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Comic: „Eternals: Only Death is Eternal“, Vol.1

Cover des Bandes

Mein erster Kontakt mit der Neuauflage der Serie „Eternals“ waren Abbildungen der ersten Seiten im Newsletter von Kieron Gillen – und es ward um mich geschehen. Es war Liebe auf den ersten Blick: die Zeichnungen von Esad Ribić und der Colorierung von Matthew Wilson.

Die Zeichnungen atmen eine Leichtigkeit und eine Transparenz. Aber das Layout, die Formsprache und der Strich haben einen Punch.

Aus der Eröffnungssequenz

Die Zeichnungen sind linienlastig, ohne das man sie wahrnimmt. Es kommen, auch dank der Formensprache, Assoziationen mit Mœbius auf. Aber die Linien sind mehr als nur Markierungen für den Coloristen, um Farbflächen zusammenzuhalten. Beim Reinzoomen zeigen die Linien eine Textur wie bei einem Bleistift. Teilweise werden wegradierte Vorzeichnungen sichtbar. Die Schraffur ist kraftvoll und die Linienzüge zeigen eine Kantigkeit, als hätte Jack Kirby himself Hand angelegt.

Großaufnahme eines Gesichtes
*: Colorierung bearbeitet, um den Strich sichtbarer zu machen

Ich hielt beim Lesen immer wieder inne um zu verstehen, wie hier Strich, Layout und Colorierung zusammenarbeiteten.


Die „Eternals“ sind Mitte der 70er Jahre von Jack Kirby für Marvel erfunden worden und sind im Marvel-Universum eher eine Randerscheinung. Als humanoide Außerirdische, die vor eine Million Jahre zur Erde gebracht wurden, um die Menschheit zu beschützen, funktionieren sie nicht wie 08/15-Superhelden. Sie haben andere Agenden, was letztendlich dazu führt, dass sie innerhalb des Marvel-Universum immer heimatlos blieben und das Interesse nur temporär aufglimmte.

Jetzt ist es Autor Kieron Gillen, der ungefähr zehn Jahre nach dem letzten Versuch mit Neil Gaiman, versucht, den Eternals ein Fundament zu geben.

Dazu legt Autor Kieron Gillen in den ersten sechs Heften, die in diesem Band versammelt sind, eine „Whodunit“-Mörder-Story vor, die über weite Teilen eine Intrige aufbaut und immer weiter verschraubt. Die Struktur ist aber gleichzeitig ein Vehikel, um über die sechs Hefte hinweg, Stück für Stück, Hintergründe zu liefern und Portraits dieser Gruppe von Eternals zu zeichnen. Es liest sich wie ein Regelbuch zu einem neuen Rollenspiel. Es ist zu sehen, wie Gillen auch außerhalb des bloßen Storykerns herum, Aufwände betrieb, um die ganze Eternals-„Welt“ zu fixieren.

Die Auflösung des ersten Storybogens funktioniert wie bei einem Zauberer: Gillen lenkt die Aufmerksamkeit mal hier hin, mal dort hin. Und am Ende kommt die Auflösung aus einer ganz anderen Ecke, entwickelt aber eine ungeheure Wucht, die vermuten lässt, dass dies die Eternals für den restlichen Lauf der Gillen-Ära prägen wird.

Auch die „Eternals“ ticken wie andere Gillen-Comics als „Ensemble-Comics“. Gillen positioniert zuerst die Figuren innerhalb der Gruppe, ehe dann die Handlungen anfangen, an unterschiedlichen Fäden zu ziehen um die Charaktere und die Gruppendynamiken zu verändern – Stichwort „The Wicked + The Divine“ oder „Die“.

Die Story ist vielleicht ein paar Seiten zu lang geraten, dreht vielleicht einige Schleifen zu viel. Aber es sind anfassbare Charaktere. Der Band wirkt in sich abgeschlossen und gleichzeitig als Anfang von etwas Größerem. Dazu die einmaligen Zeichnungen & Colorierungen von Ribić und Wilson. I’m sold. und zwar sowas von.

4 von 5 Sternen.

Was war. Mitte Februar.

Tick, Tock. Im Job läuft der Countdown für Projekt B. Morgen beenden wir den aktuellen „Sprint“ (Arbeitszeitraum/-paket) und haben Feature-Freeze. Ab morgen stehen bis zum Livegang „nur“ noch Bug-Tickets an. Wobei angesichts der Abhängigkeiten zu zahllosen externen und internen Systemen, die Grenze zwischen „Feature“ und „Bug“ fließend ist.

Gleich drei meiner beruflichen Projekte haben in den letzten Wochen an Schlagzahl gewonnen. Unter der Woche komme ich kaum noch dazu, mir freie Zeit freizuschaufeln und die Lust aufwändiger selber zu Kochen ist derzeit auch perdu.

Things I worked on.

Projekt „A“, das andere Großprojekt, läuft derzeit mehrgleisig. Dort sitze ich an der Umsetzung eines größeren Themen-Blocks, während wir in den Meetings noch konzeptionelle Ausarbeitungen zu just diesem Thema machen.

Als drittes Projekt ist Projekt „S“ gestartet. Das ist ein kleineres Projekt, bei dem nur ich als Entwickler involviert und mit dem Unternehmen Konzeption und Design entwickle und umsetze. Gestern konnte ich ein mehrere Jahre altes Tool von mir, reaktivieren und aktualisieren. Das Tool wird in diesem Projekt zentraler Bestandteil meines Werkzeugkastens sein. Es hat mich sehr gefreut, dass es noch solide vor sich hinwerkelt.

Wenn es, zumindest in den beiden Großprojekten, so etwas wie eine Begleitmelodie gibt, dann ist es das Nachdenken über Entwicklungsansätze und die Selbstreflexion über die angestrebte Code-Qualität. Es gibt große Unterschiede zwischen den Entwicklern, inwieweit sie in der Lage sind, während ihrer Umsetzung, das Werk aus unterschiedlichen Lufthöhen zu betrachten. Aus großer Lufthöhe: wo steht die Umsetzung im Kontext des Gesamtprojektes und was sich das Gesamtprojekt vorgenommen hat. Verkörpert es das, worauf sich das Team verständigt hat? Und aus geringer Flughöhe: ist die Umsetzung sauber? Ist sie lesbar und gut zu warten?

In diesem Wechsel der Perspektiven zwischen Mikro und Makro, liegt eine wichtige Qualität von Entwicklern und ich habe in den letzten Wochen viele daran scheitern sehen. Scheitern kann man. Wird es immer wieder geben. Aber der Mangel an Bewusstsein dieses Scheiterns, markiert die Grenze zwischen Entwicklern/Entwicklerinnen, die nur die Tickets runterschrubben und Entwicklerin/Entwicklerinnen, die für nachhaltige Produkte sorgen. Für die Einen ist es ein Nine-to-Five-Job, der sie im gewissen Maße auch austauschbar macht.

Things I did.

Wenn ich so etwas wie gute Vorsätze mir vorgenommen habe, dann ist es endlich Dinge auch fertig zu stellen (seit einem Jahr liegt z.B. ein nur halbfertiger Badezimmerschrank im Flur und wartet auf Montage). In den letzten zwei Wochen habe ich ein kleines Holzregal zusammengebaut, lackiert und vor dem Terrassenfenster im Wohnzimmer aufgestellt. Da sollen die Aufzuchtschalen abgelegt werden.

Seit dem letzten Blogeintrag gab es vier oder fünf Stürme und massig Regen. „Hier“, also in Sichtweite, stehen alle Bäume noch. Aber die nicht befestigten Spazierwege sind vom Dauerregen so hoffnungslos zugesuppt, dass du mit dem Rad nicht durchkommst, ohne dass du danach die Klamotten in die Waschmaschine schmeißen und dein Rad eine Stunde lang sauber machen musst.

Im Garten haben Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge angefangen zu blühen. Rosen und Clematis schreiben nach Beschnitt. Auf der Freifläche vor dem Haus gibt es jeden Februar das gleiche Spektakel: wilder Krokus poppt auf. Das kann man im ganzen Viertel beobachten, aber so eine Freifläche mit … keine Ahnung, tausenden von Krokussen, habe ich nur hier gesehen … jeden Morgen, wenn ich aus dem Fenster meines Arbeitszimmers gucke.


