nur meine falsche Erwartungshaltung gewesen, die nach den positiven Kritiken einen Plot mit Gravität und gesellschaftlicher Relevanz erwartet hatte, aber stattdessen nur die Weltraumentsprechung eines Road Movies bekam.

Ein weiteres Problem habe ich mit der deutschen Übersetzung. Ich weiß nicht, ob ich der Übersetzerin Karin Will einen Vorwurf mache oder ob es einfach ein grundsätzliches Problem ist, diesen extrem kumpelhaften Ton der Crew ins Deutsche zu übersetzen. Die Dialoge lesen jedenfalls infantil und befördern das Fremdschämen.

Nach meinem erfrischenden Intermezzo mit „And Shall Machines Surrender“, machte auch das Durchlesen der Kurzfassung im Internet keinerlei Bock, das Buch noch mal anzufassen. Damit: DNF.

Im Buch stecken einige Charakterideen, aber zumindest in der ersten Hälfte kein Plot, der diese Charaktere agieren lässt. Dem Buch fehlt bis hierhin die raison d‘être und damit ist für mich das Ende erreicht.

1 von 5 Sternen

Benjanun Sriduangkaew: „And Shall Machines Surrender“

Cover der Novella

Dieses Buch hat mir mehr Spaß gemacht, als es vermutlich angesichts der Schwächen machen sollte. Aber ich wurde in eine neue Welt hineingezogen und im Kopf sind immer wieder Bilder entstanden. Ich spüre eine Lust die Bilder zu zeichnen. Das ist mir schon länger nicht mehr mit einem Buch passiert.

And Shall Machines Surrender“ ist ein Science Fiction-Roman, irgendwo in der Zukunft und irgendwo im Universum und irgendwo in der Menschheit. Die Novelle spielt auf einer Raumstation (nein, stimmt nicht, eigentlich eine „Dyson-Sphäre“) namens Shenzen.

Mit Ankunft der Protagonistin Orfea, einer desertierten Spionin, die sich hier niederlassen will, werden wir langsam in eine Welt eingeführt, in der sich verschiedene AIs zum sogenannten „Mandat“ niedergelassen haben und in Koexistenz mit Menschen zusammenleben.

Die Menschen verehren die AIs wie Götter und streben danach von den AIs als „Haruspex“ auserkoren zu werden. Haruspex gehen über einen längeren Zeitraum eine immer symbiotischere Beziehungen mit einer AI ein, ersetzen Körperteile durch Implantate und leben letztendlich mit zwei Persönlichkeiten.

Im Rahmen des Verfahrens zu ihrer Aufenthaltserlaubnis fängt Orfea an, in einem Krankenhaus zu arbeiten. Sie ist überrascht, als sie am ersten Tag ihre letzte Patientin empfängt: Krissana, ihre einstige Vorgesetzte und Liebhaberin – und Haruspex-Anwärterin.

Das Setup setzt sich in Bewegung, als eine Serie von Haruspex-Anwärter|innen Selbstmord begehen. Plötzlich taucht auch Seung Ngo auf, die einst Pflegemutter der Waise Orfeo war und sich nun als eine der AIs des Mandats entpuppt. Seung Ngo bittet Orfea und Krissana die Gründe der Selbstmord-Serie zu ermitteln.

Im Laufe der Novelle werden Orfea und Krissana mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und geraten in einen Machtkampf und Selbstfindungsprozess der AIs.


Es ist der erste Band einer kleinen Serie von Novellen, die im gleichen Umfeld angesiedelt sind: „The Machine Mandate“.


Offiziell stammt die Novelle von der thailändischen Autorin Benjanun Sriduangkaew. Sie ist als Person nicht unumstritten, da sie eine Vergangenheit als Internet-Troll in Foren und Blogs besitzt, inkl. Gewaltandrohungen u.ä..

Es ist unklar, ob Benjanun Sriduangkaew wirklich die Person ist, die sie vorgibt. Es gibt Gerüchte, dass die Radikalität ihrer feministischen, antiamerikanischen und LBGT-Positionen nur aufgesetzt ist und die in Wirklichkeit eine weiße Upper-Class-Hausfrau von der US-Westküste wäre.


Das World-Building im Buch ist sensationell. Nicht zu viel und nicht zu wenig, aber ungewöhnlich und interessant.

Weitaus größere Probleme habe ich mit den Charakteren. Haben die Charaktere in der Novelle alle einen interessanten Startpunkt, so verlieren sie zunehmend an Profil und werden austauschbar – sowohl in Handlung als auch Sprache. Auch die Motivation der Protagonisten wird eine zunehmend wackeligere Brücke.

Ist es die Unerfahrenheit der Autorin? Es fällt auf, dass die Novelle anfangs rund um Orfea verankert wurde, die aber im Laufe der Seiten immer mehr an Bedeutung verliert, während Krissana zur zentralen Figur wird. Das fühlt sich nicht passend zur Exposition an.

Die Novelle geht recht offensiv mit geschlechterneutraler Sprache um. Die massive Verwendung von Pronomen wie „xe“, „xem“ oder „they“ war für mich gewöhnungsbedürftig. Als nicht-super-duper-Englisch-Leser irritierte mich vor allem die Verwendung von „they“. Sind damit mehrere Personen gemeint? Oder geschlechtsneutral nur eine Person? Oder ist es eine Anspielung auf die beiden Persönlichkeiten, die in eine|r Haruspex stecken?

