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Was war. Anfang November

Auch in der ersten November-Woche habe ich die Tage nicht zufriedenstellend aufgegleist bekommen. Die Zeit rennt davon, während man die To-Do-Liste in der Kopf abarbeitet. Unter der Woche wird vieles nach hinten geschoben und am Wochenende kommt das nach Hinten geschobene dran und lässt andere Dinge hinten rüber fallen (derzeit: Comics).

Dazu kommt eine gehörige Portion durch die US-Wahl getriggertes „Doom-Scrolling“, das auch überraschend weite Teile meines Umfeldes ergriff.

Things I worked on.

Momentan wird im Hintergrund an den Weichenstellungen für Kundenprojekte der ersten 2021-Wochen und -Monaten gewerkelt. Da sind im Laufe der letzten Woche alle Farben dabei gewesen: rot, gelb und grün.

Von einer Kundin verabschiede ich mich nach fast 20 Jahren, weil sie zum Jahreswechsel in den Ruhestand geht und das Unternehmen verkauft hat. Heute habe ich die Verabschiedung auf der Website publiziert. Das hat mich etwas angefasst.

Für eines der Kundenprojekte erstelle ich gerade eine Beispielseite in Chinesisch. Darüber werden Absprachen mit einem „natural speaker“ erfolgen, wie das CSS auszusehen hat, um die Lesbarkeit der Texte zu gewährleisten. Angeblich sollen zumindest eine größere Spationierung und ein Absatzeinzug notwendig sein.

Ein Abgleich mit „richtigen“ chinesischen Websites gibt das aber nicht her. Auffällig ist dort der größere Zeilendurchschuss, der zwischen 180% und 220% liegt (bei „westlichen“ Websites eher 120–150%).

Things I did.

Das Microsoft Surface-Gerät ist abgekommen. Das Gerät macht einen guten Eindruck. Dass der IE11 noch drauf war, hat mich sehr gefreut, weil es das Testen sehr viel schmerzfreier macht, als irgendwelche VMs hoch zu fahren. Ansonsten hinterließ Windows einen gemischten Eindruck. Ich habe mich gewundert, welche Bullshit-Applikationen per Default installiert wurden („Mobilfunktarife“ anyone?) und wie schwachbrüstig (nope: unbrauchbar) die Default-eMail-Applikation war. Die Systemeinstellungen sind maximalst unübersichtlich und unstrukturiert.

Paradebeispiel: eine Applikation verlangt Anmeldedaten. Der Fokus geht auf das Eingabefeld für den Usernamen und die On-Screen-Tastatur erscheint. Dann geht es zum Passwortfeld und … die On-Screen-Tastatur verschwindet. Man kann den Fokus wechseln so viel man will: ist der Fokus auf dem Passwortfeld, ist die On-Screen-Tastatur weg. Abhilfe schafft ein Tap auf ein Taskbar-Icon halbrechts – dadurch kann man die On-Screen-Tastatur forcieren – aber das ist meilenweit weg, von anfängerfreundlichen UX.


Nachbarn der Siedlung haben ihre Sichtschutzblenden ausgetauscht und weil sie gesehen hatten, dass meine schon runtergekommen waren, fragten sie mich, ob ich sie haben wolle. Eigentlich wollte ich erst nächstes Jahr die Sichtschutzwände austauschen, aber wenn die Gelegenheit nun schon da ist.

Unter der Woche habe ich, über 3–4 Einkäufe verteilt, entsprechende Zaunpfosten, Einschlaghülsen, Schrauben, Winkel, Holzlasur, Wasserwaage und so, eingekauft. Nach dem das Wetter zumindest bis Donnerstag wohl trocken bleibt, habe ich gestern und heute den Zaunpfosten zwei Lasur-Anstriche verpasst. Next up: Reinigen und evtl. Lasieren der Sichtschutzwände. Eventuell dann am nächsten Wochenende der Aus- und Einbau der Wände.

Things I played.

Seit Monaten erstmals wieder ein Computerspiel gespielt: „Rimworld“.

