dogfood

Author: dogfood (page 1 of 12)

Ehrlich: ich habe keine Ahnung wie dieses Buch auf meinem eBook-Reader gekommen ist. Okay, ich hatte schon zwei Bücher von Suarez gelesen und anscheinend fand ich die Beschreibung so sexy, dass ich mir das Buch 2018(!) gekauft habe, als es damals 50% herabgesetzt war…

Suarez schreibt Thriller, die ein paar Jahrzehnte in der Zukunft liegen. Das erlaubt ihm, bestimmte Technologien in Richtung zu Extremszenarien weiter zu denken, bleibt aber immer noch nahe an unsere Zeit, um glaubwürdige Szenarien zu bleiben.

Es gibt für die Konzeption von Produkten und Dienstleistungen die Disziplin des Schreibens von spekulativen Szenarien, um daraus Designanforderungen, Forschungsziele u.ä. abzuleiten: „Wie wird das Internet 2040 aussehen“, „Wie werden Nachrichten 2050 konsumiert“, „Wie werden Menschen 2060 ihre Wäsche waschen“.

Was Suarez da auf 535 Seiten abgeliefert hat, wäre vermutlich auf 10 Seiten herunter komprimiert, interessanter gewesen … und angesichts seines offensichtlichen Desinteresse für Charaktere, auch ehrlicher. „Bios“ auf zehn Seiten eingedampft: so geht es mit der Gen-Technologie weiter, so entwickelt sich Südostasien, so leben Menschen in Metropolen, so entwickelt sich der Sklavenhandel etc…

Worum geht es in „Bios“: 2045. Kenneth Durand ist Leiter einer Interpol-Abteilung gegen den illegalen Einsatz von Gentechnologien an Menschen. Er wird gebeten, seine Ressourcen zur Verfolgung des Kopfes eines asiatischen Kartells, Marcus Demang Wyckes, einzusetzen.

Im Gedränge der abendlichen Rush-Hour in Singapur bekommt Durand eine Injektion verpasst und wacht nach fünf Wochen Koma auf: in der Haut des gesuchten Marcus Demang Wyckes. Die Injektion hat etwas gemacht, was als wissenschaftlich unmöglich galt: sie hat am lebendigen Menschen die DNA soweit verändert, dass aus Durand Wyckes wurde und sich nun im Polizeigewahrsam ist. Durand-Wyckes kann fliehen, versucht seine Unschuld zu beweisen und die DNA-Modifikation wieder rückgängig zu machen.

Der Plot hat Löcher, durch die ganze LKWs durch fahren können und ist künstlich aufgebläht. Suarez zeigt ein Desinteresse interessante Charaktere zu schaffen. Die Protagonisten wirken, als hätte Suarez sie sich in einem Rollenspiel zusammengewürfelt. Sie besitzen keinerlei Tiefe. Sie sind eine Aneinanderreihung eingängiger Versatzstücke.

Ebenso wenig Tiefe besitzt die zentrale Frage, die Suarez zwar in den Raum stellt, aber damit nichts weiter macht.

Wenn man sich nicht mehr darauf verlassen konnte, dass die DNA einer Person unveränderlich war, wie konnte man dann jemanden die Schuld an einer Straftat nachweisen?

Die Technologie könnte das Konzept der Identität selbst untergraben. Wer wer ist — [also] persönliche Verantwortlichkeit –, das war bislang die Grundlange allen Rechts

Was hätte wohl ein Philip K. Dick für ein dystopisches Szenario entworfen? „Der Dunkle Schirm“, der u.a. die Auflösung des eigenen Identitätsverständnisses durch Drogenkonsum schildert, zeigt den Unterschied, zwischen Auseinandersetzung mit dieser Frage und billiger Flugzeug-Lektüre. Ähnlich wie bei der Ausarbeitung der Charaktere, wirkt es wie Desinteresse von Suarez, etwas tiefer zu bohren.

Es war wieder eines der Bücher, wo ich nahe dran war, mittendrin abzubrechen. Das einzige was mich hielt, war die Hoffnung auf eine interessante Plotauflösung … aber die gab es nicht. Der Plot wurde so straight, wie befürchtet, aufgelöst. Am Ende bleibt als einziger Pluspunkt, wie Suarez aktuelle Entwicklungen an einigen Stellen interessant weiter gedacht hat. Aber für 535 Seiten ist das zu wenig und ich fühle mich meiner Zeit beraubt.

2 von 5 Sternen.

Moinsen. Die letzte Statusmeldung gab ich einige Tage nach meiner OP. Der gute Heilungsprozess hat sich weiter fortgesetzt. Alles gut verheilt. Die finale Nachuntersuchung wird allerdings erst in sechs Wochen stattfinden. Es wird nicht die letzte OP gewesen sein. Im Herbst wird es noch eine letzte OP geben — zur Nachbearbeitung und zum „Geraderücken“.

Die einwöchige Auszeit durch die OP habe ich als Entspannung empfunden. Danach ging mein Alltag schnell Richtung Orkus. Der Moloch Arbeit begann mich mal wieder immer stärker zu vereinnahmen. Die bei mir nur schwach ausgeprägten Schutzwälle wurden schnell durchbrochen. Meine Resilienz besitzt die Stärke einer japanischen Papierwand.

Der Glaube, dass mit dem Livegang von Projekt B im März die Schlagzahl nachlassen würde, und das restliche Jahr in einem normalen Wellengang weitergeschippert würde, erwies sich als Illusion. Aus allen Ecken und in beiden Großprojekten kommen alte und neue Themen hoch, teilweise mit hohem Bedarf an konzeptioneller Arbeit, die sich schlecht mit „wir haben im Sprint 13 Storypoints vorgesehen“-Arbeitsweise vereinbaren lässt, weil kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht zu komplett anderen Themen Meetings und Diskussionen gibt.

Es ist mal wieder die Zeit, in der du erst ab ca. 15 Uhr produktiv sein kannst, weil erst dann das Grundrauschen der Kommunikationskanäle nachlässt und du dich auf ein Thema fokussieren kannst. Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Vormittags und Spätnachmittags, liegt locker beim Faktor 2.

„Abhängigkeiten“ eint die meisten Baustellen als Grundthema. Du kannst x nicht machen, weil es y gibt, die wiederum von z abhängen, die dann nochmal ganz andere Wege gehen.

Things I worked on.

Im Projekt „A“ habe ich erstmals ein Akkordeon auf Basis der DETAILS und SUMMARY-HTML-Elemente verbaut. Der Anwendungsfall war recht einfach und wiederum so stark von der bereits vorhandenen Akkordeon-Implementierung entfernt, dass ich dies mal als Testlauf genommen habe.

Grundsätzlich hat es sich als angenehm einfach entpuppt. Bei zwei Bereichen, die hier für diesen Anwendungsfall nicht relevant waren, bin ich mir über die „Solidität“ dieser nativen HTML-Elemente noch nicht sicher.

  • Wie flexibel ist das SUMMARY-Element? Kinder-Elemente mit display: block; führen zu einer kaputten Darstellung.
  • Animation zum Öffnen und Schließen der Akkordeons. Ich fürchte fast, dass die Animation wieder eine per JS berechnete maximale Höhe braucht – was halt wieder die Vereinfachung durch den Einsatz von DETAILS/SUMMARY konterkarieren würde.