Apropos offensiv: Orfea und Krissana sind zumindest lesbisch und haben ausführlich beschriebenen Sex, der in Maßen auch in Richtung BDSM geht. Ich fand es interessant, einen ersten Einblick in die Denke hinter BDSM zu bekommen. Einen Einblick der eine etwas größere Fallhöhe hat, als das was sonst zum Thema in elektronischen Medien serviert wird.

Bei allen Schwächen und Diskutablen, bleibt am Ende eine Novelle mit einem ungewöhnlichen Setting, die mir Spaß gemacht hat, die originell war und die mich beschäftigt hat.

4 von 5 Sternen.

Was war. Erste August-Hälfte

Im Fokus dieses Wochenende steht das Aufladen des Akkus. Denn der ist nach zwei anstrengenden Wochen mal wieder leer. Die Arbeit…

Es sind mal wieder zwei Wochen gewesen, in denen die Arbeit eskalierte und am Ende kriegst du den Finger nicht drauf, wo es eskalierte, wie du hättest gegensteuern können und was du tun kannst, um das nächste Mal nicht reinzurennen.

Ich habe einige Puzzleteile vor mir. Aber ich kriege sie nicht zusammengesteckt. Sie laufen letztendlich auf „äußere Umstände“ hinaus und das ist mir zu einfach. Ich kann nur etwas akzeptieren, bei dem ich aktiver Part bin. Alles andere wirkt wie eine lame Entschuldigung.

An diesem Wochenende wird also der Akku aufgeladen. Sport gucken. Bisschen Garten. Bisschen Lesen. Bisschen Haushalt. Und morgen sich wieder in den Mahlstrom schmeißen.

Things I worked on.

Im Job geht es unverändert um die beiden Großprojekte. Ein Grund für den leeren Akku, ist das ganze Drumherum. Gemäß meinem Time Tracking, verbringe ich nur 50% meiner Zeit mit Coding und den Rest mit Kommunikation, Ticketpflege, Specs und Code-Reviews. Verschiedene Projekte, verschiedene Aufgaben, verschiedene Komponenten. Umsetzungen für diesen Sprint, Spezifizierungen für den nächsten Sprint, Planungen für die weiteren Sprints. Der stete Kontextwechsel macht mürbe. Es kommt nicht von ungefähr, dass ich vorzugsweise nach 16 Uhr oder am Wochenende code, weil dies die einzige Zeit ist, in der ich ungestört 1+x Stunden an einem Thema arbeiten kann.

Things I did.

Die Sichtschutzblenden habe ich auch zwei Wochen später noch nicht aufgestellt… was mich kolossal nervt.


Dem Garten konnte ich ein bisschen Pflege angedeihen lassen. Die Ligusterhecke zur Straßenseite bekam von mir „EMs“. Grundsätzlich habe ich im Garten ein Ameisen- und Schneckenproblem und versuche einiges um den Boden gesünder zu machen.

Einiges ist von den Aufzuchtschalen in die Beete und Töpfe gewandert: Basilikum, verschiedene Salate. Meine Paprika und die Buschbohnen machen sich gut. Zucchinis und Fenchel sind dieses Jahr eher so meh…


Jo. Ich habe meine zweite Dosis BioNTech bekommen und bin in meinem Umfeld der einzige gewesen, den es nicht ausgeknockt hat. Jetzt noch ein paar Tage und ich zähle als vollständig geimpft. Was mich aber trotzdem nicht in die Museen oder Kinos der Stadt treiben wird, denn Mitte September steht meine nächste OP an und bis dahin kann ich Freund Delta nicht gebrauchen.

Things I read.

Becky Chambers Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten steht bei mir weiterhin auf on hold.

Bei „Humble Bundle“ gab es Judge Dredd-Comics-Sammlung als ePaper. Ich habe mit den ersten Stories angefangen, Fünf-Seiter aus den Ende der Siebziger Jahre. Von überschaubarer Tiefe, aber zumindest anfangs aus nostalgischen Gründen interessant, ehe es too much wird und macht sich anderem widmen muss.

Wovon ich sehr, sehr angetan bin: And Shall Machines Surrender der Thailänderin Benjanun Sriduangkaew. Eigenbeschreibung: „BDSM-inflected cyberpunk lesbian book“ – hatte ich so nicht erwartet. Ist tatsächlich auch geschmeidig in den Plot eingebaut.

Ein sehr sorgfältiges Setting (Hello Martha Wells!), ohne dass dir jemand alle zwei Seiten zeigen muss, was für ein intensives World Building betrieben wurde (Hello Becky Chambers!). Dialoge ohne Geschwätzigkeit (Hello Martha Wells) und Bilder, die sich langsam zu Charaktere und einer Welt zusammenfügen. Und es gibt sogar einen Plot (Hello Becky Chambers).

Things I watched.

Keine Serien, keine Filme. Stattdessen werde ich langsam wieder mit dem Fußball warm. Gerne außerhalb der Bundesliga und Zweiten Liga. Was sehr schnell mal wieder negativ auffällt, ist die Unfähigkeit der Kommentatoren, die Spiele, Teams und Ligen „as is“ zu verkaufen. Stattdessen werden Vorberichte und Kommentare schnell zu kleinen Kaffeefahrten, in denen die fußballerische Ware schön geredet wird. Was da alles an finanziellen Problemen, Fremdinvestoren und ähnlichem ausgeblendet wird…

Solche Formen der Produktfälschungen müssten eigentlich beim Zoll meldepflichtig sein. Es sagt ja vieles aus, dass man nicht in der Lage ist, solche Dinge offen zu benennen und zu den Problemen zu stehen, sondern weiter plumpe Schimären konstruiert.