Meine erste Kolonie hat nur drei Tage überlebt. Ich hatte von der Zusammenstellung keine Ahnung gehabt und es zugelassen, dass die Dreier-Gruppe aus zwei Personen bestanden, die über quasi null handwerkliche Eigenschaften verfügten oder manuelle Tätigkeiten durchführen wollten. Am dritten Tag ist die einzige Arbeiterin von einem tollwütigen Eichhörnchen gebissen worden und binnen 17 Stunden verblutet.

In der zweiten Kolonie läuft es besser – wieder drei Frauen, die sich aber alle anpacken und bislang sind auch keine internen Konflikte aufgebrochen.

Things I listened to.

Eine meiner wichtigsten musikalischen Inspirationen ist Don Letts auf BBC 6 Music. Letzten Sonntag waren im „Crucial Vinyl“-Segment Dreadzone mit ihrem 93er-Album „360º” dabei. Ich gebe zu, dass mir der Name nichts sagte, aber das letzte Stück war in der Tat in den 90er Jahren eines jener Stücke nach denen ich süchtig war: House of Dread (Dreadzone hatten 1996 mit „Little Britain“ einen kleinen Chart-Erfolg)

Was war. Oktober

Der Oktober geht diese Woche zu Ende und nach einer fünfwöchigen Blogpause geht es hier wieder weiter.

Es hat in den letzten Wochen zeitlich einfach nicht mehr gepasst. Im Job ist „t5“ auf eine neue CMS-Version gehoben worden. Das zweite Projekt, Codename „2020“, ist ebenfalls gestartet. Die Zahl der Telkos hat ebenso zugenommen, wie die Zahl der verwendeten Sprachen. Die „2020“-Telkos werden i.d.R. in Englisch geführt.

Mit dem Monatswechsel hat mich zuerst eine zehntägige Darmgeschichte geschlaucht, inkl. Schonkost bis zum Abwinken. Anschließend kam eine größere Zahnarzt-Geschichte dran. Die hat mich für anderthalb Tage ausgeknockt und mir nochmal zehn Tage Schonkost verpasst.

Dazu kommen regelmäßige wöchentliche Termine bei der Psychotherapeutin und Meditationskurs (yep). Jeder Termin findet am Grindel oder in Altona statt. Das heißt übersetzt: eine Stunde Hinfahrt und eine Stunde Rückfahrt. Jeder Termin brennt dir also drei bis fünf Stunden vom Tag weg.

Das klingt dramatischer als es ist. Ich habe als Selbständiger den Vorteil (und dies kann ich aktuell gar nicht dick genug unterstreichen), dass ich in meinem Tagesablauf recht große Flexibilität habe. Solche Termine kann ich daher relativ entspannt angehen und ich genieße die Radfahrten zu den Terminen. Die Arbeit schwappt dann halt mal auch in die Abendstunden oder ins Wochenende rein. Passt schon. Es fallen halt einige Dinge hinten runter. Zum Beispiel das Bloggen.

Ohne Darmprobleme und Nachwirkungen zahnärztlicher Behandlungen, pegelt sich mein Alltag allmählich wieder ein – was sich grad wie eine passende Überschrift zu meiner derzeitigen Verfassung anhört.

Things I worked on.

Oben bereits erwähnt: die Kundenprojekte „t5“ und „2020“, die fachlich gar nicht so weit auseinander liegen: das Basteln von Frontend für die Abteilung „Templating“. Bei „2020“ ist heute ein spannendes Problem aufgetaucht: das Handling von Touch- vs Non-Touchdevices. Nein, besser: das Handling von Geräten, die in der Schnittmenge zwischen Touch- und Non-Touchdevices sind. Also Dinge mit Touchscreen und Tastatur/Maus.

Zum Beispiel bei einem Laptop mit Touchscreen und Maus, hat unsere aktuell verwendete CSS- und Javascript-basierende Touch-Erkennung (any-pointer: coarse) die Macke, dass der Touchscreen erkannt wird, obwohl die Maus verwendet wird. Dadurch wird z.B. ein Pulldown-Menü von Mouseover- auf Click-Events umgeschaltet.