Die Limitierungen der Clipboard-API der Browser kennengelernt. Bei Einbettung eines iFrames einer anderen Subdomain, kann wegen Sicherheitsmaßnahmen der Browser, die Clipboard-API im JS der eingebetteten Seite nichts in die Zwischenablage schreiben. In unserem konkreten Anwendungsfall haben wir keine Chance über allow und Server-Header die Clipboard-API freigeschaltet zu bekommen. In den kommenden Wochen werden wir uns mal postMessage angucken…


Die Version von Stylelint aktualisiert. Ohhh Boy. SCSS-Linting wurde in ein Plug-In ausgelagert. Es wurden etliche neue Regeln eingeführt, teilweise mit Default-Einstellungen, für die die Formulierung „meinungsstark“ zu schwach ist… Beispiel: selector-class-pattern markiert alle Selektoren mit BEM-Notation als fehlerhaft.


Ich werde weiterhin mit Storybook nicht warm. Wenn du dich nicht in der React(o.ä.)-Welt bewegst, ist der Aufwand Komponenten zu schreiben überproportional hoch, weil du das Code-Endresultat nicht weiter verarbeiten kannst, sondern noch einmal in der Template-Sprache deiner Wahl, schreiben.

Ich mag den massiven Einsatz von JS sowohl für die Komponente als auch für die Konfiguration der Storybook-UI für die Komponente nicht. Ich ziehe hier eine schlankere Kombination vor, die Templates und Konfiguration mit viel weniger Logik auflädt. Iteration, If/else und Vererbung sind ausreichend.


Eine interessante Diskussion mit einer Digitalagentur gehabt, die argumentativ einen Knockout-Blow gegen Sketch und zugunsten Figmas abgeliefert haben. Ich bin mit Figma noch nicht warm geworden, aber mit jeder Nutzung Sketchs steigert mein Hadern mit dem Designtool.

Things I did.

Garten — Büschen im Garten gearbeitet. Salate aufgezogen (ja, ich werde den restlichen Sommer vermutlich keinen Salat mehr kaufen müssen). Erdbeeren gepflückt. Tomaten aufgezogen. Die Zucchinis stehen kurz vor der Blüte.

Der Mai war wettermäßig nicht cool. An etlichen Tagen gab es Regen im Zwei-Stunden-Abstand. Konntest also nur wenig im Garten machen. So richtig Radfahren war auch nicht geil…

Mit der ganzen Arbeit auf dem Tisch, wurden die Tage sich immer ähnlicher: Arbeiten bis 20 Uhr, Essen machen, danach zu müde und/oder leer und/oder antriebslos um mehr zu machen, als noch anderthalb Stunden im Bett zu lesen.

French Press — Meine Handhebel-Maschine musste zur Reparatur. So musste ich knapp zwei Wochen lang auf French Press umsteigen. Jetzt ist die Maschine zurück, aber ich muss erst noch meine Einstellungen wieder finden. Den Mahlgrad der Mühle musste ich wesentlich feiner einstellen. Die Milchlanze und das Überdruckventil sind anders gebogen worden, so dass ich beim Milchaufschäumen noch keine vernünftige Position gefunden habe und daher nur „Betonschaum“ produziere.

Things I read.

  • Comic: „East of West“ — Rezension coming up
  • Buch: „Bios“ von Daniel Suarez — SF-Thriller. Ich bin bei ca. 75%. Ich habe keine Ahnung wie das Buch auf meinem Reader gelandet ist. Ich bin nicht wirklich begeistert.
  • Next up: „Métal Hurlant“. Durch einen Beitrag bei „France 24“ bin ich zufällig auf die Wiederbelebung nach 15 Jahren Pause, aufmerksam geworden. Das Comic-Magazin erscheint nun vierteljährlich als 292 Seiten dicke Anthologie zu einem festen Thema.

Things I watched.

  • Rugby — die Playoffs der URC und von Super Rugby Pacific.
    Ansonsten faktisch nichts. Ich gucke so wenig Sport, dass ich erwäge, meine Stream-Abos zusammenzustreichen. Bei der BBL frustet mich der Turnover bei den Hamburg Towers (und der Verlust anderer lieb gewonnener Persönlichkeiten, wie John Patrick). Fußball törnt mich auch nicht an. Wenn die Rugby Union-Saison vorbei ist, werde ich entweder zur Rugby League oder Gaelic Football wechseln, bei denen es alle bzw zahlreiche Spiele for free auf YouTube gibt (und ich brauche keine „frische“, sondern nur spoilerfreie „Ware“).
  • Kino — „Everything, Everywhere, all at once“. Siehe meine Rezension. Mein erster Kinobesuch seit Anno Seuche. Ein feiner Film, der vermutlich auch deswegen auf so viel Sympathien bei mir stieß, weil dieser Mittwochnachmittag ein komplettes und bewusstes Ausschalten von der Arbeit war, inklusive Radfahrt, Essen in einem Imbiss, erster Besuch im Schanzenviertel seit langer Zeit und sehr entspannter Radfahrt an einem schönen Sommerabend. Wie ein (halber) Urlaubstag.

Things I played.

  • Back to „Cities: Skylines“ — Etwas spielen, ohne Zeitdruck und ohne wirklich verlieren zu können.
Filmposter

Als der Film nach 140 Minuten Bilderflut zu Ende war, verließ ich benommen das Kino, in den Nieselregen von Altona. Was hatte ich da gerade gesehen? Wie kann ich es mit Worten beschreiben? Wird es dem Film überhaupt gerecht, wenn ich versuche, mich der Handlung anzunähern? Vermutlich kann das Filmplakat die Facetten des Films sehr viel besser als jede Zusammenfassung abzubilden.

Der Film spielt mit verschiedenen Realitätsebenen, neudeutsch „Multiversen“ genannt. Stell’ dir vor, wie „The Matrix“, nur sich für nicht so wichtig nehmend.

Der Ausgangspunkt, a.k.a. die ersten zehn Minuten, zeigen eine chinesische Einwandererfamilie in den USA, die einen Waschsalon besitzen. Evelyn Wang, gespielt von der 59jährigen Michelle Yeoh, die hier ihr Opus Magnum gefunden hat, hält alles am Laufen: den Waschsalon, die Buchhaltung und das Abendessen für den Vater und die Tochter. Tochter eröffnet ihrer Mutter, dass sie eine lesbische Beziehung angefangen hat. Der Ehemann Waymond legt die Scheidungspapiere vor. Der Vater bekommt nicht rechtzeitig sein Essen und geht runter in den Salon. Das chinesische Neujahrsfest für den Waschsalon will vorbereitet werden. Und Evelyn muss wegen Unregelmäßigkeiten bei den eingereichten Belegen, beim Finanzamt vorsprechen. Der Alltag als sensorischer Overload.

Im Fahrstuhl verändert sich ihr Ehemann und eröffnet Evelyn, dass er eigentlich aus einem anderen Universum kommt und es viele Paralleluniversen gibt, und sie, Evelyn, die einzige ist, die die Universen vor der Bedrohung von Jobu Tupaki retten kann. Es folgen knapp zwei Stunden irre Reisen durch die Multiversen, in denen Evelyn immer wieder neue Eigenschaften annimmt, um im Kampf gegen Jobu Tupaki zu bestehen. Es ist ein wahnsinnig gut choreographierter und origineller Bildertrip, der in Sachen Phantasie mal eben die letzten Jahrgänge Marvel-Filme, komplett an die Wand spielt (was auch für die komplette Schauspiel-Crew des Films gilt).