Nichts frustriert mich derzeit mehr, als das Ableben von RugbyPass, dem einzigen in Deutschland erhältlichen Streamangebot für internationalen Rugby. Es gab keine offizielle Mitteilung, sondern nur eine Umleitung der Login-Seite und das Abknipsen der Apps.

Anscheinend gab es dieses Jahr einen Besitzer- und Strategiewechsel, der dazu führt, dass man das Asiengeschäft weiter verkauft hat und das Europageschäft schließt.

Pünktlich mit Beginn der neuseeländischen Provinzmeisterschaften und der Rugby Championship der Südhalbkugel wurde der Stecker gezogen – und der deutsche Interessierte hat erst mal keine Alternativen. Binnen eines Jahres vom Rugby-Schlaraffenland zur totalen Wüste – zumal DAZN sich nur noch auf die Six Nations konzentriert.

Coming up

Für mich wird in der kommende Woche das Management meinerselbst im Mittelpunkt stehen. Meine Kollegin aus dem Frontend-Lead nimmt eine Woche quasi off und damit dürfte ich noch ein Stück stärker in Projektdinge außerhalb des Codings involviert sein. In dieser Konstellation muss ich aufpassen, dass ich Ende der Woche nicht wieder in den Seilen hänge.

Was war. Juli 2021

Da ist er hingegangen, der Juli. Was im Kopf bleibt, sind einige sehr heiße Tage und einige sehr regnerische Tage – wenn man draußen im Garten Gemüse hoch zieht oder die Sichtschutzblenden austauscht, ist man etwas wetter-sensibler als andere Menschen.

Davon ab, vergeht die Zeit wie im Flug und es fühlt sich nicht gut an. Bei mir bleibt das Gefühl, dass zu vieles auf der Strecke bleibt und zu vieles auf der To Do-Liste nicht abgearbeitet wird – und auch den Kunden schuldig bleibt.

Es gibt über den Wochenenden keinen Spielraum mehr, zur Kompensation dessen, was unter der Woche, in dem nicht abreißenden Strom an Telefonkonferenzen, Meetings und Chats, unterm Tisch fällt.

Meine Perma-Müdigkeit ist für mich jeden Tag ein Thema. Zehn Wochen nach der OP bzw. sechs Wochen nach der COVID-19-Impfung, bleibt als Erklärung für die Müdigkeit eigentlich nur noch „das Wetter“ oder „du brauchst mal Urlaub“. Zumindest gegen die zweite Erklärung spricht der Umstand, dass sich diese Müdigkeit, die sich meistens durch eine Viertelstunde „Power-Nap“ wieder legt, sich anders als ein „Burnout“ anfühlt.

Things I worked on.

Im Job ist mein großes Thema, das Verwalten meiner „Ressourcen“ (also: mich selbst) quer durch die beiden großen Projekte und den beiden kleineren Kunden – und das Gefühl immer mindestens drei Projekt zu vernachlässigen.

Die großen Projekte waren durch Sommerurlaub und Krankheiten etwas hakelig. Projekt „B“ hat eine feste Agile bzw Sprint-Struktur und dass wir es da halbwegs heil durch das vorher veranschlagte Aufgabenpensum geschafft haben, trotz zahlreicher Ausfälle, ist für mich ein kleines Wunder.

Things I will work on.

Das urlaubsbedingte Wegbrechen der Frontend-Ressourcen wird auch im August zumindest beim Projekt „B“ noch eine große Rolle spielen, zumal wie im Juli, auch noch ein Haufen Spezifizierungsarbeit anfallen wird.

Things I did.

Im Juli bin ich zum ersten Mal seit der OP und dem Eingriff am Becken, wieder 70 Kilometer mit dem Rad gefahren. Es war meine übliche Freihafen-Strecke – allerdings zu einer unüblichen Zeit: am späten Nachmittag. Sehr zu meiner Freude sind drei langwierige Fahrradweg-Baustellen inzwischen beseitigt (Stichworte: Veloroute am Dubbengraben fertig, Velorouten-Durchstich unter der Kornweide fertig, Velorouten-Abschnitte durch den Högenstraßen-KGV fertig).

Viel Zeit ging für den Garten drauf. Ich habe dieses Jahr nicht viel Gemüse gezogen. Das wenige Gemüse das ich zog, zeigt sich bislang sehr zurückhaltend und blass.

Eine andere Neverending-Story ist der Austausch des maroden Sichtschutzes zur Straßenseite hin. Erst fehlten mir ein paar Gewindeschrauben. Dann stellte ich fest, dass ich gar nicht in der Lage bin, Gewindeschrauben so gerade durch Schlaghülsen und 9cm Kanthölzer zu bohren, dass sie auch auf der anderen Seite durch das Loch der Schlaghülse kommen. Also umstellen auf halb so lange Holzschrauben – um dann festzustellen, dass ich die Pfosten einkürzen muss, da ich, anders als meine Vorgänger, die Pfosten nicht 70cm tief in die Erde reinramme (wo die Kanthölzer dir nach fünf Jahren wegschimmeln) … jedesmal zum Baumarkt fahren, dann warten bis es nicht mehr regnet und dir die Arbeit die Zeit lässt und es nicht gerade Mittagsruhe- oder Wochenendzeiten sind, wo du nicht einfach vor dich hin Sägen und Bohren kannst.