Erstmals seit letzten Oktober, wieder meine 70km-Tour durch Moorburg, Hausbruch und Harburg gemacht. Zum ersten Mal habe ich realisiert, wie sehr die A26-Ost diese Tour vermutlich kaputt machen wird und was es für Moorburg bedeutet, nach der A7 im Westen, dann auch von der A26 im Süden und im Osten umkreist zu werden und was für eine Schneise die A26 auch im Freihafen schlagen wird.

Was war. Ende Januar.

Der Januar war bislang mal so, mal so. Alle Schattierungen erlebt.

In der ersten Januar-Woche lief die OP recht entspannt ab – auch weil sie inzwischen Routine geworden sind. Nicht ganz so Routine: die Wundheilung dauert diesmal etwas länger, weil die Wundfläche größer ist. Bei der ersten Nachuntersuchung wurden relativ wenige Fäden gezogen. Dafür bin ich nach der Untersuchung gleich weiter runter zu den Landungsbrücken gefahren, um mir am JUKZ am Stintfang eine Booster-Impfung zu geben. Alles was zuvor auf Twitter geschrieben wurde, hat sich bewahrheitet: sehr straight durchorganisiert. Ohne eine Terminvereinbarung wurde ich am Donnerstagnachmittag binnen 5–10 Minuten zum Impfen durchgeschleust. Gefühlt wurden da ca. 1–3 Personen pro Minute geimpft. Und nach der Impfung war ich euphorisiert, wie seit langem nicht mehr und die Stimmung hielt noch bis zum Freitag an, als hätte der Booster nicht nur Moderna, sondern auch noch Alkohol oder Dope enthalten…

Nebenwirkungen gab es kaum: ich bekam den „Impfarm“ und wachte in der Nacht mehrmals auf, weil ich auf den linken Arm gerollt war. Ansonsten ein büschen Müdigkeit am Freitag, aber das war es auch schon mit den Nachwirkungen.

Things I worked on.

Nach 13 Monaten Arbeit hat das Projekt B jetzt einen fixen Golive-Termin bekommen. Der Feature-Freeze und das Umschwenken auf Bugfixing ist in Sichtweite und grundsätzlich liegen wir im Frontend gut im Plan. Und immer noch fühlen sich nahezu alle Weichenstellungen die wir vor einem Jahr im Projekt implementiert haben, als richtig und zwingend notwendig an. Das Projekt hat nur wenig Fett angesetzt. Auch das hat zumindest eine Woche lang, zu meiner latent euphorisierten Stimmung beigetragen.

Ein Thema, das mich in der letzten Woche stark beschäftigte, war das Thema „Code-Review“, also das Bewerten und Durchwinken des Codes anderer Personen. Wieviel an eigenen Code-Style gestehst du dem anderen Menschen zu, wie sehr ziehst du an der Leine, um eine gewisse Konsistenz (auch im Sinne der Pflegbarkeit und Lesbarkeit) zu wahren? Jedes „an der Leine“-Ziehen macht natürlich beim anderen Menschen etwas, egal ob Junior oder Senior und das kehrt natürlich ins Projekt wieder zurück. Und wenn es mehrere „Reviewer“ gibt, wie sehr sollten deren Kriterien halbwegs in sync sein, damit Entwickler-Mensch A nicht das Gefühl hat, dass hier andere Kriterien angewendet werden als beim Entwickler-Mensch B.

Das Thema ist komplexer als „ja“ oder „nein“ und ist eine Frage der Abwägung entlang vieler Faktoren, bei der man aufpassen muss, dass die Unwuchten nicht zu groß werden.

Things I did.

Das Wochenende vor der OP hat mich richtig Zeit gekostet. Beim Durchbauen der Website und des CMS‘ für Projekt A, ist mir mein Arbeitsrechner fett abgestürzt. Nach dem Neustart hatte der Rechner etliche Systemeinstellungen vergessen. Nach einem weiteren Neustart, hatte er diese zwar wieder parat, aber dafür ließen sich Programme nicht mehr starten. Zirka 50% aller Programme kam nicht mehr hoch und blieben in der Launch-Phase hängen. Die anderen 50% waren statt nach 2–5 Sekunden, erst nach 2–10 Minuten bereit und blieben dann 1-2 Schritte später hängen.

Ich hatte am Freitag und Samstag alles versucht: Logdateien ausgewertet, PRAM resettet, Festplatten-Reparatur, Festplatten-Reparatur im Safe Mode, Einloggen als Admin, Betriebssystem drüber bügeln, Systemerweiterungen löschen, Caches löschen, Hardware-Diagnose. Alles ohne Erfolg. Das Problem war zwar im Safe Mode nicht existent, aber das brachte mich nicht weiter (Systemerweiterungen & Caches waren ja auch im normalen Modus bereits gelöscht).

Am Sonntag habe ich sicherheitshalber noch mal ein Daten-Backup gemacht und am Nachmittag war ich dann soweit, um die Festplatte neu zu formatieren, per Internet ein neues macOS aufzuspielen und mit einem Daten-Backup vom Donnerstag wieder einen sauberen Arbeitsstand zu haben.


Langsam setzt die Gartenarbeit wieder ein. Die frostfreie Woche habe ich genutzt um einige Bäume zurückzuschneiden und mit den Ästen und Zweigen eine Totholzecke aufzubauen. Dazu kommen erste Planungen für den Februar und März. Wobei es alle Jahre wieder die gleiche Falle ist. Die Lust ist riesengroß, aber das Wetter ist bis in den April hinein, nicht ungefährlich für das zu frühe Pflanzen.

Über Weihnachten lag etwas länger Schnee. Letzte Woche hatte Hamburg Graupel, der durch die Frosttemperaturen noch 1–2 Tage lang liegen blieb.

Things I read.

Ich habe mich knapp einen Monat durch die „Foundation“-Trilogie gequält (siehe Rezension). Das Thema ist zum Glück jetzt durch. Momentan lese ich einige Sachbücher zum Thema Garten und dem Umgang mit Emotionen.

Things I watched.

Ich bin mit der sechsten Staffel von „The Expanse“ durch.

In den Charakterzeichnungen stellt der Sprung von der fünften zur sechsten Staffel einen ziemlichen Break dar. Die Besatzung der Rocinante ist sehr kriegsmüde geworden. Avasarala sitzt fest im UNO-Sattel. Das Look’n’Feel der Piraten rund um Drummer hat sich von Polyamorie hin zu Depression geändert. Und what the fuck happened to Filip?? Es fühlt sich so an, als hätte man einige Episoden verpasst.

Ähnlich wie die vierte Staffel, hat auch die sechste Staffel, im Vergleich zu den anderen Staffeln, einen recht kleinen Fokus. Insbesondere die „Endschlacht“ und das Schicksal von Inaros, wirkt eine Größenordnung zu klein im Vergleich zur Exposition.

Was aber für mich aber überhaupt nicht hinhaut, ist die Aussage, dass die sechste Staffel die letzte verfilmte Staffel ist, während es noch drei weitere Bücher gibt und in der sechsten Staffel fröhlich Exposition für Geschehnisse über das Ende der sechsten Staffel hinaus, betrieb. Aber anscheinend waren Amazon die Produktionskosten zu hoch (während ein neuer „Herr der Ringe“-Aufguss produziert wurde).

Things I listened to.

Zu Weihnachten bekomme ich eh immer eine Schlagseite Richtung Barockmusik. Der recht neue öffentlich-rechtlichen Stream von France Musique „La Baroque“ führt aber derzeit, dass ich morgens, nach dem Aufstehen, die ersten ein, zwei Stunden vor dem Rechner, mit Barock verbringe.

Isaac Asimov: „Foundation“-Trilogie

Foundation-Trilogie

Die „Foundation“-Trilogie von Isaac Asimov gilt als eines der großen Werke der Science-Fiction. Durch die neue Serie bei AppleTV ist die Trilogie wieder ins Gespräch bekommen.