Ohne zu spoilern wie, bekommt der Film in seiner Schlussphase noch einen zweiten, melancholischeren Grundton. Und es ist jener Grundton der das Finale bestimmt und die eigentliche raison d’être des Films darstellt.

Diese Wandlung sollte man mit dem Film selber mitmachen, statt sie durch Rezensionen vorwegzunehmen. Am Ende des Films ist man in der Realität wieder zurück. Im Falle von Evelyn, als anderer Mensch und als eine Befreiung von den Zwängen des Umfeldes.

Dank der Bildgewalt bietet der Film genügend Material um jedwede Metapher herauszulesen zu können (bis hin zu Ying/Yang, verkörpert durch einen Donut und Wackelaugen – don’t ask, watch the film…)

Eintrittkarte

Ein einzigartiger Film, wie man ihn vermutlich nur einmal im Leben erlebt. Und doch bin ich mir nicht sicher, ob diese Flut an Sinnesendrücken nicht auch dazu beiträgt, dass die Substanz des Filmes nur von kurzer Halbwertszeit ist.

4 von 5 Sternen.

Am Montag hatte ich meine OP. Diesmal sind es drei Stunden Vollnarkose geworden.

Wenn Menschen nach meinem Befinden fragen, ist die erste Frage immer, ob ich Schmerzen habe. Lobpreiset Ibuprofen: nein, Schmerzen sind nach diesen OPs kein Problem. Es sind eher die Begleiterscheinungen: eine Matschbirne, die es einem nur ermöglicht zu rezipieren, Müdigkeit, ein Tag-/Nacht-Rhythmus, der komplett gegen die Wand gefahren wird und nach 2-3 Tagen meldet sich auch der Nacken. Es haut dich schlicht und ergreifend für einige Tage aus den Schuhen und vor dem sechsten Tag bist du noch nicht mal halbtags arbeitsfähig.

Gemessen an den anderen OPs liege ich „einen Tag vor Plan“. Bereits am Dienstagmorgen ist der Appetit zurückgekehrt. Noch am Dienstag konnte ich wieder Spazierengehen, was wiederum ein Traum für die Nackenmuskulatur ist. Am Donnerstag konnte ich erstmals wieder konzentriert am Rechner lesen. Bei den Ibuprofen 600 bin ich bereits auf zwei Stück pro Tag runter und jetzt nehme ich gerade meinen ersten Kaffee seit der OP ein und frage mich, ob ich ihn so schlecht gemacht oder die Geschmacksnerven noch komplett gewreckt sind.

Reading List

Die Kommunikation von Olaf Scholz ist unsäglich. Die Unsäglichkeit wird noch einmal dadurch unterstrichen, dass Scholz längere Interviews und Beiträge vorzugsweise in Medien hinter Paywalls gibt (zuletzt: SPIEGEL und WELT) statt sich einer breiten Öffentlichkeit zu erklären.

Wie anders ist die Kommunikation von Robert Habeck: transparent, differenziert, klar und nachvollziehbar. Robert Habeck hat diese Woche dafür auf Twitter zwei Paradebeispiele gezeigt.

Am Mittwoch erklärt er nachvollziehbar, wie der durchaus komplizierte Stand bei der Abhängigkeit Deutschlands vom russischen Öl ist und was zur Reduzierung getan wurde und getan wird.

Am Donnerstag schildert er seine Motive für seine Befürwortung von Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine, durchaus geplagt von Zweifeln und der Wahl eines von zwei Übeln.

Ich habe von Seiten der Pazifismusbewegung bislang noch keine überzeugenden Argumente gegen eine Waffenlieferung gehört – zuletzt heute morgen in einem Interview des Deutschlandfunks mit Zaklin Natic von der Linkspartei. Was mir fehlt, ist ein Durchdeklinieren der Zukunft der Ukraine beim Ausbleiben der Waffenlieferung. Mantraartig wird immer wiederholt, dass man auf Verhandlungen setzen müssen. Diese Verhandlungen hat es ja aber schon seit Jahren gegeben. Und das Massaker von Bucha macht deutlich, dass auch eine Aufgabe der Ukraine kein Blutbad verhindern wird.

Things I read.

Weiter beim SF-Roman „Braking Day“ von Adam Oyebanji. Ungefähr ein Drittel in und es ist ein bisschen schleppend und klingt phasenweise wie ein „Young Adult Novel“.

Comic: „The Rise and Fall of the Trigan Empire”

Als kleiner Bub bin ich in den Ferien öfters bei meiner deutschen Großmutter im Odenwald gewesen. Schräg’ gegenüber gab es einen Zeitschriftenladen, der einige Comics hatte. U.a. ein Comic-Magazin namens „Kobra, das vorzugsweise britische Serien abdruckte. Mir hatte es vor allem die Serie „Das Reich Trigan“ angetan, die so bombastisch daher kam. Zeichnerisch aufwändig, epische Stories und eine verrückte Mixtur aus römisches Reich, Science-Fiction und Fantasy.

Denk ich an Trigan, denk ich an diese Kleinstadt im Odenwald, an die Kopfsteinpflaster-Straßen, das Geläut um 18 Uhr, mit dem gleichzeitig alle Ladengeschäfte schlossen, an den Spielzeugladen, der einer Freundin meiner Großmutter gehörte. An den kleinen Kohleofen im Wohnzimmer, das traditionelle Gläschen Rotkäppchen-Saft zum Abendbrot und „Onkel Otto“ im hessischen Werbefernsehen. An die zentnerschweren Bettdecken, an den Pisstopf unterm Bett (Toiletten gab es nur im Treppenhaus, eine halbe Etage tiefer).

Nach „Kobra“ habe ich „Das Reich Trigan“ nur noch 1-2 weitere Male gesehen.

Einige Jahre später bekam ich mit, dass die Serie als „faschistisch“ bezeichnet wurde. Naja, nun war es in den 70er und 80er Jahre so, dass die Comic-Kultur in Deutschland, und damit der Diskurs, noch reichlich ungesund war. Superhelden-Comics galten als moralisch verderbende Bildergeschichten. Mit den Tom & Jerry im ZDF-Vorabendprogramm entflammte eine Diskussion über zu viel gewaltverherrlichende Fernsehen für Kinder – 40 Jahre später hat keiner mehr ein Problem, wenn um 17 Uhr in CSI fröhlich Leichen obduziert werden … aber ich schweife ab.

Über 40 Jahre später, gab es ein Wiedersehen mit dem Reich Trigan. Bei HumbleBundle konnte wieder ein Bündel von eBooks von Rebellion erworben werden. Wie gut hat sich „Das Reich Trigan“ gehalten? Erlag ich als Achtjähriger irgendeinem Fascho-Zeug?



Zuerst braucht es etwas mehr Kontext: „The Trigan Empire“ ist eine britische Comic-Serie die von 1965 bis 1982 lief. Es handelt sich also um eine fast 60 Jahre alte Science-Fiction-Serie und wie man schon an Isaacs Asimovs Foundation-Trilogie sehen konnte, altert nicht jede Science Fiction gut.