Things I will do.

Nächste Woche steht theoretisch meine zweite COVID-19-Impfung an. Ma‘ gucken.

In den letzten Wochen sind die Planungen für die zweite OP fix gemacht worden. In der zweiten September-Hälfte wird es mich wieder ausknocken – dann aber ohne stationären Klinikaufenthalt, sondern nach Vollnarkose gleich wieder zurück nach Hause und erst mal schön wieder die Darmflora per Antibiose wrecken. Auf der anderen Seite: einen besseren urlaub werde ich diesen Sommer nicht mehr bekommen.

Things I read.

Ich quäle mich durch Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten von Becky Chambers und war schon an einem Punkt, an dem ich das Buch in die Ecke pfeffern wollte (besser: den eBook-Reader…). Nach einem Lesen der Zusammenfassung in der Wikipedia, versuche ich noch dran zu bleiben.

Als Intermezzo habe ich etliche Comics gelesen – und mich nun gerade in eine Phase reingelesen, wo ich allmählich die Schnauze von einem sinnlos hohen Gore-Anteil habe („Plastic“, „Severed“).

Things I watched.

EM geguckt – mit „zunehmend nachlassenden“ Interesse.

Olympia geguckt – nahezu komplett nur per On-Demand-Stream in der ZDF-Mediathek. Einfach mal tagsüber keine Nachrichten und Twitter lesen und am Abend sich entspannt das Olympia-Menü selber zusammenstellen. Angenehm entspannt.

Die große Überraschung der ersten Olympia-Woche war für mich die Kommentierung der Rugby Sevens-Wettbewerbe im ZDF durch Oliver Schmidt mit Soteras-Merz. Wo kam denn das her, Oliver Schmidt? Genuines, authentisches Interesse und so kompetent kommentiert, als hätte er sich die letzten World Series der Männer und Frauen angesehen. Großartig von Schmidt und großartig für den Sport.

Mit diesem Olympia-Turnier ist für mich Rugby Sevens der Frauen auch endgültig angekommen. Die Spiele hatten mehr Gravitas als das größtenteils leblose Männer-Turnier.

Things I played.

Mini Motorways ist auf Steam herausgekommen und damit erstmals ohne Abo (Apple Arcade) spielbar. Während meines Apple Arcade-Probemonats bin ich mit „Mini Motorways“ nicht warm geworden.

Auf dem Desktop-Rechner hat mir aber das Spiel sofort gefallen – aktuell sogar besser als „Mini Metro“ – auch weil die Macher ein fantastisches Level-Design produziert haben. Die Städte fühlen sich wirklich anders an – auch durch die wirklich sehr charmanten, starken Farbwelten.

Eine interessante Emotion bei diesem Spiel, ist das „Loslassen Können“. Dein Ende kommt nicht plötzlich und unerwartet. Du siehst es locker eine halbe Minute vorher kommen und weißt, dass du es nicht mehr abwenden kannst. Du schließt deinen inneren Frieden mit der Ausweglosigkeit und dem kommenden Ende. So eine Empfindung hatte ich bislang bei keinem anderen Spiel.

Things I listened to.

Diesen Monat den Podcast „Eine Stunde Liebe von Deutschlandfunk Nova entdeckt. Ich mag Deutschlandfunk Nova mit seiner speziellen Mischung aus Musik und langen Wortbeiträgen nicht. Der Podcast hat den Vorteil, dass die Musik rausgeschnitten wird und die Wortbeiträge kompakt daher kommen.

Oliver Burkeman: „The Antidote“

The Antidote“ ist die Reise des Journalisten Oliver Burkemans auf der Suche nach „Happiness“ – Glück. Der Untertitel sagt wohin die Reise geht: „Happiness for People Who Can’t Stand Positive Thinking“.

Buchcover

Burkemans Startpunkt ist der Widerspruch zwischen dem Wachstum der „Self-Help“-Industrie und den Bücher und Seminaren auf der Suche nach dem Glücklich-Sein – und den offensichtlichen Schwierigkeiten den Status des Glücklich-Seins zu erreichen und stattdessen zum nächsten Schwung an „Self-Help“-Bücher zu greifen.

Und um es eine Stufe weiter zu drehen: … dabei zu „Self-Help“-kritischen Self-Help-Bücher wie die von Oliver Burkeman zu greifen.

Für Burkeman ist „Wie ist ‘Happiness’ zu erreichen?“ die falsche Fragestellung, da die Suche nach „Glücklich-Sein“ und das Scheitern jener Suche, zu Frust und negativer Stimmung führt. Die Kluft zwischen „Glücklich-Sein“ und der Flut an alltäglichen, negativen Erfahrungen wie Unsicherheit, Ungewissheit, das Scheitern und die Traurigkeit, sorgen für noch mehr „Unglücklich-Sein“ in Form von Unsicherheit, Ungewissheit etc… Burkeman sieht hierin den Kern seines Buches: diesen Kreislauf zu durchbrechen, in dem man sich auf Negatives einlässt statt davor wegzurennen.

So führt Burkemans Reise auf der Suche nach mehr Resilienz gegen Negativem zu Stoiker, Buddhisten, Meditation, Bergsteiger, Produktdesignern und mexikanischen Todeskult.