CSS-Tricks hat vor einem Monat eine aktualisierte Version eines Artikels von Patrick H. Lauke veröffentlicht, der zu diesem Thema eine Referenz darstellt: „Interaction Media Features and Their Potential (for Incorrect Assumptions)“.

Ich muss mir den Artikel noch einmal en-detail durchlesen, unter Berücksichtigung zweier Aspekte.

1/ Muss ich das Verhalten dieses einen Dropdown-Menüs (zur Sprachauswahl) wirklich als „Entweder-Oder“ behandeln (Wenn Touch, dann x. Wenn Non-Touch, dann y) oder gibt es Entsprechungen des alten Web-Paradigmas „degrading gracefully“?

2/ Muss ich die Touch-Erkennung über any-pointer: coarse; hinausgehend, aufbohren (pointer,hover) um immer häufiger vorkommende Geräte wie „Laptop mit Touchscreen & Trackpad” abzufangen?

Things I did.

Nicht nur das Bloggen ist hinten über gefallen. Gartenarbeit war auch nur mäßig möglich. Immerhin: dieser Garten-Entzug sorgt für ein wesentlich positiveres Verhältnis zum Laub rechen. Dreimal die Woche am späten Nachmittag wird das Harken von Laub plötzlich zur Entspannung.

Anfang Oktober habe ich eine dreistellige Zahl an Blumenzwiebel in den Garten versenkt (I kid you not – die Narzissenzwiebeln hatten sich im Frühjahr massiv vermehrt).

Tomaten reifen im Karton heran

An Gemüse konnte ich noch etliche Zucchini ernten (die letzte Zucchini landete am Wochenende in einem Curry). Nicht ganz so gut erging es den Tomaten, deren Sträucher mir aus verschiedenen Gründen, unter den Händen weggefault sind. Als richtig erwies sich die Entscheidung, vorzeitig die grünen Tomaten zu pflücken und zuhause im Warmen & Dunklen zu lagern. Zwar liefen da auch nochmal knapp die Hälfte mit Braunfäule-artigen Symptomen an und wurde ASAP weggeschmissen. Aber 25 Tomaten haben sich gehalten. Und nach nun knapp 5–6 Wochen, werden die ersten orange und rot.

Things I watched.

„Kai is healing“ oder so. Wie zu allesaussersport-Zeiten. Zumindest an einem Tag am Wochenende läuft den ganzen Tag der Fernseher und es läuft Sport – aktuell Rugby, vorzugsweise der Mitre 10-Cup (neuseeländische Provinzmeisterschaft – alles andere wäre zu ordinär…). Sieben Spiele pro Wochenende. Die plätschern vor sich hin. Der Sound wird drahtlos über die ganze Wohnung verteilt. Ich schaue immer wieder mal rein, während ich die Wohnung sauber mache, im Garten was erledige, Umsatzsteuervoranmeldung schreibe oder die Wäsche aufhänge.

Ich bin aktuell mit dem vierten Spieltag durch (vulgo: ich hinke drei Wochen hinterher) und wie zu besten allesaussersport-Zeiten, fange ich in dieser mir bislang unbekannten Liga an, Strukturen, Geschichten und Charaktere zu erkennen.

Fun Fact: anscheinend kennt man keine Auswärtstrikots und die Teams treten immer in den gleichen Farben an, was schon mal für Zuschauer harte Kost werden kann, wenn die Schwarz-weiß-gestreiften gegen die Schwarz-weiß-rot-gestreiften antreten.

Quasi identische Trikots
Hawke‘s Bay gegen Counties Manukau

Things I enjoyed

Karte der Fahrradstrecke Schlump – Langenhorn

Strange Geschichte, aber die Rückfahrt von meinem Meditationskurs am letzten Mittwochabend hat mich komplett geflasht. Es war eine Strecke, die ich im zweiten Teil schon kannte und in einigen Anläufen optimiert hatte: die neue Fahrradstraße Högenstraße, Spannskamp, Hagenbecks Tierpark, Lokstedter Grenzstraße, Deelwisch, Niendorfer Gehege und ab Vogt-Cordes-Damm durch die Siedlung am Teutonenweg.