Die Serie wurde anfangs in wöchentlich erscheinenden Comic-Magazinen jeweils mit zwei Seiten abgedruckt. Das erklärt die teilweise arg textlastigen Seiten und die Kurzatmigkeit der Story. Aufsehenerregend waren die aufwändig gestalteten Zeichnungen/Malereien von Don Lawrence.


Die Stories beschreiben Aufstieg und Fall des Kaiserreiches Trigan auf dem Planeten Elekton. Es ist eine recht krude Mixtur aus „Römisches Reich“ meets „Bibel“ meets Fantasy meets Flugzeuge und Strahlenwaffen. Architektur und Kleidung orientiert sich überwiegend am römischen Reich. Kaiser Trigo und seine Sippschaft hüpft mit Sandalen und einem Schwertchen herum, während die Soldaten um ihn herum am Flughafen, die Strahlenpistole im Holster tragen.

Die Serie beginnt als Trigo und seine beiden Brüder das Nomadenvolk der Vorg anführten. Das Volk wird bei einem grundlosen Angriff eines Kampffliegers eines Nachbarvolkes, der Lokan, fast ausgelöscht. Für Trigo ist dies der Auslöser, um das Volk sesshaft und wehrhaft zu machen. Zu Hilfe kommen ihnen dabei Flüchtlinge vom weitaus höher stehenden Volk der Tharvs, die ebenfalls von den Lokan fast ausgelöscht wurden. Es gelingt ihnen die Lokan bei einem Angriff auszutricksen und im Eiltempo eine Zivilisation hochzuziehen.

Die einzelnen Stories sind zwischen 7 und ca. 30 Seiten lang. Es wechseln sich die gleichen 3-4 Grundtypen von Stories ab. „Der Verräter“ (einer der Brüder, einer der Generäle etc…) versucht das Imperium zu stürzen. Das „fremde Böse“ (andere Völker, Außerirdische) versucht das Imperium zu stürzen. Es wird ein neues Volk/neues Gebiet/neuer Planet entdeckt und bei der Entdeckung riskiert eine Person aus dem kaiserlichen Umfeld draufzugehen.

Häufig gibt es irgendwen oder irgendwas, dass die Kontrolle über die Vorgs oder dem kaiserlichen Umfeld übernimmt: Hypnose, außerirdische Stimmen, außerirdische Seelenwanderer, ein Kraut, das Wahnvorstellungen produziert, Trinkwasser, das willenslos macht… etcetera pp…

Aber am Ende gewinnt das „Gute“. Über die knapp 20 Jahre in denen die Serie lief, hat sich das Reich nur wenig gewandelt. Rein äußerlich verbreitete sich im Reich die Architektur des 70er-Jahre Brutalismus, aber bei Trigo und seinem Berater Peric blieben die Vorlieben für römische Klamotten. All die Konflikte hinterließen keine Spuren, außer graue Haare an Trigos Schläfen. Die Popularität von Kaiser Trigo veränderte sich kaum. Das Volk war mit dem Benevolent dictator for life zufrieden.

Das ist alles von einer Naivität, die auf Dauer maximal von Achtjährigen zu ertragen ist. Wo der Vorwurf der Verherrlichung von Faschismus kommt, ist zu sehen: Trigo und Co. sind ein Traum von Arier: blonde Haare, blaue Augen, muskulöser Körper. Seine Gegner hingegen…






In den ersten beiden Bildern sieht man die Hauptfeinde: die Lokan. Die Assoziationen mit „die Gelbe Gefahr“ und Mongolen liegen auf der Hand. Butterworth und Lawrence haben dies schnell etwas zurückgefahren. Die Lokan bekamen später eine grüne Hautfarbe. Aber das klare Freund-/Feind-Schema bleibt an Gesichtern und Mimik ablesbar und wird im Laufe der über 800 Seiten nur 2-3 Mal durchbrochen.

Verstärkt wird dies durch ein Grundthema, das sich durch viele der Stories durchzieht: das Unbekannte, das Ding, das von draußen kommt und immer Ungemach nach sich zieht. Ich kenne Butterworth und Lawrence nicht. Daher finde ich es etwas müßig ihnen Rassismus vorzuwerfen. Aber der Reaktionismus der durch die Seiten wabert, ist selbst als Erwachsener und unter Berücksichtigung, dass es sich um die 60er und 70er Jahre handelt, nur schwer zu ertragen.

Fast folgerichtig ist es, dass auch den 860 Seiten Frauen so gut wie keine Rolle spielen (Asimov lässt grüßen).

Und was sagt der achtjährige Bub in mir? Der hat sich so ein bisschen geschämt, kam aber bei einigen Panels wieder in mir hoch. Es gab Bilder von Lawrence, die haben sich mir im Kopf eingebrannt hatten und den Bub getriggert haben. Es sind die Mimiken, es ist die Formensprache einiger SF-Elemente und es sind die massiven Farben und die Kolorierung, die aus „Das Reich Trigan“ offensichtlich etwas derart einmaliges machen, dass ich nach über 45 Jahren einige Panels wieder erkannt habe.

Lawrence hat Dinge gezeichnet, die man als Achtjähriger nicht für möglich hielt. „Das Reich Trigan“ war die Comic-Entsprechung eines Monumentalfilms. Er hat nicht nur Dinge auf Papier gebracht, sondern den Sujets und Objekten auch eine Haptik gegeben. Sein Einsatz von Farben schaffte es, den Dingen eine Fremdheit zu geben, wie es im Bereich der realistischen Zeichnungen nur einem Richard Corben gelungen ist.

Als Kaiser Trigo entdeckt, dass er drei Söhne bekommen hat
Besuch auf einen fremden Planeten






Aber das alles, ist ein Faszinosum vergangener Zeiten – als die Comics noch nicht am Computer koloriert wurden und als noch nicht alle zehn Minuten ein neuer Marvel-Film veröffentlicht wurde. Was in der heutigen Rezeption hängen bleibt, ist ein maximal einfältiger Stoff, der zu wenig aus der Langzeitbeobachtung eines Kaiserreichs macht. Dazu kommt eine Grundtonalität, die aus der heutigen Perspektive erzreaktionär und abstoßend wirkt. Der Bub in mir, hat sich eine Zeitlang gefreut. Aber das ist etwas zwischen mir und diesen Comics. Dazu braucht es keine 860 Seiten und für alle anderen ist es eh nicht relevant.

1 von 5 Sternen.

Was war. Ende April

Nach acht Wochen Pause: Moin. Die letzten acht Wochen in einem Satz? Erst war es ein wilder beruflicher Ritt … und dann war Akku leer.

Das Königsprojekt* B ging in der letzten März-Woche nach 15 Monaten Arbeit live. Das war einerseits ein Höhepunkt, andererseits fiel dann auch einiges ab. Deswegen hatte der April eine etwas eigene Tonalität: Erholung, Besinnung, Neuaufstellung.

*Königsprojekt“: das soll nicht die anderen Projekte abwerten. Aber aufgrund der Konstellation wie meine Kollegin und ich in das Projekt reingenommen wurden, machte es dies zum Projekt mit der höchsten oder zweithöchsten Fallhöhe meiner beruflichen Laufbahn.