Das Buch ist keine aus einem Guss geschriebene Dokumentation oder Diskurs. Die acht Kapitel leiten mit An- und Abmoderationen ineinander über, fallen aber eher heterogen aus. Während die ersten Kapitel noch halbwegs eng am philosophischen/psychologischen/therapeutischen Diskurs dran bleiben, wirken die Kapitel sechs, sieben und acht wie angeflanscht und klingen mehr nach Reiseberichte nach Kenia, Michigan und Mexiko.

Aber am Ende des Buches sind mir trotzdem zahlreiche Notizen und angestrichene Passagen geblieben. Weil Burkeman von der journalistischen Seite kommt, findet er eine andere, authentischere Sprache als man es sonst von der Self-Help-Ecke kennt. Dafür wären keine 250 Seiten notwendig gewesen. So muss jede|r für sich entscheiden, ob es so etwas braucht. Wenn am Ende des Tages irgendwas kleben bleibt, hat es ja seinen Zweck erreicht – egal ob auf 50 oder 250 Seiten.


Im Epilog stellt sich Burkeman der Frage, ob er denn inzwischen „glücklicher“ sei, mit all den Philosophien, Techniken und Erkenntnissen, die er für das Buch zusammengetragen hat. Burkeman kann diese Frage nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten und spricht vom „guten Reisenden, der keine festen Reisepläne hat und nicht vor hat, seine Reise zu beenden“.

Mit seinem Epilog spiegelt Burkeman auch meine Erfahrung mit diesen Themen und diesem Buch wieder. Egal ob Meditation, Achtsamkeit, MBSR oder ähnliches. Mit der Zeit lernst du, dass es für dich keinen fertigen Masterplan gibt, um deinen inneren Frieden zu finden. Es sind neue Werkzeuge, neue Techniken, die du kennen lernst. Einiges wird für dich passen. Anderes nicht. Einiges wird den Reiz des Neuen haben, aber nach einigen Wochen wieder in Vergessenheit geraten.

Am meisten Eindruck hinterließ bei mir das Kapitel rund um Eckhard Tolle und damit verbunden, der Diskurs um „Ich“, „das Ego“ und die Gedanken. Dies ist keine grundsätzlich neue Idee. Jeder der sich mit Meditation/Achtsamkeit beschäftigt, kennt diese Trennung zwischen dem „Beobachter“, der versucht auf die Atmung zu achten, und diesem anderen Ding, dass immer wieder Gedanken einwirft, die beiseite geschoben werden. Tolle spricht diese Trennung deutlich an.

„You are not your mind.“

Es braucht manchmal so kurze, banale Sätze. Nicht weil sie alles erklären, sondern als eine Art Mantra oder Mnemonic, der dir den kompletten Diskurs wieder ins Gedächtnis ruft.

Ein anderer Satz ist „Hast du jetzt ein Problem?“. Auch dieser Satz steht im Kontext des Kapitels rund um Eckhart Tolle. Er ist für mich eine Art gedankliches Stopp-Schild. Wenn die Gedanken wieder anfangen zu eskalieren und rum zu spinnen, ist es das Stopp-Schild, dass dich wieder zum Hier und Jetzt zurück bringt.


Zu Burkemans „The Antidote“ kann man vermutlich keine objektive Rezension geben. Zu stark wird die eigene Rezeption von der eigenen Position abhängen. Für Menschen, die sich noch nicht mit Meditation oder Depression beschäftigt haben, wird dies vermutlich nur ein weiterer Self-Help-Titel sein. Für andere Menschen, die bereits ihren zehnten _Retreat_ hinter sich gebracht haben, wird Burkemans Buch eher banal sein.

Ich falle in die Kategorie der Suchenden. Ich nehme jede Anregung mit. Auch die von Burkeman. Wieviel sie mir am Ende bringen, weiß ich noch nicht. „Reise“ und so…

4 von 5 Sternen

Was war. Ende Juni 2021

Seit letzten Dienstag steckt ein bisschen Uğur Şahin und Özlem Türeci in mir drin.

Als Selbstständiger und jemand ohne Hausarzt (wozu auch – bin nicht krank, bzw wenn, dann gehe ich zu Spezialisten) bekam ich zunehmend das Gefühl, durch alle Raster der Impfmöglichkeiten zu fallen. Geduldig habe ich mich in Sachen Impfpriorität hinten angestellt. Jo, ernsthaft: kein Thema, kann ich nachvollziehen.

Aber ich möchte eine Perspektive aufgezeigt bekommen, die aus mehr als nur warmen Worten besteht, dass ich irgendwann ein „Impfangebot“ bekomme.

Was fehlte, war eine Zusicherung von Bundes- und Landesregierung, dass die staatliche Impfinfrastruktur auch für die „prioritätslosen“ Menschen aufrecht erhalten wird. Zumindest in Hamburg gab es Gerüchte, dass das Impfzentrum in den Messehallen nach der Prio 3 bzw. nach Massenimpfung von Schülern, geschlossen werden würde. Seit letzter Woche heißt es: in absehbarer Zeit würde für das Impfzentrum die Priorisierung aufgehoben werden, und zumindest eine erste Impfung für alle angeboten werden – ehe dann aber das Zentrum dicht gemacht wird. Keine Aussagen zum Umgang mit der zweiten Impfung.