Ach, Asimov. Als Jugendlicher habe ich die leicht verdaulichen Roboter-Romane von ihm verschlungen. Doch irgendwann wurde es mir zu fad. Die Romane waren mir zu viel Verpackung für den eigentlichen Kern, das in der Regel ein Gedankenexperiment rund um die drei Asimov’schen Gesetze der Robotik war.

35 Jahre später hatte ich ein Déja Vu.

Der Plot

In ca. 12.000 Jahre ist die Menschheit ein galaktisches Imperium von über 25 Millionen Planeten. Die Trilogie startet mit dem Moment, an dem der Zerfall des galaktischen Imperiums einsetzt – vergleichbar mit dem Fall des römischen Imperiums.

Im ersten Band prognostiziert die Koryphäe der „Psychohistorie“, Hari Seldon diesen Untergang, gefolgt von einer 30.000 Jahre lange Periode der Düsternis. Nach seinen Berechnungen lässt sich diese dunkle Zeit aber durch Gründung einer „Foundation“ auf tausend Jahre verkürzen. Alles Wissen des Imperiums soll durch die „Foundation“ in einer Enzyklopädie des galaktischen Wissens zusammentragen werden.

Seldons „Psychohistorie“ ist eine Wissenschaft, die auf Basis des Verhaltens von Menschenmassen , die Zukunft berechnet. Seldons Plan ist aber nur oberflächlich der Aufbau der Enzyklopädie.

Wenn die NASA heute eine Raumsonde für eine Mission startet, dann fliegt diese Sonde nicht in einer geraden Linien von der Erde zum Ziel. Häufig werden komplexe Flugbahnen um Monde und Planeten herum berechnet, um über die Anziehungskraft der Himmelskörper an Geschwindigkeit zu gewinnen und in die richtige Richtung gelenkt zu werden

Das ist eine gute Metapher für Seldons eigentlichen Plan: die Menschheit wird auf eine von Seldon berechnete, komplizierte historische Bahn gebracht, um die dunkle Zeit zu verkürzen. Aber es ist für den Erfolg von Seldons Plan entscheidend, dass sich die Menschheit so verhält, wie von Seldon berechnet. Dazu darf die Menschheit keine Details von Seldons Plan wissen – sie würde sich sonst „unnatürlich“ verhalten und damit von der von Seldon voraus berechneten historischen Bahn abweichen.

Der Plot der Trilogie springt chronologisch in der Timeline von Episode zu Episode … und hört, zu meiner Überraschung, bereits nach zirka 400 Jahre auf, bevor die düstere Zeit zu Ende ist.

Der Ausdruck „Plot“ ist eigentlich falsch. Vielmehr handelt es sich um eine Aneinanderreihung von Episoden, die von entscheidende Momente im „Bahnverlauf“ der Menschheitsgeschichte dieser dunklen Ära handeln. Es sind kleine Kammerspiele. Handlung wird durch eine schier endlose Abfolge von Dialogen ersetzt.

Hinter dem Plot

Die „Foundation“-Trilogie gehört zu den Frühwerken von Asimov. Die ersten Episoden wurden 1942 geschrieben – also vor fast einem Jahrhundert alt.

Die Trilogie ist leider unsäglich altbacken. Das ist angesichts des Alters der Trilogie verständlich, hat mich aber trotzdem genervt.

Die Trilogie hat weitere Probleme, die weniger mit dem Alter und mehr mit der Person Asimovs zu tun haben.

Auf 880 Seiten kommen sage und schreibe drei bis vier Mädchen bzw. Frauen als Protagonistinnen vor. Dieser Umstand gewinnt vor dem Hintergrund der seit einigen Jahren bekannten Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch Asimov, an Fallhöhe.

Die Trilogie ist sehr, sehr fade (engl: „bland“ trifft es IMHO besser) geschrieben. Das lässt sich an den Charakteren festmachen, die austauschbar sind und nur als Sprechapparate für Asimovs Dialoge dienen.

Im Laufe der 880 Seiten hat es kein Moment geschafft, in meinem Kopf Bilder entstehen zu lassen. Ich kann mich nicht erinnern, wann es bei mir im Kopf nach einem Buch zuletzt so blank war.

Dieses Problem zieht sich durch die komplette Trilogie. Der große Storybogen dürfte in einem Exposé spannend zu lesen sein – auf 880 Seiten gestreckt bleibt, bleibt aber nur Leere zurück.

Die Ursachen, warum es auf den Welten so ist, wie es ist, werden nicht klar. Warum zeigen Gesellschaften auch über einen Zeitraum von 400 Jahren, den gleichen mittelalterlichen Habitus? Warum wird nach 400 Jahren unverändert geraucht und ferngesehen, wie es zu Beginn der Trilogie der Fall war? Warum wirken die Menschen wie identische Klons, obwohl sie über etliche zehntausend Jahren an komplett unterschiedlichen Orten und unter unterschiedlichen Bedingungen aufgewachsen sind?

Das ist das was ich dieser Trilogie und Asimov nicht verzeihe. Warum ist eine Trilogie über diesen immensen Zeitraum und dieser immensen geographischen Dimension angelegt, und die Figuren wirken, als wären sie alle auf die gleiche Vorstadt-High School in Phoenix, Arizona gegangen.

Unter der Haube einer vermeintlich epischen Science-Fiction-Trilogie verbirgt sich ein langweiliges Kammerspiel der High-School-Theater-Gruppe von Glendale, bei Phoenix, Arizona.

1 von 5 Sternen

Was war. 2021.

Damit ist 2021 zu Ende gegangen. Und tatsächlich nutze ich die Zeit um den Jahreswechsel herum, dazu, mich mehrere Stunden hinzusetzen und Rückblick zu betreiben – sich vor Augen führen was gut und was nicht so gut war. Wobei aus der Perspektive eines depressiven Misanthrops solche Rückblicke nicht wirklich ausgewogen sind.

Zwischen den Jahren war das Wetter wie eine Metapher zu meinem Jahr 2021: zu Hause angekettet. Zu Weihnachten herum, gab es gefrorenen Schneematsch, der dazu führte, dass ich nur noch kurze Wege mit dem Rad fahren konnte. Die Wetterlage alternierte dann zwischen Blitzeis und Bindfäden-Regen mit verschlammten Wegen. Die Ehefrau eines Bekannten brach sich eines Nachmittags das Schienenbein und riss sich beide Kreuzbänder.

Es spiegelt 2021 insofern wieder, weil die Corona-Situation (in Kombination mit meinen OPs) und die Arbeit letztendlich zu der Situation führten, dass ich quasi kaum aus der Bude rausgekommen bin.

Ich vermisse die Nordsee. Jedes Kreischen von Zugvögeln, die über den Stadtteil fliegen, triggert bei mir Sehnsucht nach St. Peter-Ording (wo ich einen Platz gefunden habe, an denen Hunderte von Zugvögeln im Herbst zwischenlanden).

In jeglicher, auch metaphorisch, in jeglicher Hinsicht muss ich 2022 mehr raus kommen.

Things I worked on.

Für Projekt A gab es „zwischen den Jahren“ noch eine Art Briefing für den Januar (und von meiner Seite aus, die verblüffte Erkenntnis, wie schlecht die Annotierungsmöglichkeiten im Sketch-Webviewer sind…).

Bei Projekt B habe ich zwei kleinere Tickets, die aber aus unterschiedlichen Gründen erst einmal on hold sind.

Things I did.

Wenn ich dieser Tage auf 2021 zurückblicke, dann ist es bemerkenswert, wie sehr sich diese Eindrücke bereits in meinen ersten schriftlichen Aufzeichnungen von 2021 wieder finden lassen. Was ich im Januar schrieb, hätte auch auf den April, Oktober oder Dezember gepasst. So gesehen, war es ein recht statisches Jahr mit einer fetten Grenzlinie. Auf der einen Seite das Berufliche und Materielle. Und auf der anderen Seite der Demarkationslinie: der Rest.