In Projekt A gab es zum gleichen Zeitpunkt Änderungen in den Management-Strukturen, die faktisch dazu führten, dass das Frontend drei Wochen auf Eis lag.

Und jetzt stehe ich sowieso kurz vor meiner vierten und mutmaßlich letzten OP.

Ohne wirklich Urlaub zu haben, hat sich der Kopf eine Pause genommen und in den ersten Gang zurückgeschaltet. „Me-Time“ trat im April in den Vordergrund. Dinge im Garten, Dinge lesen, Dinge spielen, Dinge im TV etc… Alles was den Akku auflädt, hatte Vorfahrt.

Things I worked on.

Ein aktuelles Thema von Projekt A und Projekt B ist die Integration des Frontends bzw. das Zusammenspiel mit weiteren Systemen (CRMs, Kundendaten etc…). Wer soll bzw. kann das Frontend in welcher Form konsumieren.

Das führte dazu, dass ich, zumindest in der Theorie, wieder in das Thema Web Components eingestiegen bin … und wieder mit recht leeren Händen rausgekommen bin. Die Probleme, die das Shadow-DOM in Sachen Barrierefreiheit und SEO verursacht, lassen die Verwendung von Web Components als problematisch und/oder aufwändig erscheinen.

Für die „Komponentisierung“ des Frontends gibt es noch keinen Weg, mit dem ich zufrieden bin. Web Components sind der einzige standardisierte und halbwegs native Pfad für Frontend-Komponenten. All die anderen Wege führen zu Frameworks mit teilweise massiven Overhead (React & Co, Svelte).

Mir fehlen da mangels Erfahrung vielleicht Nuancen und Details, aber bei Designsystemen zerschellen die Werkzeuge derzeit an der Aufgabe einer „agnostische“ Verwaltung von Frontend-Komponenten. Das derzeit gehypteStorybook kann seine Geburt als React-Werkzeug nicht leugnen und bietet keine wirklich neutrale Komponenten-Beschreibungssprache, die eine Ausspielung der Komponenten in verschiedenen Geschmacksrichtungenerlaubt.

Im Umfeld von „Storybook“ wird zwar auf CSF – Components Story Format als Beschreibungssprache für Komponenten verwiesen. Aber CSF basiert auf ES6-Module und ist damit keine Beschreibungs- sondern Programmiersprache. Das Thema „Seperation of Concerns“ wird ignoriert und alles verschwimmt zu einer einzigen, react-affinen Suppe.

Things I did.

Things I read.

  • Comic The Rise and Fall of The Trigan Empire – alle drei Bände durchgelesen. Oh Boy. Da muss ich noch eine Rezension schreiben. Aber es war schlimm…
  • SF-Buch Braking Day von Adam Oyebanji – Da bin ich bei knapp einem Drittel und weiß immer noch nicht, wo das Buch hin will. Derzeit ist es noch ein Buch ohne jedwede Gravitas.

Things I watched.

„Das Attentat – The Man Standing Next“

Ein südkoreanischer Politthriller von 2020, der sich mit der Erschießung des Präsidenten Park Chung-hee 1979 durch den Geheimdienstchef beschäftigt. Die Ereignisse haben reell stattgefunden. Die Motive des Geheimdienstchefs sind aber ungeklärt. Der Film, in dessen Fokus der Geheimdienstchef steht, basiert auf die Spekulation, dass der Geheimdienstchef als „Tyrannenmörder“ ein Blutbad bei der Niederschlagung von Protesten verhindern und den Demokratieprozess fördern wollte.

Der Film ist über lange Strecken genauso unterkühlt wie der Geheimdienstchef Kim Gyo-pyeong. Erst im Schlussdrittel wird die Maske von Kim Gyo-pyeong brüchig und führt zum Fanal: der Erschießung bei einem Umtrunk.

Ein unterkühlter, aber interessanter Film, mit einer Hauptfigur, die sich zunehmend unwohl in seiner Haut fühlt und den Zuschauer bei diesem Wechsel des Aggregatzustands mitnimmt. Und ein Film, der dankbarerweise alle Gelegenheiten zum Splatter auslässt. 3,5 von 5 Sternen.

„Verachtung“

Ein dänischer Thriller, geschrieben von Jussi Adler-Olsen, verfilmt 2018 von Christoffer Boe.

Es sind viele der handelsüblichen Nordic Noir-Elemente zu finden: allerorten schlechte Laune, ein grausamer Mord und Motive/Motivationen die an die Grenzen des Erträglichen gehen.

Das Ganze ist sehr routiniert produziert – vielleicht einen Tick zu spektakulär inszeniert, mit einem brennenden, explodierenden Polizeiauto und einer Schießerei in einer Privatklinik (lt. Wikipedia schießt die dänische Polizei im Schnitt pro Jahr ca. 5 bis 10-mal auf Zivilisten – alleine in beiden Situationen wurde ein komplettes Jahresbudget an Schüssen verballert).

Die Kopenhagener Polizei untersucht einen Mordfall. Hinter einer nachträglich eingezogenen Wand werden an einem Tisch drei mumifizierte Leichen entdeckt. Parallel erzählt der Film in Rückblenden das Schicksal der jungen Nete von 1961. Sie verliebte sich in ihren Cousin. Beide hatten Sex. Netes Vater entdeckte die beiden. Nete wurde von ihrem Vater in eine Erziehungsanstalt für Frauen auf einer Insel geschickt. Dort wurde sie unterdrückt, eine Vergewaltigung versucht, eine Abtreibung und eine Sterilisation an Nete vorgenommen.

So weit alles noch gewohnte Rahmenbedingungen für einen Nordic Noir-Krimi. Der eigentliche Punch des Films kommt in der letzten der 119 Minuten.

Über lapidare Schrifttafeln informiert der Film, dass die zugrunde liegenden Fakten sich wirklich ereignet haben.

Zwischen 1934 und 1967 wurden über 11.000 dänische Frauen, auch auf jener Insel, Sprogø, sterilisiert, zirka die Hälfte davon, zwangssterilisiert.

Am Ende wird ein Zitat des dänischen Sozialdemokraten Karl Kristian Steincke (1880–1963) eingeblendet, sinngemäß: „Wir behandeln alle schwachen Individuen mit Fürsorge und Liebe, aber im Gegenzug erlauben wir es ihnen nicht, sich zu reproduzieren“.

Die dänischen Sozialdemokraten der 20er Jahren haben nicht nur den Wohlfahrtsstaat eingeführt. Sie waren auch Anhänger der Eugenik, Anhänger einer Selektion und „Reinhaltung des Genpools“.

Mit dieser letzten Minute bekam der Film eine ganz andere Fallhöhe. Dieser Widerspruch zwischen Wohlfahrtsstaat und Anhänger der Eugenetik hat mich einige Tage nicht losgelassen.

Alles ein Tick zu glatt, zu routiniert. Was aber am Ende wirklich stehen bleibt, ist das Aufmerksamkeit für diese (dänische/skandinavische) Ungeheuerlichkeit. 4 von 5 Sternen.

Things I played.

Oxygen not included – Ein nicht komplett ernst gemeintes Managementspiel, bei dem eine Gruppe von Replikanten ins Innere eines Asteroiden geschickt werden und dort ein Lager aufbauen sollen.