Vor diesem Hintergrund lief ich in den letzten Wochen zunehmend unrunder. Die Projektleiter & -in bei meinem derzeit größten Auftraggeber, recherchierten ob im Konzern eine Impfung auch für freie Mitarbeiter möglich sei – leider mit negativen Ergebnis.

Aber tatsächlich lief dann doch was über diese Connection. Rührenderweise hat eine Kollegin ihre Verbindung Richtung Mutter und die wiederum Richtung Arbeitskollegen spielen lassen. Und dann ging es am Dienstag alles ganz schnell: via Slack ein Hinweis der Kollegin, dass ich gleich einen Anr… und da klingelte auch schon das Handy. Um 13h30 wurde ein Termin verabredet. Um 14 Uhr kamen die Unterlagen per Mail. Um 14h30 schickte ich die Unterlagen zurück. Um 15 Uhr musste ich los – mit dem Rad zur Hafencity, wo ich um 16h20 meinen Impftermin hatte. Es wurde der Blutdruck gemessen. Und dann kam der Piekser und 15 Minuten Beobachtungszeit. Und ich schwang mich zurück aufs Rad. Bei schönem Wetter und durchaus euphorisiert.

Nachwirkungen: eigentlich keine, außer dass ich zirka einen Tag lang sowas wie „Muskelkater“ am linken Oberarm hatte.

Ich habe aber derzeit mit gestiegener Müdigkeit zu kämpfen, die nach der Impfung noch mal zunahm. Keine Ahnung, ob es mit dem drei Wochen Antibiose nach meiner OP und/oder meiner Impfung und/oder meiner durch OP und Sommerhitze etwas verfahrenen Schlafgewohnheiten zusammenhängt. Ich halte inzwischen mit Probiotika und Vitaminzufuhr gegen…

Things I worked on.

In zwei Projekten bin ich gerade konzeptionell unterwegs und in einem anderen Projekt bin ich gerade im Endkampf in Sachen „Third Party Cookies“ und Datenschutz-UI-Komponente.

Things I did.

Aus der Abteilung „Nature is healing“ habe ich mein erstes Spaghetti-Eis und mein erstes Sushi seit meiner OP gegessen.

Ich versuche mehr Zeit im Garten zu verbringen. Ich habe Erdbeeren und Blaubeeren gepflanzt. Die Himbeeren lassen sich gut an – sofern sie nicht von den Ameisen massakriert werden. Der wilde Brombeer-Strauch hat erstmals seit ich hier wohne, Blüten bekommen – könnte also Früchte tragen. Nicht ganz so gut, geht es den aufgezogenen Zucchinis. Zwei Zucchinis wurden bereits durch Nacktschnecken übelst angefressen.

Things I read.

„Tagebuch eines Killerbots“ ausgelesen. Eher so… na ja … Luft nach oben.

Martha Wells: „Tagebuch eines Killerbots“


Martha Wells‘ Reihe „The Murderbot Diaries“ hat inzwischen alles an Preisen abgesahnt, was es im SF-Bereich gibt: Hugo Award, Locus Award, Nebula Award. Zwei Jahre später erschien in Deutschland im Heyne-Verlag ein Omnibus, der die vier ersten Bände, die allesamt Novellen von ca. 150 Seiten Länge waren, zusammen bündelt.

Protagonist irgendwo in der fernen Zukunft ist „Murderbot”, bzw deutsch: „Killerbot“, eine „SecUnit“, ein Roboter mit menschlichen Bestandteilen, die von „der Firma“ als Sicherheitskraft an Forschungsexpeditionen vermietet wird, um sie beim Erkunden von fremden Planeten vor Flora und Fauna zu schützen.

Killerbot hat aber das Überwachungsmodul der Firma in seinem Kopf gehackt und agiert daher recht eigenständig und mit zunehmenden „Selbst-Bewusstsein“.

Allerdings entschied sich Wells gegen eine philosophische Diskussion à la Bladerunner, Westworld et al., wieviel Mensch in einen Roboter stecken kann. Stattdessen bog sie an der Ausfahrt „Unterhaltungsliteratur“ ab.

Killerbot begleitet eine Forschungsmission auf einen fremden Planeten und die entgleitet, als ein Großkonzern versucht seine Pfründe zu sichern. Die vier Novellen sind zwar in sich abgeschlossen, bilden aber in Gänze einen Storybogen rund um Killerbot, die Forscher und bösen Großkonzerne.

Es ist unterhaltsam geschrieben, aber es gibt etliche Gründe, die gegen die von Heyne gewählte Erscheinungsweise als 580 Seiten starkes Buch sprechen. Als kleine Häppchen genossen, mag sich Killerbot noch gut lesen. Aber bei den vier Novellas in einem Rutsch, wird es monoton. Dazu wiederholen sich die Spannungsbögen und die typischen Macken von Killerbot. Der Sarkasmus und die Beobachtungen von Killerbot haben nicht die Tiefe, um das dicke Buch zu tragen.

Es gibt einige Aspekte, die das Buch interessant machen. So zum Beispiel die subtile Annäherung von Killerbot an das „Mensch-Sein“ – zuerst aus Tarnung, aber dann auch … aus emotionalen Gründen? Dazu die Beschreibungen der Eigenarten einiger AIs und der Umgang mit den omnipräsenten Medien. Man ahnt, dass Wells einiges mehr an World Building in Reserve hat, als sie leider raus lässt. Doch leider bleibt es bei Gesellschaftsformen nur bei bloßen Andeutungen.