Neu war für mich der erste Teil: ab Schlump über die neuen Radwege an der Christuskirche in den Weidenstieg rein, wo sie das üble Pferdekopf-Kopfsteinpflaster fahrradfreundlich neu verlegt haben. Über den Ring 2 drüber, ist die Tornquiststraße nun auch eine Fahrradstraße und dann hinter einem neuen Kreisverkehr am Heußweg durch die ruhige Sillemstraße bis zur Högenstraße. Ein richtig entspannter Abschnitt.

Auf der 15km langen Gesamtstrecke hatte ich sage und schreibe fünf Ampeln und die letzte Ampel war bei der Querung der B447, ziemlich genau bei halber Strecke. Ich konnte schnell und sicher fahren. Es gab um die Uhrzeit wenig Verkehr und ich fuhr einen 22kmh-Schnitt, was ich für den Stadtbereich als sensationell empfand und mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat.

Was war. KW38

Eine Woche wie ein Gemischtwarenladen. Viele Dinge angefasst. Einiges ist vorwärts gebracht, anderes ist im Schwebezustand oder zieht sich hin. Ziele sind ausgesprochen worden – mit Zeithorizont Ende 2021. Vorsätze sind so auf Whiteboard-Folie niedergeschrieben, dass ich sie mehrmals am Tag zu sehen bekomme.

Einerseits musste ich mein Arbeitspensum höher schrauben. Andererseits war ich an drei der fünf Arbeitstagen tagsüber unterwegs zu Läden und anderen nichtberuflichen Terminen, was natürlich durch Abendschichten kompensiert werden musste.

Things I worked on.

Knock, Knock, Knock. Das zweite Projekt ist über die Schwelle getreten und letzte Woche auf meinem Schreibtisch gelandet. Zum Projekt „v20“ war ich erstmals bei den Gesprächen dabei. Beim Design schlagen die ersten abgenommen Module und Seiten auf, während frontendseitig die Werkzeuge zusammengestellt werden und mit dem Fundament (Grid, Navigation) angefangen wird. Für mich von besonderen Interesse: anhand eines zweites Projektes sehen, wie ein Designer seine Designs in Sketch aufbaut und verwaltet.

Im Projekt „t5“ gibt es just in diesem Bereich derzeit viele Diskussionen. Abseits davon, habe ich für „t5“ die vergangene Woche an einem alternativen Basis-Layout gearbeitet, dass in einigen Szenarien zum Einsatz kommen wird. Kommende Woche wird mein Schwerpunkt im Schreiben von Tests liegen, um den kommenden Schwenk auf eine neue Version des CMS‘ zu unterstützen.

Things I did.

Im Garten zeichnet sich für die selbstgezüchteten Tomaten ein worst case-Szenario ab. Bei der Erkrankung handelt es sich um die Braunfäule. Laut Auskunft im Baumarkt, grassiert die Braunfäule dieses Jahr besonders stark, als Folge von phasenweise starken Niederschlägen, wenig Sonnenschein und wenig Wind. Die Feuchtigkeit wird nicht schnell genug abgebaut und der Stamm fängt punktuell an zu gammeln. Die Braunfäule breitet sich dann aus.

Zirka 90–95% meiner Tomatensträucher sind davon befallen und das maximalste was ich da raus holen kann, ist die Tomaten-Rispen so spät wie möglich runter zu nehmen und die Tomaten im Haus nachreifen zu lassen. Nur zwei etwas abseits stehende Sträucher scheinen noch nicht befallen worden zu sein.

Die Zucchinis pfeifen aus dem letzten Loch. Durch die wesentlich tiefer stehende Sonne und die starke Abkühlung nachts, hat sich das Wachstum verringert. Ich denke ein bis zwei Zucchinis werde ich mindestens noch ernten können.

Die Fauna draußen, wird durch Krähen und Elstern dominiert, so wie durch die Eichhörnchen, die sich den ganzen Tag durch den großen Walnussbaum fressen.