Dem Spiel gelingt bislang ganz gut die Balance, dass die dahinter liegenden Mechanismen zwar versteckt, aber auffindbar sind. Als Spieler musst du nicht erst mal lange in irgendwelchen Websites nachschauen, wie du überlebst oder weiter kommst.

Comic: „Eternals: Only Death is Eternal“, Vol.1

Cover des Bandes

Mein erster Kontakt mit der Neuauflage der Serie „Eternals“ waren Abbildungen der ersten Seiten im Newsletter von Kieron Gillen – und es ward um mich geschehen. Es war Liebe auf den ersten Blick: die Zeichnungen von Esad Ribić und der Colorierung von Matthew Wilson.

Die Zeichnungen atmen eine Leichtigkeit und eine Transparenz. Aber das Layout, die Formsprache und der Strich haben einen Punch.

Aus der Eröffnungssequenz

Die Zeichnungen sind linienlastig, ohne das man sie wahrnimmt. Es kommen, auch dank der Formensprache, Assoziationen mit Mœbius auf. Aber die Linien sind mehr als nur Markierungen für den Coloristen, um Farbflächen zusammenzuhalten. Beim Reinzoomen zeigen die Linien eine Textur wie bei einem Bleistift. Teilweise werden wegradierte Vorzeichnungen sichtbar. Die Schraffur ist kraftvoll und die Linienzüge zeigen eine Kantigkeit, als hätte Jack Kirby himself Hand angelegt.

Großaufnahme eines Gesichtes
*: Colorierung bearbeitet, um den Strich sichtbarer zu machen

Ich hielt beim Lesen immer wieder inne um zu verstehen, wie hier Strich, Layout und Colorierung zusammenarbeiteten.


Die „Eternals“ sind Mitte der 70er Jahre von Jack Kirby für Marvel erfunden worden und sind im Marvel-Universum eher eine Randerscheinung. Als humanoide Außerirdische, die vor eine Million Jahre zur Erde gebracht wurden, um die Menschheit zu beschützen, funktionieren sie nicht wie 08/15-Superhelden. Sie haben andere Agenden, was letztendlich dazu führt, dass sie innerhalb des Marvel-Universum immer heimatlos blieben und das Interesse nur temporär aufglimmte.

Jetzt ist es Autor Kieron Gillen, der ungefähr zehn Jahre nach dem letzten Versuch mit Neil Gaiman, versucht, den Eternals ein Fundament zu geben.

Dazu legt Autor Kieron Gillen in den ersten sechs Heften, die in diesem Band versammelt sind, eine „Whodunit“-Mörder-Story vor, die über weite Teilen eine Intrige aufbaut und immer weiter verschraubt. Die Struktur ist aber gleichzeitig ein Vehikel, um über die sechs Hefte hinweg, Stück für Stück, Hintergründe zu liefern und Portraits dieser Gruppe von Eternals zu zeichnen. Es liest sich wie ein Regelbuch zu einem neuen Rollenspiel. Es ist zu sehen, wie Gillen auch außerhalb des bloßen Storykerns herum, Aufwände betrieb, um die ganze Eternals-„Welt“ zu fixieren.

Die Auflösung des ersten Storybogens funktioniert wie bei einem Zauberer: Gillen lenkt die Aufmerksamkeit mal hier hin, mal dort hin. Und am Ende kommt die Auflösung aus einer ganz anderen Ecke, entwickelt aber eine ungeheure Wucht, die vermuten lässt, dass dies die Eternals für den restlichen Lauf der Gillen-Ära prägen wird.

Auch die „Eternals“ ticken wie andere Gillen-Comics als „Ensemble-Comics“. Gillen positioniert zuerst die Figuren innerhalb der Gruppe, ehe dann die Handlungen anfangen, an unterschiedlichen Fäden zu ziehen um die Charaktere und die Gruppendynamiken zu verändern – Stichwort „The Wicked + The Divine“ oder „Die“.

Die Story ist vielleicht ein paar Seiten zu lang geraten, dreht vielleicht einige Schleifen zu viel. Aber es sind anfassbare Charaktere. Der Band wirkt in sich abgeschlossen und gleichzeitig als Anfang von etwas Größerem. Dazu die einmaligen Zeichnungen & Colorierungen von Ribić und Wilson. I’m sold. und zwar sowas von.

4 von 5 Sternen.

Was war. Mitte Februar.

Tick, Tock. Im Job läuft der Countdown für Projekt B. Morgen beenden wir den aktuellen „Sprint“ (Arbeitszeitraum/-paket) und haben Feature-Freeze. Ab morgen stehen bis zum Livegang „nur“ noch Bug-Tickets an. Wobei angesichts der Abhängigkeiten zu zahllosen externen und internen Systemen, die Grenze zwischen „Feature“ und „Bug“ fließend ist.

Gleich drei meiner beruflichen Projekte haben in den letzten Wochen an Schlagzahl gewonnen. Unter der Woche komme ich kaum noch dazu, mir freie Zeit freizuschaufeln und die Lust aufwändiger selber zu Kochen ist derzeit auch perdu.

Things I worked on.

Projekt „A“, das andere Großprojekt, läuft derzeit mehrgleisig. Dort sitze ich an der Umsetzung eines größeren Themen-Blocks, während wir in den Meetings noch konzeptionelle Ausarbeitungen zu just diesem Thema machen.

Als drittes Projekt ist Projekt „S“ gestartet. Das ist ein kleineres Projekt, bei dem nur ich als Entwickler involviert und mit dem Unternehmen Konzeption und Design entwickle und umsetze. Gestern konnte ich ein mehrere Jahre altes Tool von mir, reaktivieren und aktualisieren. Das Tool wird in diesem Projekt zentraler Bestandteil meines Werkzeugkastens sein. Es hat mich sehr gefreut, dass es noch solide vor sich hinwerkelt.

Wenn es, zumindest in den beiden Großprojekten, so etwas wie eine Begleitmelodie gibt, dann ist es das Nachdenken über Entwicklungsansätze und die Selbstreflexion über die angestrebte Code-Qualität. Es gibt große Unterschiede zwischen den Entwicklern, inwieweit sie in der Lage sind, während ihrer Umsetzung, das Werk aus unterschiedlichen Lufthöhen zu betrachten. Aus großer Lufthöhe: wo steht die Umsetzung im Kontext des Gesamtprojektes und was sich das Gesamtprojekt vorgenommen hat. Verkörpert es das, worauf sich das Team verständigt hat? Und aus geringer Flughöhe: ist die Umsetzung sauber? Ist sie lesbar und gut zu warten?

In diesem Wechsel der Perspektiven zwischen Mikro und Makro, liegt eine wichtige Qualität von Entwicklern und ich habe in den letzten Wochen viele daran scheitern sehen. Scheitern kann man. Wird es immer wieder geben. Aber der Mangel an Bewusstsein dieses Scheiterns, markiert die Grenze zwischen Entwicklern/Entwicklerinnen, die nur die Tickets runterschrubben und Entwicklerin/Entwicklerinnen, die für nachhaltige Produkte sorgen. Für die Einen ist es ein Nine-to-Five-Job, der sie im gewissen Maße auch austauschbar macht.

Things I did.