Wenn man mit „Killerbot“ nicht mehr als die Reiseflughöhe „Unterhaltung“ erreichen will, ist der Omnibus von Heyne ganz okay. Größere Ambitionen werden zumindest mit Band 1 nicht befriedigt.

4 von 5 Sternen.

Was war. Zweite Juni 2021-Woche

Über der Woche lagen dunkle Wolken – von mir selbstverschuldet. Neben der lauten Grundmelodie in Moll, gab es zahlreiche weitere, leisere Motive.

Mir sind die letzten Fäden am Oberkiefer gezogen worden. Die nächste Etappe wurde besprochen und es vermutlich auf einen Eingriff im Oktober hinauslaufen, der mich wieder für zehn bis vierzehn Tage ausknocken wird. Dann allerdings ohne Eingriff am Becken und damit keine vorübergehenden Einschränkung beim Gehen oder Radfahren.

Things I worked on.

Die dunklen Wolken der Woche hatten mit einem der laufenden Aufträge zu tun, wo ich mich unter der Woche indiskutabel verhalten hatte. Ich bekam Dinge in den falschen Hals. Eigentlich ist die Sache nun abgehakt. Aber uneigentlich trägst du halt immer noch für ein paar Tage oder Wochen den Rucksack der Reue und Scham auf deinen Rücken.

Fachlich gefällt es mir nicht, wieviele Dinge wir immer noch aus der QA zurück bekommen. Ich kriege da noch keinen Finger drauf, wie wir Entwickler die Probleme früher abgefangen bekommen.

Zum ersten Mal in diesem Jahr bekam das Parallel-Projekt mehr Zeit von mir. Mein aktuelles Thema (irgendwas mit Third-Party-Cookies) wurde unter der Woche zum Prio 1-Thema deklariert.

Dort startete ich die Woche noch auf einem sehr fundamentalen Niveau um mich dann sukzessive an einer bestimmte Ausprägung des Themas hoch zu arbeiten. Die Woche hat sich angefühlt, wie ein Jongleur, dem immer mehr Bälle zugeworfen werden, weil dir immer mehr zu berücksichtigende Bedingungen einfallen, die du noch in Code umsetzen musst. Aber morgen früh kann ich die erste Ausprägung des Themas als „Beta“ vorzeigen.


Aus beruflichen Gründen musste ein dritter Arbeitsmonitor her. Um Platz auf meinem Arbeitstisch zu sparen, habe ich einen der Monitore auf hochkant gedreht (2560 Pixel hoch, 1440 Pixel breit) – und nach einer Woche wieder auf quer gedreht. Es gibt im Laufe eines Tages zu viele Momente, an denen du zwei Fenster breiter als 1440 Pixel haben willst, oder das Fenster, welches auf dem Hochkant-Monitor ist, nun aber in breit haben möchtest – es artete einfach in eine permanenten Fenster-Schieberei aus…

Weitere Erkenntnis aus dem Monitorkauf: wer 4k zum Lesen und Entwickeln haben will, muss zwingend etwas größeres als 27-Zoll nehmen. Das ist nix, was man acht Stunden am Tag haben will. Aber überraschend: wie exzellent die Skalierung auf 2560 Pixel runter ist. Es sieht wie native 2560 aus.

Things I did.

Ich fahre wieder mit dem Rad. Das Becken musste nach dem Eingriff erst wieder verheilen. Letztes Wochenende konnte ich erstmals zum Einkaufen wieder 2km mit dem Rad fahren. Im Laufe der Woche habe ich meine Reichweite vergrößert, bis hin zum Freitag, als ich zuerst 2x 10km zum Arzt und am Abend 2x 9km zum Einkaufen in meinen Stammsupermarkt gefahren bin. Keinerlei Schmerzen, Ziehen o.ä. gehabt.


Einen schönen Samstagnachmittag verbracht. Fast wie ein bisschen Urlaub. Zumindest komplett den Kopf ausgeschaltet. Und das erste Spaghettieis der Saison eingenommen.

Things I read.

Diese Woche angefangen: The Murderbot Diaries #1 – All Systems Red von Martha Wells. Deutsch: „Tagebuch eines Killerbots“.

Ein Science-Fiction-Roman aus Perspektive eines „Konstrukts“, halb Roboter, halb künstlicher Mensch. Stand heute, bin ich bei 45% des Buches angelangt. Bislang ist der Roman von überschaubarer Gravitas, aber durchaus unterhaltsam.


Carthago, Band 1 bis 10. Ein Comic, den ich in den letzten Wochen durchgelesen habe und zu dem ich vermutlich noch was schreiben werde.

Kurzfassung: es startet mit einem roten Faden, doch die Story schlägt immer wildere Haken. Irgendwann so um Band 5 oder 6 herum, frug ich mich, ob der Leser es eigentlich merken würde, wenn er die Bände in zufälliger Reihenfolge lesen würde. Ich glaube Nein und das ist ein Problem, für etwas, das von Anfang an, nur so vor Ambitionen und eigener Wichtigkeit (Ökothriller! Kapitalismus-Kritik!!) trieft.

Things I watched.

Anlässlich der Euro2020 habe ich mir ein Monatsabo für Magenta TV geholt. Ich bin im Positiven wie im Negativen überrascht.