Beruflich/Materiell kann ich mich eigentlich nicht beklagen. 2021 brachte mir einen Rekordumsatz. Aber das Berufliche breitet sich gerne aus und das wurde immer wieder zu einem Problem für mich. Das wird mein eigentliches Projekt für 2022: die Arbeit auch mal ausknipsen können.

Things I read.

Aktuell lese ich Isaac Asimovs Foundation-Trilogie, die dank der Apple TV-Serie, zu einem herabgesetzten Preis erhältlich war. Ich bin irgendwo bei 60% durch. Es überwiegen die negativen Eindrücke, die zum einen an Asimov selber liegen und zum anderen am Umstand, dass Asimov die Trilogie bereits vor fucking 80 Jahren zu schreiben begann. Und genau so altbacken liest es sich. Aber bei Gelegenheit mehr dazu.

Meine Bücher 2021

Laut Goodreads habe ich 15 Bücher gelesen (bzw auf Goodreads vermerkt…). Grosso modo Science-Fiction und Comics.

Rückblickend betrachtet, erstaunt mich meine gute Bewertung von „Murderbots“. Ich habe wenig Bock, zu der Serie zurückzukehren.

Im Gegensatz zu And Shall Machines Surrender, dass, bei all seinen Macken, bei mir einen nachhaltigen „Wow“-Effekt hatte, dank seines einzigartigen Settings.

Auf Comic-Seite habe ich nur einen Bruchteil der gelesenen Comics auch auf Goodreads eingetragen — müsste ich mal nachholen. „Absalom“ ist die Serie, die mich am meisten frustriert hat, da so vieles dabei war, um daraus einen wirklichen Meilenstein zu machen, aber die Story hat es wieder und wieder verkackt.

Im Herbst hatte ich das Schwerpunktthema „James Bond“-Comics und, auch retrospektiv, dabei ragte die Comic-Umsetzung von „Casino Royale“ heraus. Es ist eine grandiose graphische Umsetzung einer recht kammerspielartig angelegten Geschichte.

Things I watched.

Dieses Jahr schaute ich vor allem „The Expanse“. Tatsächlich fand ich die Serie besser als das erste Buch. Die ersten drei Staffeln sind in Tempo und Intensität ganz weit vorne. Das Kuriose: sogar die heftigen Ereignisse auf Eros verströmten in der TV-Serie mehr Gravitas als im Buch.

Der Wechsel von SyFy zu Amazon Prime Video und dem Sprung von Staffel 3 zu 4, war wie eine Vollbremsung. Ich fand Staffel 4 sehr langatmig. Mit Staffel 5 kam wieder mehr Fahrt rein. Staffel 6 halte ich mir noch ein paar Wochen warm um sie dann innerhalb einer Woche durch zugucken.

Things I played.

Das Weihnachtsgeschenk für mich selber: Gloomhaven. Es handelt sich dabei um ein Brettspiel für ein bis vier Spieler. Davon gibt es zwar inzwischen auch ein Computerspiel, aber ich habe mich bewusst für das Brettspiel entschieden, um etwas Haptisches zu haben, statt noch mehr Zeit auf einen Screen zu starren.

Und haptisch it was. Das Spiel kommt in einer 10kg schweren Box, so groß wie DIN A3 und 20cm hoch. Das Spiel hat 1.500 Spielkarten und ich schätze noch mal tausend Teile wie Figuren, Marker etc… aus Pappe. Ich war an Heiligabend erst mal damit beschäftigt, all die Teile aus den gestanzten Pappe rauszudrücken und in Dutzenden kleine Plastikbeutel zu verstauen.

Guess what. Es gibt einen regen Zubehörmarkt für Gloomhaven, u.a. sogenannte „Organizer“. Das sind gestanzte Pappen, aus denen man sich kleine Aufbewahrungsboxen basteln kann, mit denen man die Teile auch wieder alle in der originalen Box unterbringen kann.

Der zweite Tag war dann mit dem Lesen des 44-seitigen Regelbuchs und dem Aufstellen des ersten Szenarios ausgefüllt. Am dritten und vierten Tag habe ich ganz langsam die ersten zwei Räume durchgespielt. Man braucht Übung, um die ganzen Abläufe zu beherrschen und keine Details zu vergessen (Oh, shoot, vergessen eine Geldmünze am Platz des umgebrachten Bandits zu platzieren. – eh, habe ich beim Angriff den zusätzlichen Schadenspunkt durch die Vergiftung berücksichtigt?). Am fünften Tag kam dann der Organizer und ich bin erst mal mit dem Auslösen der Boxteile aus den gestanzten Pappen beschäftigt gewesen und gestern dem Kleben der Boxen.

Um was geht es? Man bewegt sich in einer typischen Fantasy-Welt. „Gloomhaven“ bietet ein Buch mit vielen Szenarien an, die Stories erzählen. Dazu werden teilweise Spielkarten gezogen. Teilweise werden Räumlichkeiten aus vorgefertigten Pappteilen zusammengestellt und Figuren platziert. Überraschend ist das Abwickeln von Kämpfen ausschließlich über Spielkarten statt Würfeln.


Ein Blick auf meine Spiele 2021.

Ich spiele Spiele recht intensiv für 2–3 Tage und dann war es erst einmal für ein paar Monate. Dieses Jahr zum Beispiel „Mini Motorways“, „Space Haven“, „Rail Route“, „Creeper World“.

Zwei ältere Spiele nehmen aber eine Ausnahmestellung ein. Weil sie mir für die Entspannung und Abschalten wichtig sind.: „Cities Skylines“ und „Rez Infinite“.

Ich habe es schon öfters im Blog erwähnt, aber „Rez Infinite“ ist für mich wie ein Drogenerlebnis – verstärkt durch die zwischenzeitlich erschienene VR-Variante. Es sind die psychedelischen Sinneseindrücke. Es ist die treibende Musik und es ist der emotionale Bogen, der durch einzelnen Leveln aufgebaut wird und mit der „neuen“ Area X auf einer Art und Weise abgeschlossen wird, die mir richtig gehend Pippi in die Augen treibt.

Martin Robinson hat anläßlich des 20ten Geburtstags von Rez in Eurogamer sehr treffend geschrieben:

More importantly, it’s given me 20 years of pure joy. Rez is a short thing to see through, and like its arcade predecessors it won’t take more than 60 minutes to see its credits roll. But lord knows how many times I’ve played it through now – it’s something I return to like a favourite album, enjoying it in new contexts and sometimes whole new perspectives.

Auch 2021 das Spiel, was mich emotional am meisten mitgenommen hat.

Things I listened to.

FM4. Es nähert sich der Moment einer Programmreform. Entsprechende Statements gibt es seit einem halben Jahr immer wieder und die Einschläge kommen näher. Neuer ORF-Generaldirektor. Neue FM4-Chefin. Der Generaldirektor will das Programm jünger machen und zu besseren Zuhörerzahlen verhelfen. Was das gemeinhin bedeutet, kann man sich vorstellen.

2021 habe ich daher meine Download-Aktivitäten rund um FM4-Programme noch einmal verstärkt, um, wenn es soweit ist, in meiner eigenen alten FM4-Blase weiter leben zu können. Stand meines seit Sommer 2010 angelegten Archivs: 417 Tage.

Auch auf einer anderen Art und Weise kommen die Einschläge immer näher: mehr und mehr FM4-Moderatoren sterben. Mit Martin Blumenau, Julia Barnes und zuletzt Gerlinde Lang sind drei prominente FM4-Figuren 2021 gestorben. Zuletzt kurz nach Weihnachten Gerlinde Lang – für mich so etwas wie „die Stimme von FM4“. Jede Homebase-Moderation von ihr, war wie eine gute Freundin bei sich zu haben. Diese Klangmischung aus österreichischem Dialekt und Rotzigkeit ist für mich Sinnbild von FM4. Rest in peace.

Was war. Letztes Quartal.

Was war? Komplett in Arbeit untergegangen. Was sonst…

Eh, lasst mich kurz nachsehen, wann hab ich mich zuletzt gemeldet? Ah, Anfang Oktober? Okay, mal gucken ob ich die letzten drei Monate halbwegs eruieren kann.