Am Freitagnachmittag ist mir am Rad hinten eine Speiche weggeknackt – mitten auf kinderpopo-glatten Asphalt. Vermutlich eine „Stressfraktur“. Ich fahre aktuell durch Ecken, für die man die Stadt Hamburg eigentlich in Regress nehmen müsste, wg. nicht behobener Straßenschäden.

Mein aktuelles Highlight ist die Einmündung der neu eröffneten Fahrradstraße Högenstraße in den Langenfelder Damm. Die Fahrradstraße besitzt an der Einmündung eine Kante der Marke „felgenbrechend“. Noch schlimmer: wer stadtauswärts aus dem Langenfelder Damm in die Höhenstraße abbiegt, wird aufgrund des Straßenverlaufs beim Abbiegen zu einem recht flachen Winkel verleitet. Kombiniert mit der hohen Kante, riskiert man als Radfahrer auf die Fresse zu fallen. Will man stattdessen zum „Nehmen der Kante“ im 90 Grad-Winkel abbiegen, muss man auf dem Langenfelder Damm einen Bogen von der Fahrbahnmitte aus ansetzen – was man auf dem Langenfelder Damm nicht wirklich möchte – und riskiert dann auf der Högenstraße vom linksabbiegenden Gegenverkehr auf die Hörner genommen zu werden, weil der ebenfalls sehr mittig steht und dem Radfahrer nur wenig Platz lässt.

Auf der positiven Seite für mich als Radfahrer, sind die neuen und breiteren(!) Belage für die Spazierwege in Niendorf und Langenhorn, entlang dem Tarpenbek-Wanderweg und Rahwegteich.

Mein Rad habe ich noch nicht zur Reparatur gegeben – am Montag und Dienstag muss ich für zwei Arzttermine zum Grindel und nach Bahrenfeld fahren.

Things I read.

Ich habe den Hauptstrang von Black Hammer zu Ende gelesen. Um es vorweg zu nehmen: es hinterlässt mich etwas ratlos, ob ich es ob des weggeworfenen Potentials verreißen soll oder mich an den gelungenen Passagen erfreuen soll. Ich würde zu gerne wissen, was da bei Jeff Lemire und Dean Ormston abgegangen ist. Die offizielle Kommunikation (Schlaganfall, Reboot) überzeugt mich nicht.

Things I watched.

Nach fünf Wochen erstmals wieder Sport geguckt: am Samstag drei Rugby-Spiele aus Australien „on demand“.

Neuen Kaffee: 80/20-Espresso

Etikett der Kaffeeröstung

Ich habe eine neue Lieblings-Kaffeeröstung: „80/20 Espresso“ von Timo A. Meyer, der damit meine bisherigen Lieblinge von Quijote Kaffee ablöst.

Zwar hat auch diese Röstung noch nicht meine Probleme mit dem Ziehen von Espresso gelöst. Aber was „80/20“ auszeichnet, ist der Punch, die Durchsetzungsfähigkeit in der Milch, den die Röstung im Cappuccino besitzt.

Nach mehreren Wochen „80/20“ wirken andere Röstungen sehr flach – mich erinnert es an den Effekt, wenn man mehrere Wochen „Fritz Cola“ trinkt und dann plötzlich wieder „Coca Cola“ bekommt.

Was war. KW37

Things I listened to.

Bei mir derzeit in Endlosschleife und als Hintergrundmusik für den Blogeintrag geeignet: JP Nataf mit „Seul Alone“ (/via Nova La Nuit)


Vielleicht schreibe ich den Blogeintrag zu früh. Keine Ahnung. Im best case habe ich gestern Abend ‘nen Schalter umgelegt bekommen, nach dem ich am Donnerstagnachmittag in ein tiefes Loch abgestürzt bin. Vielleicht ist es aber auch nur eines von den unzähligen Male, bei dem die Umsetzung nach ein paar Tagen müde ausläuft und ich wieder von vorne anfange.

Things I worked on.