Wenn ich so etwas wie gute Vorsätze mir vorgenommen habe, dann ist es endlich Dinge auch fertig zu stellen (seit einem Jahr liegt z.B. ein nur halbfertiger Badezimmerschrank im Flur und wartet auf Montage). In den letzten zwei Wochen habe ich ein kleines Holzregal zusammengebaut, lackiert und vor dem Terrassenfenster im Wohnzimmer aufgestellt. Da sollen die Aufzuchtschalen abgelegt werden.

Seit dem letzten Blogeintrag gab es vier oder fünf Stürme und massig Regen. „Hier“, also in Sichtweite, stehen alle Bäume noch. Aber die nicht befestigten Spazierwege sind vom Dauerregen so hoffnungslos zugesuppt, dass du mit dem Rad nicht durchkommst, ohne dass du danach die Klamotten in die Waschmaschine schmeißen und dein Rad eine Stunde lang sauber machen musst.

Im Garten haben Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge angefangen zu blühen. Rosen und Clematis schreiben nach Beschnitt. Auf der Freifläche vor dem Haus gibt es jeden Februar das gleiche Spektakel: wilder Krokus poppt auf. Das kann man im ganzen Viertel beobachten, aber so eine Freifläche mit … keine Ahnung, tausenden von Krokussen, habe ich nur hier gesehen … jeden Morgen, wenn ich aus dem Fenster meines Arbeitszimmers gucke.


Erstmals seit letzten Oktober, wieder meine 70km-Tour durch Moorburg, Hausbruch und Harburg gemacht. Zum ersten Mal habe ich realisiert, wie sehr die A26-Ost diese Tour vermutlich kaputt machen wird und was es für Moorburg bedeutet, nach der A7 im Westen, dann auch von der A26 im Süden und im Osten umkreist zu werden und was für eine Schneise die A26 auch im Freihafen schlagen wird.

Was war. Ende Januar.

Der Januar war bislang mal so, mal so. Alle Schattierungen erlebt.

In der ersten Januar-Woche lief die OP recht entspannt ab – auch weil sie inzwischen Routine geworden sind. Nicht ganz so Routine: die Wundheilung dauert diesmal etwas länger, weil die Wundfläche größer ist. Bei der ersten Nachuntersuchung wurden relativ wenige Fäden gezogen. Dafür bin ich nach der Untersuchung gleich weiter runter zu den Landungsbrücken gefahren, um mir am JUKZ am Stintfang eine Booster-Impfung zu geben. Alles was zuvor auf Twitter geschrieben wurde, hat sich bewahrheitet: sehr straight durchorganisiert. Ohne eine Terminvereinbarung wurde ich am Donnerstagnachmittag binnen 5–10 Minuten zum Impfen durchgeschleust. Gefühlt wurden da ca. 1–3 Personen pro Minute geimpft. Und nach der Impfung war ich euphorisiert, wie seit langem nicht mehr und die Stimmung hielt noch bis zum Freitag an, als hätte der Booster nicht nur Moderna, sondern auch noch Alkohol oder Dope enthalten…

Nebenwirkungen gab es kaum: ich bekam den „Impfarm“ und wachte in der Nacht mehrmals auf, weil ich auf den linken Arm gerollt war. Ansonsten ein büschen Müdigkeit am Freitag, aber das war es auch schon mit den Nachwirkungen.

Things I worked on.

Nach 13 Monaten Arbeit hat das Projekt B jetzt einen fixen Golive-Termin bekommen. Der Feature-Freeze und das Umschwenken auf Bugfixing ist in Sichtweite und grundsätzlich liegen wir im Frontend gut im Plan. Und immer noch fühlen sich nahezu alle Weichenstellungen die wir vor einem Jahr im Projekt implementiert haben, als richtig und zwingend notwendig an. Das Projekt hat nur wenig Fett angesetzt. Auch das hat zumindest eine Woche lang, zu meiner latent euphorisierten Stimmung beigetragen.

Ein Thema, das mich in der letzten Woche stark beschäftigte, war das Thema „Code-Review“, also das Bewerten und Durchwinken des Codes anderer Personen. Wieviel an eigenen Code-Style gestehst du dem anderen Menschen zu, wie sehr ziehst du an der Leine, um eine gewisse Konsistenz (auch im Sinne der Pflegbarkeit und Lesbarkeit) zu wahren? Jedes „an der Leine“-Ziehen macht natürlich beim anderen Menschen etwas, egal ob Junior oder Senior und das kehrt natürlich ins Projekt wieder zurück. Und wenn es mehrere „Reviewer“ gibt, wie sehr sollten deren Kriterien halbwegs in sync sein, damit Entwickler-Mensch A nicht das Gefühl hat, dass hier andere Kriterien angewendet werden als beim Entwickler-Mensch B.

Das Thema ist komplexer als „ja“ oder „nein“ und ist eine Frage der Abwägung entlang vieler Faktoren, bei der man aufpassen muss, dass die Unwuchten nicht zu groß werden.

Things I did.

Das Wochenende vor der OP hat mich richtig Zeit gekostet. Beim Durchbauen der Website und des CMS‘ für Projekt A, ist mir mein Arbeitsrechner fett abgestürzt. Nach dem Neustart hatte der Rechner etliche Systemeinstellungen vergessen. Nach einem weiteren Neustart, hatte er diese zwar wieder parat, aber dafür ließen sich Programme nicht mehr starten. Zirka 50% aller Programme kam nicht mehr hoch und blieben in der Launch-Phase hängen. Die anderen 50% waren statt nach 2–5 Sekunden, erst nach 2–10 Minuten bereit und blieben dann 1-2 Schritte später hängen.

Ich hatte am Freitag und Samstag alles versucht: Logdateien ausgewertet, PRAM resettet, Festplatten-Reparatur, Festplatten-Reparatur im Safe Mode, Einloggen als Admin, Betriebssystem drüber bügeln, Systemerweiterungen löschen, Caches löschen, Hardware-Diagnose. Alles ohne Erfolg. Das Problem war zwar im Safe Mode nicht existent, aber das brachte mich nicht weiter (Systemerweiterungen & Caches waren ja auch im normalen Modus bereits gelöscht).

Am Sonntag habe ich sicherheitshalber noch mal ein Daten-Backup gemacht und am Nachmittag war ich dann soweit, um die Festplatte neu zu formatieren, per Internet ein neues macOS aufzuspielen und mit einem Daten-Backup vom Donnerstag wieder einen sauberen Arbeitsstand zu haben.


Langsam setzt die Gartenarbeit wieder ein. Die frostfreie Woche habe ich genutzt um einige Bäume zurückzuschneiden und mit den Ästen und Zweigen eine Totholzecke aufzubauen. Dazu kommen erste Planungen für den Februar und März. Wobei es alle Jahre wieder die gleiche Falle ist. Die Lust ist riesengroß, aber das Wetter ist bis in den April hinein, nicht ungefährlich für das zu frühe Pflanzen.

Über Weihnachten lag etwas länger Schnee. Letzte Woche hatte Hamburg Graupel, der durch die Frosttemperaturen noch 1–2 Tage lang liegen blieb.

Things I read.

Ich habe mich knapp einen Monat durch die „Foundation“-Trilogie gequält (siehe Rezension). Das Thema ist zum Glück jetzt durch. Momentan lese ich einige Sachbücher zum Thema Garten und dem Umgang mit Emotionen.

Things I watched.

Ich bin mit der sechsten Staffel von „The Expanse“ durch.