Im gesundheitlichen Bereich ist alles nach Plan gelaufen.Die Heilungsprozesse sind alle im grünen bis sehr grünen Bereich. Die nächste Etappe wird es Anfang Januar geben. Dann wieder mit zirka zwei Stunden Vollnarkose. Diesmal soll es mich aber nicht ganz so lange ausknocken — nur drei Tage statt einer Woche arbeitsunfähig. Und, Gott sei Dank, diesmal wieder ein Antibiotikum ohne Kalzium-Unverträglichkeit.

Im Garten habe ich aus zeitlichen Gründen kaum etwas machen können. Beim Sichtschutz an der Terrasse muss ich noch nachbessern. Bei Orkanböen riskieren die Pfähle sich freizuwackeln. Den Herbstorkan hat das Ding nur überstanden, weil ich den ersten Pfahl an der Wand festbinden konnte und die zweite Blende mit zwei Ästen abstützen konnte (wie gut, dass ich genügend lange & dicke Äste von der Hasel im Keller aufbewahre…) Physikalisch ist es mir immer noch ein Rätsel, warum der Sichtschutz den Wind nicht von der Straßenseite (immerhin Sackgassenlage), sondern „Rückenwind“ bekommt, also von der eigentlich durch einen anderen Sichtschutz geschützten Seite…

Im November habe ich nach 35 Jahren(!) einen alten Schulfreund (besser: meinen besten Schulfreund bis zur 8ten Klasse oder so) getroffen und wir haben einen Spaziergang lang (Klein Flottbek — Teufelsbrück — Blankenese) lang gequatscht, was wir die letzten 35 Jahren so an Leben gehabt hatten.

Wären meine letzten drei Monate ein Tortendiagramm, wäre das mit weiten Abstand größte Tortenstück, die Arbeit. Und diese sind nicht nur geleisteten/abgerechneten Stunden, sondern inzwischen eine Grundmelodie, die den ganzen Tag, sieben Tage die Woche zu hören ist.

Selbst wenn ich die Wochenende von Arbeit frei halte (was mir fast immer gelungen ist), ist diese Melodie zu hören. Entweder weil ich Dinge nachhole, die unter der Woche liegen geblieben sind (Haushalt) oder weil ich so platt bin, dass ich nur noch passiv vor mich rumgammle (Lesen, TV). Spätestens mit dem Sonntag Nachmittag drehen sich die Gedanken wieder verstärkt um die bevorstehende Arbeitswoche.

Ja, danke. Dass dies nicht gut ist, weiß ich selber. Es fällt mir in Gesprächen und Telefonaten selber auf, dass ich quasi kaum noch Konversation über etwas anderes führen kann. Diese Monothematik ist nicht gut und COVID-19 macht es mir auch nicht einfacher, weil es mir weitere Optionen aus der Hand schlägt. Keine Museen, keine Kinos, keinen Kurzurlaub an der Nordsee, keine Zeichenkurse, keine Sportveranstaltungen.

Things I worked on.

Die Arbeit wird immer noch vor allem durch der Pendelei zwischen Projekt A und B geprägt.

Bei Projekt A ging es mit einer recht großen Prise „Salesforce“ weiter, wobei das Gros dort von meiner Kollegin erledigt wurde und ich eher zugearbeitet habe. Aus meiner Sicht fühlt sich Salesforce nicht wirklich gut an. Ich kann aber den Finger noch nicht darauf legen, ob das Problem Salesforce selber oder eher die Salesforce-Phantasien von Stakeholdern ist.

Bei Projekt B geht es auf die Schlussgerade. Das Ziel „Q1“ ist in Sichtweite. Das Timing für die letzten drei Monaten nimmt immer konkretere Formen an. Nimmt man all‘ das zusammen, was noch umgesetzt werden soll, sieht es erst einmal gut aus.

Was spannend wird, sind die Rumsfeld‘schen „known unknowns and unknown unknowns“. Wir vom Frontend wissen, aus welche Richtung potentielle Probleme könnten (die „known unknowns“). Die Komplexität des Gesamtprojektes ist aber so groß, dass ich mit dem Aufpoppen einiger Unbekannten rechne.

Das, also der Blick auf das Projekt von einer großen Flughöhe aus, macht mir derzeit aber weniger zu schaffen, als der Alltag als Co-Lead im Frontend. Es ist das permanente Springen in den Themen. Telefonkonferenzen, Dokumentation, Ticketausarbeitung, Testen, Code-Abnahme, Überblick über die Auslastung anderer Frontendler, Briefing von Frontendler, Projektmanagement und Grafik undsoweiterundsofort.

Zum Coden selber, komme ich nur morgens ein, zwei Stunden zwischen Frühstück und der ersten Telko und dann am späten Nachmittag, so ab 16 Uhr, wenn das Kommunikationsrauschen deutlich abnimmt, ich wieder Herr über meine Zeit geworden bin und mal mehr als eine halbe Stunde am Stück an einem Thema sitzen kann.

Jetzt auf einmal dreizehn Tage am Stück für mich alleine und nur mit 2–3 Terminen. Es ist wie Weihnachten…

Was war. Anfang Oktober.

Ich schrub vor 14 Tagen zu meiner Rückkehr aus dem Urlaub/OP-Rekonvaleszenz…

Es hat sich so angefühlt, als wärst du über den Strand ins Wasser gerannt, um ein bisschen zu plantschen und stattdessen ist ein Wellenbrecher nach dem anderen gekommen und hat dir den Boden unter den Füßen weggezogen.

Was wäre die Steigerungsform davon? Ich könnte sie für diese vergangenen zwei Wochen brauchen – und die beiden Wochen stellen nur die Rampe für die Wochen bis zum Jahresende dar.

Das Projekt B biegt langsam in die Schlussgerade ein. Die Timings werden immer weiter für einen Livegang in Q1 festgezurrt und zumindest das Frontend hat die Sprints bis zum Feature Freeze Ende Januar grob durchgeplant.

Die Beschleunigung der letzten Woche sind aber vor allem im Projekt A zu verorten. Unser Frontend wird dort bislang durch ein Content-Management-System ausgespielt. In Q4 müssen wir aber für ein anderes Team ein Subset dieses Frontends für eine Ausspielung durch ein CRM (Kundenmanagement-System) anpassen. Dabei hat sich im Laufe der letzten zwei Wochen unser Liefergegenstand von „hier könnt ihr auf unsere Frontend-Sourcen schauen“ zu „wir bereiten euch die CRM-Templates vor“ verändert.

Bedeutet für meine Kollegin und mich: lernen wie man auf einer Salesforce-Plattform entwickelt, lernen wie Web Components funktionieren, lernen wie die Salesforce-eigenen Lightning Web Components funktionieren. Immerhin konnten wie binnen vier Werktagen einen PoC abliefern, mit dem wir vorerst grünes Licht für unseren Weg bekommen haben.

Und dann erwachte auch Projekt C aus seinem Sommerschlaf. Auch hier steht ein CRM und seine Templates im Mittelpunkt, allerdings bei einem anderen SaaS-Dienstleister. In den kommenden Wochen geht es um Bugfixing, ehe dann grundsätzliche Template-Arbeiten vorgenommen werden sollen.

Und so ist das Wochenende durch ein merkwürdiges Gefühlsmischmasch geprägt. Euphorisch und Neugier ob der neuen Themen. Ehrfurcht vor diesen Bergen an Arbeit. Kampfgeist sich dieser Herausforderung zu stellen. Und das Gefühl, wenn ich das packe, beruflich wertvolles/wichtiges Wissen für die kommenden Jahre bekommen zu haben. Aber das wird in den kommenden zehn Wochen ein wilder Ritt.

Things I worked on.

Wenn ich mein Frontend-Entwickler-Hütchen aufsetze, war das eine befriedigende Woche. Ich habe in Projekt B das bislang umfangreichste Javascript-Modul zur Code-Review abliefern können.