Nicht unclever von der Telekom: durch eine Premium-Einbindung der Medienbibliotheken von ARD, ZDF und dem RTL-Konzern ein sehr umfangreiches Angebot abzubilden – auch wenn es letztendlich nur ein sublizenziertes Angebot ist.

Merkwürdig: ich habe keine Ahnung, ob es zB durch die UEFA vorgegebene lizenzrechtliche Einschränkungen sind. Magenta TV fühlt sich wie ein Online-Angebot an. Aber die EM-Spiele kannst du dir nicht On-Demand ansehen (oder ich bin zu doof). Du musst die Spiele aufzeichnen lassen, wo sie in deine persönliche Cloud landen. Und wenn du dir deine Aufzeichnungen anguckst, kannst du auch nicht wild in der Timeline umherspringen, sondern nur 10 Sekunden vor- oder zurückspulen.

Eine ganz merkwürdige, ungelenke Umsetzung.

War war. Erste Juni 2021-Woche

Das war die erste volle Arbeitswoche nach meiner OP. Ich hatte zwar nicht geplant, daraus eine 40-Stunden-in-5-Tage-Woche zu machen. Aber dit wurde es dann.

Things I worked on.

Zwei Wochen lang aus zwei Projekten raus zu sein, heißt auch, sich in den ersten Tagen erst langsam wieder einzugrooven. Was ist passiert? Was ist der Stand im Sprint? Ist irgendwas im Projektmanagement passiert?

Nach so einer Pause fällt wieder auf, mit wievielen Non-Themen man sich in konzerngeführten Projekten beschäftigen muss. Server-Pipelines, die den Code nicht durchbauen. Neue persönliche Zertifikate zur Authentifizierung im Konzern beantragen. Während alles noch auf die letzten anderthalb Sprints des zweiten Meilensteins starrt, bereits den dritten Meilenstein evaluieren. Aus dem Stehgreif heraus, vor der versammelten Frontend-Runde eine Diskussion über persönliche Workflows anstossen. Nachdenken über die Führung anderer Projektmitglieder.

Der Koloss der Woche war eine Code-Review im Projekt A. Ein eher simples Modul wurde grundlegend in der Optik verändert und verkompliziert. Es eilte, weil das Modul idealerweise in der nächsten Woche ausgerollt werden soll. Aufgrund anderer Themen und Telefonkonferenzen u.ä., bin ich am Donnerstag erst gegen 15 Uhr zur Review gekommen. Dann musste ich erst alle Anforderungen einsammeln: Dokumentation, Designs, Tickets, Redaktionsoberfläche der bestehenden Implementierung mit etwaigen Konsequenzen für die Migration.

Irgendwann gegen Halb Zwölf war ich dann durch – abends noch mal mit einer halben Kanne French Press hochgepusht – und in der Nacht nicht mehr so richtig wieder runtergekommen. Weswegen ich den Freitag eher lau angegangen bin. Stundensoll war eh erfüllt.

Things I did.

Am Dienstag zog der Arzt den nächste Schwung an Fäden. Doktor war „sehr“ zufrieden mit dem Heilungsverlauf. Wir haben auch grob über das Timing der kommenden Monate gesprochen.

Die ganze Woche über, schien die Sonne. Entsprechend habe ich auch einiges im Garten getan. Vertikutiert. Noch einmal runter geschnitten. Rasenaktivator/Dünger/Samen eingearbeitet (es ging nicht früher, weil keine Zeit bzw schlechtes Wetter).

Donnerstagabend minutenlang zugeguckt, wie zwei junge Fledermäuse sich gegenseitig ums Haus gejagt haben.

Am Samstag erstmals nach der OP wieder Rad gefahren – je 2km zum Einkaufen hin und wieder zurück. Danach hat es etwas in der Leiste gezogen. Ich versuche im Laufe der Woche meine Reichweite zu steigern und vielleicht kann ich zum nächsten Arztbesuch, am Freitag, mit dem Rad hinfahren (10km hin & 10km zurück).

Reading List

Things I watched.

For All Mankind, Apple+

Ich werde weiterhin mit der Serie nicht warm – inzwischen bei S1E07 angelangt. 20% an Personal, das mich interessiert, stehen 80% gegenüber, mit denen ich nichts anfangen kann. Und die Story nimmt mich nicht gefangen.


Risking My Life To Settle A Physics Debate, Veritasium – Derek Mullers „Veritasium“ gehört zu meinen Lieblings-YouTube-Kanälen. Er versucht darin, praktische und theoretische wissenschaftliche Phänomene zu erklären. In dem etwas reißerisch getitelten Video, geht es um einen Selbstversuch in einem Landfahrzeug mit Windrad: kann etwas, was nur vom Wind angetrieben wird, schneller als der Wind sein?

Things I played.

Ja, leider noch nicht dazu gekommen, es anzuspielen. Aber auf Steam wurde mir ein Bundle von Klei angeboten („Don‘t starve Together“, „Oxygen Not Included“, „Invisible Inc.“) und mir ist aktuell nach „Oxygen Not Included“ – wie geschrieben: dummerweise am Wochenende noch nicht dazu gekommen, es anzuspielen.

Things I listened to.

Merkwürdige Woche. Ich habe so wenig Radio und Podcasts wie seit Monaten nicht, gehört. Während der Arbeit habe ich überwiegend meinen Schwung an noch nicht abgehörten FM4 Unlimited“-Mixes abgearbeitet.

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