Bei t5 habe ich in der Woche recht geschmeidig ein größeres Ticket erledigt und dabei einen CSS-only Weg in der Umsetzung gefunden, der zwar den IE11 zurücklässt („degrading gracefully“ mit ein bisschen JS-Hilfe), denn ich aber recht clever fand – Stichwort: Aufspannen von Boxen in mindestens einem bestimmten Seitenverhältnis und ohne den alten Padding-Trick (weil hier IMHO nicht anwendbar).

Dabei bin ich auf die erste Inkompatibilität von SCSS aus der Vor-Dart-Sass-Zeit gestossen: SCSS verwechselt die CSS-native Funktion min() mit der eigenen min()-Funktion und wirft einen Syntax-Fehler. Workaround: calc( min() ).

Einmal mehr darüber nachgedacht, wie Design-Liefergegenstände für Content-Management-Systeme aus Perspektive von Frontendwickler auszusehen haben, bzw. die Abstimmung laufen sollte.

Vor der Tür steht ein zweites Projekt, dass sich aber noch nicht entscheiden kann, wann es über die Schwelle treten wird und wieviele Ressourcen es haben will.

Things I did.

Viel Garten. Ich habe weitere Zucchinis geerntet (u.a. gestern einen 460 Gramm-Exemplar). Die Tomaten reifen weiter vor sich hin – ich mache mir allerdings ein bisschen Sorgen, weil einige Sträucher an ihren Stämmen braune Stellen bekommen, die für mich ein bisschen nach Pilzerkrankung aussehen.

Ich habe den nächsten Stauden-Großeinkauf getätigt und werde bei Lieferung in der kommenden Woche etwas eskalieren – vor allem den bislang vernachlässigten Vordergarten.

Things I read.

Mit dem Geschenk eines Lesers angefangen: Black Hammer. Mir fällt es noch schwer, die Serie einzuordnen. Sie ist eine ungewöhnliche Interpretation des Superhelden-Genres (etwas von dem ich nicht glaubte, dass ich es 2020 noch schreiben würde…) und reizt damit zum Lesen. Problem: es ist mir auch nach zehn Heften unklar, ob ich noch in der Exposition, schon in der Klimax oder gar im Dénouement bin.

You don’t have a problem.

You have a solution you don’t like.

Was im August noch fehlte: Sternschnuppen

Der vielleicht erhabensten Moment der letzten Wochen, kam Mitte August, mit dem Perseiden-Sternschnuppenregen – ich habe mit 52 Jahren meine ersten Sternschnuppen gesehen.

Es war unter der Woche ein klarer Himmel. Ich bin in den kleinen Park am Tarpenbek-Rückhaltebecken, beim Kronstiegtunnel, gegangen und zu meiner Überraschung machten sich weder die Straßenlichter der Flughafen-Umgehungsstraße noch der Flughafen selber, negativ bemerkbar.

Gegen 22h30 war die Sonne soweit hinterm Horizont verschwunden, dass man anfing, mehr als nur die ganz großen Sterne oder Planeten wahrzunehmen. Ich hatte noch nie Sternschnuppen gesehen und wusste nicht wie sie aussehen. Eine Freundin, am Telefon dazu geschaltet, erklärte es mir. Dann sah ich meine erste Schnuppe. Und war fasziniert. Und bei den nächsten Schnuppen wünschte ich mir auch was – bislang ist nicht ein einziger der insgesamt fünf Wünsche in Erfüllung gegangen.

Das Faszinierende am Sternenhimmel, ist die Adaption der Augen. Einmal ein Muster verstanden, fangen sie an, die Muster wieder zu erkennen. Sei es Sternzeichen. Sei es das kurze Aufblitzen von Sternschnuppen. Sei es die inzwischen immense Zahl an Satelliten.

Am darauffolgenden Abend bin ich aus Hamburg rausgefahren und habe mich ins hohe Gras eines unbewirtschafteten Feldes hingelegt. Ich lag eine halbe Stunde oder eine Stunde im Gras. Ich legte mich immer wieder in einer anderen Richtung hin, um mich auf andere Bereiche des Himmels zu konzentrieren. Ich war alleine in meiner eigenen Blase und es war ausnahmsweise eine schöne, entspannte Blase, in der alles andere an Wichtigkeit verlor.