Knapp anderthalb Wochen lang, musste ich den Code-Stand immer wieder überarbeiten, um alle Anforderungen aus der UX und Barrierefreiheit unterzubringen. Am Dienstag war ich dann den ganzen Tag mit Refactoring der „Kladde“ beschäftigt. Als ich dann am nächsten Tag wieder mit der Erweiterung der Funktionalitäten weiter machte und merkte, wie die Bausteine der umgebauten Code-Struktur nun ineinander fassten und wieder verwendet werden konnten, kam ein großes Gefühl der Zufriedenheit in mir auf.

Things I did.

Sonntag vor einer Woche habe ich meine erste 70km-Radfahrt nach der OP absolviert – die Teufelsbrück-Finkenwerder-Hausbruch-Tour. Die Zeit war mit 4:22 so im mittleren Bereich. Meine Beine und mein Steißbein habe ich aber noch bis in den Montag hinein, gespürt.

Reading List

  • Money Stuff/Bloomberg: Facebook Makes Profits, Shareholders Complain, 4.10.2021, Matt Levine
    Eine interessante Kolumne in der Levine anhand von Facebook die Frage betrachtet, ob Profitmaximierung um jeden Preis wirklich im Sinne der Aktionäre ist. In Zeiten des Klimawandels ist dabei der Name „Facebook“ beliebig austauschbar gegen diverse andere Konzerne.
    Der Charme in Levines Kolumne liegt im Aufzeigen unterschiedlicher Ansätze, wie gesellschaftlicher Schaden direkt auf Aktiengesellschaften zurückgespielt werden könnten.
  • Politico: Nikki Haley’s Time for Choosing, 8.10.2021, Tim Alberta
    Ein Very-Longread über die Republikanerin Nikki Haley. Alberta zeichnet ein sehr tiefgründiges Portrait über die rätselhafte Politikerin und verknüpft dabei Haleys Wurzeln als isoliertes Kind indischer Immigranten mit ihren politischen Positionen und Handeln/Nichthandeln.

Things I read.

Ich habe einige „James Bond“-Comics gelesen, Bestandteil aus einem „Humble Bundle“-Comics-Paket von Dynamite Entertainment.

James Bond: „Vargr“ und „Eidolon“ (2015/16)

Comic-Seite
Unterkühlte Zeichnungen. Effizient: wenige Striche um eine Atmo zu schaffen.

Der Verlag Dynamite Entertainment kaufte 2013 die Lizenz für James Bond-Comics und begann mit zwei Storybögen von Warren Ellis.

Die insgesamt zweimal sechs Hefte wirkten wie Aufwärmübungen für Ellis, der da einiges an Atmo (dunkel, kalt, zynisch, Kalter Krieg-like) und Charaktere gut am Wickel hatte, aber letztendlich zweimal den Plot komplett versemmelt. Belanglos und fragwürdige Auflösungen.

Interessante Zeichnungen von Jason Masters (nicht minder unterkühlt wie die Story), für den aber „Eidolon“ eine Höllenqual gewesen sein muss – als jemand der keine Autos zeichnen kann, gleich zweimal Auto-Verfolgungsjagden auf Papier bringen zu müssen.

Zwei von fünf Sternen.

Comic-Seite
Masters zeichnet bemerkenswerte Kampfsequenzen, die so detailliert auf Aktion-Reaktion eingehen, dass es fast wie eine IKEA-Anleitung für Martial Arts wirkt.

James Bond: „Black Box“ (2017)

Comic-Seite
Sparsame, ja schon faul zu nennende Zeichnungen, die in die Belanglosigkeit abkippen. Auch wenn es so nicht aussieht, aber das sollen Schweizer Alpen sein.

Nach Warren Ellis übernahm Benjamin Percy als Autor und Rapha Lobosco als Zeichner. Percys James Bond steht zu Ellis‘ Bond wie Roger Moore zum frühen Sean Connery. Hollywood und buntes Ambiente halten Einzug. Details sind egal (auf einer Schweizer Almhütte wird das Essen wie in einem US-Trucker-Imbiss serviert, die Straßen haben US-Verkehrszeichen und es fahren US-Trucks…).

Die Story (Datenklau) ist einfältig und läuft am Ende auf ein Endgame wie aus einem klassischen Film-Bond hinaus: dem Endkampf in der Schurken-Festung.

Die Zeichnungen von Lobosco sind anfangs (Schweiz) richtig meh. Aber mit Verlagerung des Geschehens in das Nachtleben von Tokyo, hat er einige richtig gute, effiziente visuelle Übersetzungen gefunden.

Schlechter als Ellis und damit bei ein von fünf Sternen.

Comic-Seite
Und so sieht es aus, wenn du als Zeichner zwar faul bist, aber clever genug, um mit minimalen Einsatz (schwarze Flächen vs bunte Flächen & Linien) eine wirklich gute Atmosphäre zu kreieren.

James Bond: „Hammerhead“ und „Kill Chain“ (2016/17)

Ich ließ schon die Hoffnung fahren, als ich dann auf zwei Storybögen von Andy Diggle (Autor) und Luca Casalanguida (Zeichner) stieß. Auf der James Bond-Skala liegen beide Bände eher bei den frühen Sean Connery-Bonds, allerdings ohne den Hauch von John Le Carré-Brutalismus, den Ellis versuchte unterzubringen.

In „Hammerhead“ geht es um eine antikapitalistische Terrororganisation „Kraken“, die anscheinend versucht, an eine britische Militärwaffe zu kommen. In „Kill Chain“ ist ein fehlgeschlagener Einsatz von Bond der Auslöser für eine Serie von Intrigen, die unterschiedliche Geheimdienste und in Folge NATO-Länder gegeneinander ausspielt.

„Hammerhead“ ist für mich vier von fünf Sternen, weil die Intrige etwas zu simpel und offensichtlich ist. „Kill Chain“ bringt aber die fehlende Komplexität rein und ist schlichtweg atemberaubend. Ein Page Turner. Fünf von fünf Sternen.

Es ist Diggles große Leistung den Stories Gravitas zu geben, glaubwürdig zu vermittelt „es steht etwas auf dem Spiel“ – woran Ellis und Percy scheiterten. Insbesondere „Kill Chain“ serviert ein realistische Szenario der politischen Eskalation.

Casalanguidas Zeichnungen werden nicht in die Kunstgeschichte eingehen, sind aber gut anzuschauen, ausdrucksstark und vermitteln eine Dynamik die sehr gut mit Diggles Stories harmonieren.

James Bond: „James Bond Origin“ (2018/2019)

Von höchsten Höhen zu tiefsten Tiefen. Ich habe nach ca. einhundert Seiten aufgehört das Werk von Jeff Parker (Autor) und Bob Quinn (Zeichner) zu lesen.

Der Ableger beschäftigt sich mit dem jungen James Bond, der im Zweiten Weltkrieg von der Schule an Militär und Geheimdienst herangeführt wird. Das einzige was in diesem Machwerk an James Bond erinnert, ist der Name. Charaktere und Tonalität haben mehr mit Jugendromanen zu tun. Der Zeichenstil ist ein typisch manga-beeinflusster US-Comic-Strich.

Null von fünf Sternen.

Was war. KW39 – September-Ausgang

Nach zweieinhalb Wochen Pause, war die vergangene Woche die erste Arbeitswoche. Es hat sich so angefühlt, als wärst du über den Strand ins Wasser gerannt, um ein bisschen zu plantschen und stattdessen ist ein Wellenbrecher nach dem anderen gekommen und hat dir den Boden unter den Füßen weggezogen.

Projekt „A“ hat in dieser Woche massiv an Gravität gewonnen. Es gibt dort nun ein „Subprojekt“, dass in Q4 geliefert werden muss und meine Kollegin und ich sind Teil einer Lieferkette, von dem ein anderes Team abhängt. Die kommenden Wochen werden im Austarieren der Bedürfnisse der beiden Großprojekte „A“ und „B“ diffizil werden.

Am Donnerstag stand der zweite Besuch beim Doc nach der OP an. Es wurde der erste Schwung an Fäden gezogen. Bis dato war er zufrieden, machte aber auch deutlich, dass man letztendlich erst in vier Wochen wird sagen können, ob alles so zusammenwächst, was zusammenwachsen soll.