In den Charakterzeichnungen stellt der Sprung von der fünften zur sechsten Staffel einen ziemlichen Break dar. Die Besatzung der Rocinante ist sehr kriegsmüde geworden. Avasarala sitzt fest im UNO-Sattel. Das Look’n’Feel der Piraten rund um Drummer hat sich von Polyamorie hin zu Depression geändert. Und what the fuck happened to Filip?? Es fühlt sich so an, als hätte man einige Episoden verpasst.

Ähnlich wie die vierte Staffel, hat auch die sechste Staffel, im Vergleich zu den anderen Staffeln, einen recht kleinen Fokus. Insbesondere die „Endschlacht“ und das Schicksal von Inaros, wirkt eine Größenordnung zu klein im Vergleich zur Exposition.

Was aber für mich aber überhaupt nicht hinhaut, ist die Aussage, dass die sechste Staffel die letzte verfilmte Staffel ist, während es noch drei weitere Bücher gibt und in der sechsten Staffel fröhlich Exposition für Geschehnisse über das Ende der sechsten Staffel hinaus, betrieb. Aber anscheinend waren Amazon die Produktionskosten zu hoch (während ein neuer „Herr der Ringe“-Aufguss produziert wurde).

Things I listened to.

Zu Weihnachten bekomme ich eh immer eine Schlagseite Richtung Barockmusik. Der recht neue öffentlich-rechtlichen Stream von France Musique „La Baroque“ führt aber derzeit, dass ich morgens, nach dem Aufstehen, die ersten ein, zwei Stunden vor dem Rechner, mit Barock verbringe.

Isaac Asimov: „Foundation“-Trilogie

Foundation-Trilogie

Die „Foundation“-Trilogie von Isaac Asimov gilt als eines der großen Werke der Science-Fiction. Durch die neue Serie bei AppleTV ist die Trilogie wieder ins Gespräch bekommen.

Ach, Asimov. Als Jugendlicher habe ich die leicht verdaulichen Roboter-Romane von ihm verschlungen. Doch irgendwann wurde es mir zu fad. Die Romane waren mir zu viel Verpackung für den eigentlichen Kern, das in der Regel ein Gedankenexperiment rund um die drei Asimov’schen Gesetze der Robotik war.

35 Jahre später hatte ich ein Déja Vu.

Der Plot

In ca. 12.000 Jahre ist die Menschheit ein galaktisches Imperium von über 25 Millionen Planeten. Die Trilogie startet mit dem Moment, an dem der Zerfall des galaktischen Imperiums einsetzt – vergleichbar mit dem Fall des römischen Imperiums.

Im ersten Band prognostiziert die Koryphäe der „Psychohistorie“, Hari Seldon diesen Untergang, gefolgt von einer 30.000 Jahre lange Periode der Düsternis. Nach seinen Berechnungen lässt sich diese dunkle Zeit aber durch Gründung einer „Foundation“ auf tausend Jahre verkürzen. Alles Wissen des Imperiums soll durch die „Foundation“ in einer Enzyklopädie des galaktischen Wissens zusammentragen werden.

Seldons „Psychohistorie“ ist eine Wissenschaft, die auf Basis des Verhaltens von Menschenmassen , die Zukunft berechnet. Seldons Plan ist aber nur oberflächlich der Aufbau der Enzyklopädie.

Wenn die NASA heute eine Raumsonde für eine Mission startet, dann fliegt diese Sonde nicht in einer geraden Linien von der Erde zum Ziel. Häufig werden komplexe Flugbahnen um Monde und Planeten herum berechnet, um über die Anziehungskraft der Himmelskörper an Geschwindigkeit zu gewinnen und in die richtige Richtung gelenkt zu werden

Das ist eine gute Metapher für Seldons eigentlichen Plan: die Menschheit wird auf eine von Seldon berechnete, komplizierte historische Bahn gebracht, um die dunkle Zeit zu verkürzen. Aber es ist für den Erfolg von Seldons Plan entscheidend, dass sich die Menschheit so verhält, wie von Seldon berechnet. Dazu darf die Menschheit keine Details von Seldons Plan wissen – sie würde sich sonst „unnatürlich“ verhalten und damit von der von Seldon voraus berechneten historischen Bahn abweichen.

Der Plot der Trilogie springt chronologisch in der Timeline von Episode zu Episode … und hört, zu meiner Überraschung, bereits nach zirka 400 Jahre auf, bevor die düstere Zeit zu Ende ist.

Der Ausdruck „Plot“ ist eigentlich falsch. Vielmehr handelt es sich um eine Aneinanderreihung von Episoden, die von entscheidende Momente im „Bahnverlauf“ der Menschheitsgeschichte dieser dunklen Ära handeln. Es sind kleine Kammerspiele. Handlung wird durch eine schier endlose Abfolge von Dialogen ersetzt.

Hinter dem Plot

Die „Foundation“-Trilogie gehört zu den Frühwerken von Asimov. Die ersten Episoden wurden 1942 geschrieben – also vor fast einem Jahrhundert alt.

Die Trilogie ist leider unsäglich altbacken. Das ist angesichts des Alters der Trilogie verständlich, hat mich aber trotzdem genervt.

Die Trilogie hat weitere Probleme, die weniger mit dem Alter und mehr mit der Person Asimovs zu tun haben.

Auf 880 Seiten kommen sage und schreibe drei bis vier Mädchen bzw. Frauen als Protagonistinnen vor. Dieser Umstand gewinnt vor dem Hintergrund der seit einigen Jahren bekannten Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch Asimov, an Fallhöhe.

Die Trilogie ist sehr, sehr fade (engl: „bland“ trifft es IMHO besser) geschrieben. Das lässt sich an den Charakteren festmachen, die austauschbar sind und nur als Sprechapparate für Asimovs Dialoge dienen.

Im Laufe der 880 Seiten hat es kein Moment geschafft, in meinem Kopf Bilder entstehen zu lassen. Ich kann mich nicht erinnern, wann es bei mir im Kopf nach einem Buch zuletzt so blank war.

Dieses Problem zieht sich durch die komplette Trilogie. Der große Storybogen dürfte in einem Exposé spannend zu lesen sein – auf 880 Seiten gestreckt bleibt, bleibt aber nur Leere zurück.

Die Ursachen, warum es auf den Welten so ist, wie es ist, werden nicht klar. Warum zeigen Gesellschaften auch über einen Zeitraum von 400 Jahren, den gleichen mittelalterlichen Habitus? Warum wird nach 400 Jahren unverändert geraucht und ferngesehen, wie es zu Beginn der Trilogie der Fall war? Warum wirken die Menschen wie identische Klons, obwohl sie über etliche zehntausend Jahren an komplett unterschiedlichen Orten und unter unterschiedlichen Bedingungen aufgewachsen sind?

Das ist das was ich dieser Trilogie und Asimov nicht verzeihe. Warum ist eine Trilogie über diesen immensen Zeitraum und dieser immensen geographischen Dimension angelegt, und die Figuren wirken, als wären sie alle auf die gleiche Vorstadt-High School in Phoenix, Arizona gegangen.

Unter der Haube einer vermeintlich epischen Science-Fiction-Trilogie verbirgt sich ein langweiliges Kammerspiel der High-School-Theater-Gruppe von Glendale, bei Phoenix, Arizona.

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