Was war. Anfang September.

Was war.

– Therapeutin: „Was tut Ihnen gut?
– Ich: „


… Hm… Keine Ahnung … Ich … Mir fällt nichts ein.


t5 – Die zweite zähe Woche im Projekt im Niemandsland zwischen Code-Reviews, Umheben des Projektes auf eine neue CMS-Version und noch nicht fertiggestellten Specs. Immerhin ist zu Ende der Woche alles aufgegleist und ich werde ab Montag wieder in den Code-Flöz hinabsteigen können.


Ich habe seit ziemlich genau einen Monat null TV gesehen – Streams eingeschlossen. Das Letzte war der vorletzte Spieltag von Super Rugby Aotearoa Anfang August. Mein letztes Computerspiel liegt noch länger zurück.

Ich laufe derzeit allgemein sehr unrund und das ist ein weiterer Datenpunkt, der mich ratlos macht.


Paris und Bordeaux sind in Frankreich zu roten Coronavirus-Zonen deklariert worden. Damit sind meine beiden geplanten 2020er-Urlaubsziele endgültig abgeschossen. Also Nordsee…


Eigene Zucchini

Garten – Die ersten drei Zucchini konnten von mir geerntet werden: 360g, 450g und 380g. Nummer vier wird in den nächsten Tagen folgen und drei bis vier weitere sind am Wachsen.


Erstaunlich wieviel man retrospektiv über seinen Leben lernt. Diese Woche erfahren, was der eigentliche Auslöser für ein Beziehungsende vor 23 Jahren war.


Am heutigen Sonntag wieder eine Freundin in Neugraben besucht – da die Retheklappbrücke im Freihafen gesperrt ist, heute mal als Hinweg via Hafenfähre über Finkenwerder gefahren, durch das Alte Land, bei dem die Obstbauern derzeit per Gabelstapler Äpfel palettenweise hin- und her transportieren. Die Hafenfähre nicht mitgezählt, war die Strecke zwar acht Kilometer kürzer, hat aber brutto die gleiche Zeit benötigt (exklusive fünf Minuten Wartezeit auf die Fähre).

Zurück ebenfalls zwei neue Streckenabschnitte ausprobiert um die nervige Cuxhavener Straße zu vermeiden.

Anfangs den Fischbeker Heideweg nicht ganz durch fahren, sondern diagonal über die Schwarzen Berge abkürzen – mit zwei richtig bösen Steigungen.

In Harburg dann die Seehafenstraße nach Norden verlassen und auf den Deichwegen über die Harburger Hafenschleuse auf die Alte Harburger Elbbrücke stoßen. 36,4 Kilometer, also dezent kürzer und mit 1:56 erstmals auf der Strecke unter zwei Stunden geblieben. Ich glaube, bei diesem Weg werde ich bleiben.


Nach 28 Jahren endlich dazu gekommen „Metropol“ und „Metropol A.D.“ von Ted McKeever durch zu lesen. Rezension folgt.


Wahnsinnig unstete Launen. Die gute Nachricht: die ganz tiefen Löcher sind nicht mehr dabei. Die schlechte Nachricht: dafür werden öfters Halbtags-Löcher eingestreut.

Vision is the bottleneck of talent.

Most talent is wasted because people do not clearly know what they want. It’s not a lack of effort, but a lack of direction.

There are many capable people in the world, but relatively few that focus on what matters.

Ted McKeever (1): „Eddy Current”

Cover von „Eddy Current“
Cover des Trade Paperbacks von „Eddy Current“

„Eddy Current“ erschien 1987 als zwölfteilige Heft-Serie in einem kleinen Verlag und 1991 bei Dark Horse nochmals als Hardcover-Trade Paperback. Zeichner ist der US-Künstler Ted McKeever. Eddy Current war das zweite Comic-Projekt von McKeever und heimste etliche Preis-Nominierungen ein.