Things I worked on.

Im Projekt „B“ war viel Theorie angesagt, u.a. auch sich Gedanken über die Herangehensweise für die eigene Umsetzung einer UI-Komponente zu machen.

Im Projekt wurde über Lighthouse diskutiert, eine von Google forcierte „Performancemessung“ von Webseiten. Ich habe ein neues Detail von Browser-Implementierungen kennen gelernt.

Mir war bislang nicht klar, warum Lighthouse empfiehlt an Bildern explizit height und width-Attribute zu setzen, um „Layout Shifts“ zu vermeiden (also Änderungen am Layout, weil Bilder spät geladen werden und sich das Layout dadurch neu berechnet).

Für mich hat diese Empfehlung keinen Sinn gemacht, da bei responsiven/fluiden Layouts die angegebenen Werte höchstwahrscheinlich nicht mit den Endgröße übereinstimmen würden, da der Browser nicht auf die maximale Breite aufgezogen seimn dürfte.

Tatsächlich sind die Browser-Hersteller da aber cleverer als ich es erwartet hatte: die Größen des height– und width-Attributs werden browserintern erst einmal nur herangezogen, um das CSS-Attribut aspect-ratio (Seitenverhältnis) zu berechnen und dann anhand der reelen Breite, die notwendige Höhe zu berechnen und den Container entsprechend aufzuziehen. Diese Auto-Magic anhand der reelen Browserbreite, war mir neu. Der Aha-Effekt kam, als der Entwickler in den Webentwickler-Tools von Chrome die selbständig ausgefüllten aspect-ratio-Property der Browser-Styles zeigte.


In Projekt „A“ mussten wir nach dem Startschuss am Dienstagnachmittag, in Windeseile einen neuen Workflow für die neuen Konsumenten unserer Komponenten aufziehen, einen neuen Seitenrahmen und einen ersten Schwung an fundamentalen Komponenten anfertigen.

Things I read.

Mega-City Undercover / Low Life – Eine Comic-Serie, die im britischen Comic-Heft „2000 AD“ erschienen ist (2004 – 2012). „Low Life“ ist ein Ableger von Judge Dredd und spielt in den Slums von Mega-City. Die Serie wurde später in drei TPBs unter dem Label „Mega-City Undercover“ gebündelt. Die Serie fokussiert sich auf vier Judges, die im Stadtviertel „Low Life“ incognito agieren.

Die Erscheinungsweise als wöchentliche Folge im Heft „2000 AD“ führt dazu, dass der Plot als 5- oder 10-Seiten-Happen serviert wird und ausschließlich in Schwarz-Weiß gezeichnet ist. Ein Kollateralschaden: einige Zeichner haben mangels Farbe und Platz Schwierigkeiten die Story nachvollziehbar umzusetzen.

Die erste Storyline rund um Aimee Nixon war überragend vom Setting, von den Zeichnungen und den Charakten. Komplexe Charaktere, bei denen ich sofort Bock hatte, mehr über die Bio zu erfahren. Zeichnungen, die versuchen die Charaktere auch optisch abseits von Klischees zu etablieren. Und eine Story mit Schattierungen und Charakterentwicklungen.

Leider konnte „Low Life“ das Niveau danach nicht halten. Mal gucken, wie es in den weiteren Bänden von „Mega-City Undercover“ weiter geht.

Things I watched.

Es ging bei mir mit The Expanse weiter. Ich bin durch die dritte Staffel durchgerauscht und habe nun drei oder vier Folgen der vierten Staffel hinter mir.

Mit der vierten Staffel werde ich noch nicht warm. Der Bruch zwischen der dritten und vierten Staffel markiert ja auch das vorläufige Ende der Serie beim TV-Sender SyFy und der Wiederaufnahme der Serie-Produktion durch Amazon Prime Video. Während die ersten 36 Folgen derart ineinanderflossen, dass kein richtiger Staffelwechsel zu bemerken war, fühlt sich dieser Wechsel wie eine Vollbremsung an und so richtig Fahrt ist in die vierte Staffel bislang nicht gekommen.

Das Karussell an wechselnden Protagonisten ist fast komplett zum Stillstand gekommen. Einige Figuren haben merklich an Profil verloren, allen voran Naomi Nagata, die in der vierten Staffel unangenehm mütterlich wirkt – fast wie eine SciFi-Mutter-Beimer.


Zweites Wochenende an dem ich versuche, mit meinem Neuseeland-Rugby-Methadon URC klar zu kommen. Die Streams lassen sich inzwischen etwas besser on demand anschauen. Aber die irischen(?) Kommentatoren geht mir auf die Nüsse: permanent über die Referees drüber quatschend und zu häufig einen Plauder-Sing-Sang anschlagend, der in deinen Ohren zu einem Wortbrei ohne klaren Aussagen wird. Da lobe ich mir doch die Neuseeländer, die da eher dem US-Modell von Play-by-Play und Color Guy folgen.

Was war. Ende September.

Am morgen 9 Uhr heißt es wieder „Schleusen auf“ und die geballte Wucht der Großprojekte wird nach zweieinhalb Wochen Pause wieder auf mich zurollen.

Um keinen Kaltstart hinzulegen, habe ich bereits letzten Mittwoch mit der Arbeit wieder angefangen – allerdings nur kleinere, eigene Kunden.

Von der OP ist nicht mehr viel zu merken, außer den wöchentlichen Kontrollbesuchen beim Arzt. Ab Donnerstag werden wochenweise die Fäden gezogen. Die Liste an Medikamenten ist kleiner geworden. Seit diesem Wochenende habe ich mich auch von Ibuprofen verabschiedet. Es bleibt nur noch Antibiose und Probiotikum.

Things I worked on.

Ich habe unter der Woche Aktualisierungen bei drei kleineren Kundenprojekten durchgeführt. Bei allen drei Projekten habe ich, ganz oder teilweise, den grunt-basierenden Workflow auf NPM-Skripts umgestellt.

Außerdem habe ich begonnen für die kleinen Kundenprojekte mit Node und Express lokale, temporäre Webserver hoch zu ziehen. Die beiden großen Kundenprojekte kommen mit eigenen lokalen Webservern und damit dem rechnerweiten Apache mit seinen vhosts immer in die Quere. Das hat immer ein Runter- und Rauffahren der ganzen Webserver erforderlich gemacht. Mit den projektweiten, lokalen Node-Webserver muss ich nicht mehr jedes mal über den Status des rechnerweiten Servers nachdenken.

Things I did.

Ich habe die Macs auf das neue Xcode und Safari 15 aktualisiert. Safari 15 ist ein Vorgeschmack auf macOS Monterey. Bereits in macOS Big Sur war die UX ugly as fuck, aber was man sich bei Safari 15 bei der neuen Anordnung der Tabs gedacht hat…

Fun Fact: Apple hat das Default-Styling von Form-Elementen in iOS-Safari 15 überarbeitet. So wird z.B. für Button-Element (BUTTON und INPUT[type="button"]) eine explizite Textfarbe gesetzt (Blau). Wer bislang keine explizite Textfarbe gesetzt hat, sondern „nur“ über Vererbung die normale Textfarbe weiter gereicht hat, bekommt nun UI-Elemente mit blauer Textfarbe…

Auf dem Desktop ist davon in Safari 15 noch nichts zu sehen, aber ich kann mir vorstellen, dass mit der Überarbeitung der UI-Elemente in macOS Monterey, der Effekt auch auf dem Desktop Einzug halten wird.


Fachlich hat mich am meisten das Thema CSS Cascade Layers beschäftigt – ein Thema von dem ich bislang noch nichts gehört hatte, das aber so weit fortgeschritten ist, dass es als „Experiment“ in allen Browsern implementiert ist (bei Safari in der Technology Preview).

Im Kern geht es um die Frage „Welche CSS-Selektoren werden priorisiert?“. Bislang waren es: 1. die Reihenfolge im Source Code, 2. die Spezifität der Selektoren.

Um den permanenten Kollisionen in der Spezifität aus dem Weg zu gehen, haben sich seit Jahren Schemen für die Vergabe von class-Namen etabliert, wie z.B. BEM, OOCSS, ITCSS o.ä. etabliert.

Mit @layer {} wird nun ein dritter Faktor eingeführt. Über die Motivation @layer einzuführen, schreibt Miriam Suzanne:

[The] primary tools available within a single origin are specificity and source order. The former is limited by the semantic requirements of selection, and the latter can be hard to control in all situations. There is a desire for “deterministic style ordering” based on a more explicit syntax.

Ich bin noch nicht gefestigt in meiner Meinung. Aber meine erste Reaktion war: wtf? Zwei Gedankengänge führen bei mir zu Unbehagen ob dieses neuen Features.

Zum Einen habe ich ein derartiges Feature nicht vermisst. In den letzten sieben Jahren Arbeit mit Highend-CMS‘ und komponentenbasierenden Design-Systemen haben Sass und BEM alle meine Bedürfnisse in dieser Richtung abgedeckt.

Zum Anderen sehe ich im Feature ein (IMHO unnötiges) Verkomplizieren in der Ableitung welche CSS-Anweisung auf welche Selektoren greifen. Nach Source Order und Spezifität spielt plötzlich ein dritter Faktor mit rein, der dann im SCSS/CSS-Source Code sonst wo versenkt sein kann.

Wie gesagt: erst einmal nur eine vorläufige Meinungsbildung bei mir. Mangels adäquatem Diskurs in der Webentwickler-Szene, übersehe ich vielleicht praktische Anwendungen außerhalb des „Themes-basteln“-Szenario.

Reading List

  • Oliver Burkeman on making the most of life – Interview von Uri Bram bei The Browser, 22.9.2021

    • Über Multitasking – „[The] reality of it is that you don’t make much progress on any of them because as soon as one of them gets difficult, you just bounce over to another one that feels easier.
    • Statt Multitasking – „[You need] to have this tolerance for the anxiety of not accomplishing things.
    • Statt Multitasking – „[What] you need is this ability to tolerate that mild discomfort of like, well, ’there probably are a lot of important things in my inbox, but first for two hours I’m going to focus on this thing that matters to me more.‘
    • A friend of mine, the meditation teacher Susan Piver, says that busy-ness is a form of laziness

Things I watched.

Zum ersten Mal seit langer Zeit: Binge-Watching. Und zwar The Expanse – Die Science-Fiction-Serie auf Amazon Prime, die Ende des Jahres in die letzte Staffel gehen wird.

Vor drei Jahren hatte ich den ersten Band gelesen und war nur mäßig begeistert. Als TV-Serie hat die Story einen anderen Drive. Zwar bleibe ich bei meiner Kritik, dass Mord an Millionen von Menschen (der in der Serie BTW mehrmals vorkommt) mir da zu sehr nur ein bloßer Plotmoment sind. Aber die Charaktere und die Fraktionen Erde vs Mars vs Gürtel sind etwas tiefer gezeichnet als im ersten Band. Da tat die Kompression der Story als TV-Serie ganz gut.

Die Serie hat hohes Tempo und legt jedesmal einen süchtig-machenden Cliffhanger hin.

Was war. Mitte September.

Was war? OP war. Am Montag Nachmittag. Aus den angekündigten zwei wurden drei Stunden unter Vollnarkose. Irgendwann, mir wurde später gesagt: anderthalb Stunden später, bin im Aufwachraum aufgewacht – besser: „aufgedämmert“. Nase und Mund taten noch vom Naseninkubator weh und ich brauchte noch mal eine halbe Stunde um hinreichend viel Bewusstsein und Kreislauf aufzusammeln um meine ersten Gehversuche zu starten. Kurze Zeit später gab es das grüne Licht vom Arzt und Assistenz um ins Auto einer Bekannten geleitet zu werden, die mich nach Hause fuhr.

Der Dienstag lag noch im Nebel. Ich pendelte im Viertelstundenrhythmus zwischen Wach- und Dämmerzustand. Ich war zu müde um Input sauber zu verarbeiten. Alles was mehr als fünf Minuten Aufmerksamkeit verlangte, war schon zu anstrengend. Ab auf die Couch, Fernseher laufen lassen (Nachrichtensender, Phoenix, Franzosen-TV etc…) und dabei immer wegdösen, aufwachen, wegdösen etc…

Die Wachphasen wurden immer länger. Am Mittwoch konnte ich den ganzen Nachmittag wach bleiben und konnte auch wieder anfangen zu lesen.

Die nächsten zwei Nächte waren aber übel. Mein Nacken war inzwischen komplett ramponiert und jeder Versuch im Liegen einzuschlafen, triggerte eine Migräne. Vier Stunden brauchte ich, um ein halbwegs erträgliches Kopfkissenkonstrukt zu finden, das mich zwei Stunden schlafen ließ.

Am Freitag ging ich viel spazieren, massierte meinen Nacken und führte Muskelentspannungsübungen für Nacken/Schulter durch. In der Nacht Freitag auf Samstag war es dann so weit: fünf Stunden durchgeschlafen und damit wieder zum einigermaßen normalen Tagesrhythmus zurückgekehrt. Seit Samstag verbringe ich die Tage normal.

Was immer noch umständlich ist: Frühstück und Abendessen. Durch die Einnahme von bis zu sieben Medikamenten kannste nicht einfach drauflos essen. Stattdessen muss erstmal der Schwung an Medikamenten rein, der in einen leeren Magen rein muss – danach eine halbe Stunde bis zum Essen warten. Mit dem Essen dann die nächste Ladung Medikamente. Und zum Finale kommen die Medikamente die eine halbe bzw eine Stunde nach dem Essen eingenommen werden sollen. Das macht aus Frühstück und Abendessen immer eine Zwei-Stunden-Angelegenheit.

Aber bei allen Umständen: unterm Strich mache ich jeden Tag Fortschritte und der Heilungsprozess ist im Soll.

Things I worked on.

Nope. No work. Just what the doctor ordered.

Things I did.

Büschen Gartenzeug, u.a. den Seitenstreifen auf der Giebelseite versucht ein bisschen zu ordnen.

Things I watched.

Während meines Dämmerzustandes habe ich mich mit Nachrichtensendern, Dokus und französischen Fernsehen volllaufen lassen. Bestens geeignet, um das Hirn an die Hand zu nehmen und irgendwohin zu entführen statt sich mit mir zu beschäftigen.

Je weniger Dämmer, desto mehr Sport, Filme und Serien wurden es.

Zum südkoreanischen Thriller The Inside Men habe ich an anderer Stelle was geschrieben. Gleiches gilt für den Science-Fiction-Film und Adaption des Comics Valerian – Die Stadt der tausend Planeten.


A Child of Afghanistan: 20 Years of War – Doku in Koproduktion von ITV, des WDRs, Arte und Al-Jazeera (der Link geht auf die Al Jazeera, wo ich die Doku letzte Woche gesehen hatte).

Bei dieser 45minütigen Doku handelt es sich um eine 20 Jahre dauernden Langzeitbeobachtung. Nach 9/11 reiste der Filmemacher Phil Grabsky 2001 nach Afghanistan und wollte das Alltagsleben der Afghanen filmen. In der tiefsten Provinz stieß er dabei auf den achtjährigen Mir Hussein, der ihn so faszinierte, dass er Mir 20 Jahre lang begleitete – vom Kind über Jugendlichen bis hin zum Erwachsenen mit Frau und drei Kinder.

Afghanistan war in den letzten Wochen in den Schlagzeilen, aber es ist erst so eine Doku, die es greifbar macht, was im Land vor sich geht und wie es sich von innen anfühlen muss.

Things I listened to.

Ich hatte schon letzte Woche den DLF-Politikpodcast erwähnt. Hier der Hinweis auf die aktuelle Episode „Der Bundestag und das neue Wahlrecht. Hört sich nicht nach einem packenden Thema an, aber tatsächlich war auch ich von den zahlreichen Implikationen und Fragezeichen überrascht.

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