Der Untertitel des TPBs „A 12-Hour Book“ gibt die Struktur preis. Eddy Current ist Insasse in einer Irrenanstalt. Am späten Nachmittag bekommt er sein langersehntes Paket: den „Dynamic Fusion Suit“, den er sich via Coupon von der Rückseite seiner Lieblings-Comic-Serie „Amazing Broccoli“ bestellt hat, und der ihm Superkräfte verleihen soll und mit dem er Held sein und die Menschheit retten will.



Dummerweise sind die benötigten Batterien nicht beigefügt. Also schließt er den Anzug an die Steckdose seiner Zelle an. Er erzeugt damit einen Kurzschluss, der das Sicherheitssystem der Irrenanstalt bis zum Wachwechsel am nächsten Morgen um 6 Uhr, lahm legt. Zwölf Stunden Freiheit für Eddy Current. Zwölf Stunden um seiner Bestimmung, die Menschheit zu retten und wie sein Vorbild Broccoli, wie ein Held zu sterben, nach zu kommen. Die zwölf Hefte umfassen jeweils eine Stunde.

Die Serie lässt sich schwer fassen, weil sie zwischen sämtlichen Limits irrlichtert. Sie greift Genres auf, um sie zu parodieren, aber gleichzeitig das Fundament darauf aufzusetzen.

Es ist ein Superhelden-Comic, dessen Protagonist kein Superheld und unsympathisch ist und dessen Zeichner & Autor Superhelden-Comics bis zur Ekelgrenze lächerlich macht. Gleichzeitig basiert der ganze Spannungsbogen auf einen Helden-Showdown.

Die Akteure strotzen nur so vor falschen Gefühlen und enttäuschten Biographien. Mitleid verdient nur die „Nun“, die empathische Nonne, die aber gleichzeitig die am stärksten verblendete Figur ist und in Eddy Current die Wiederauferstehung von Christus sieht.


Die Geschichte ist wie ein zwölfstündiger Rausch durch die Nacht, der nur mühsam von einer Story zusammengehalten wird. Es sind McKeevers Schwarzweiß-Zeichnungen, die die Serie in eine andere Dimension heben. Kraftvoll, expressionistisch in Strich, Pinsel, Spiel mit den Flächen und Formgebung. McKeever ist konsequent und gnadenlos. Vier Jahre vor Frank Millers „Sin City“ (1991) geht McKeever an die Extreme der Schwarz-Weiß-Darstellung, ohne dass es, wie bei Miller, als „L‘art pour l‘art“ wirkt.


Interessant ist dabei die Wandlung von McKeevers Zeichenstil im Laufe der zwölf Hefte. Zu Beginn wirkt er noch zaghaft im Ausdruck seines Striches und im Einsatz von schwarzen Flächen. Er behilft sich mit Grauwerten per geklebter Rasterfolie. Ab dem dritten Heft (20 Uhr) wird die Rasterfolie kaum noch eingesetzt und verschwindet zugunsten eines extremen Spiels mit Weiß- vs Schwarzflächen und radierungenähnlichen Schraffuren. Outlines werden von McKeever gezielter eingesetzt oder weggelassen. Die Formsprache unterwirft sich dem Ausdruck und dem Gesamtlayout statt der inhaltlichen Darstellung.


„Eddy Current“ hinterlässt im Kopf einen Einschlag, den man aber nicht greifen kann. Es ist nicht die Story, denn sie bietet keine greifbaren Protagonisten. Die Story ist nur ein roter Faden, für das Toben der McKeever‘schen, zeichnerischen Urgewalt, die da nach einigen Heften ins Rollen kommt. Was haften bleibt, sind Bilder. Auch dreißig Jahre nach Erscheinen und zwanzig Jahre nach dem Frank Miller mit „Sin City“ das Thema abstraktes Flächen- und Formenspiel totgespielt hat, bleibt „Eddy Current“ als zeichnerische Ausnahmeerscheinung ganz oben im Regal stehen.

5 von 5 Sternen.

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