Es ist mein erster Tchaikovsky und ich bin durchaus angetan. Eine frische Story, gutes Tempo ohne größere Hänger und interessantes World Building.

Buchcover

Die Ausgangssituation des Buches passierte achtzig Jahre zuvor, als die „Architekten“ von Planet zu Planet zogen und sie vernichteten. Die „Architekten“ sind mondgroße Objekte, die plötzlich aus dem Unraum auftauchen, sich Planeten nähern und sie dann zu bizarren Kunstwerken verformen. Sie besitzen darüber hinaus auch Bewusstsein.

Die menschliche Zivilisation ist unterdessen in verschiedene Fraktionen zersplittert. Zum Beispiel das Parthenon, durch Genmanipulation gezüchtete, optimierte Kriegerinnen. Und dann gibt es die „Intermediäre“. Menschen, die künstlich neurologisch transformiert wurden, um den Unraum und die Architekten zu fühlen und damit als Waffe gegen die Architekten eingesetzt wurden.

Das Buch begleitet achtzig Jahre nach den Kriegsereignissen den Intermediären Idris und eine Crew von Raumfahrern auf einem Bergungsraumschiff. Die Architekten scheinen verschwunden zu sein, dienen aber den unterschiedlichen Fraktionen immer noch als Vorwand für Machtspielchen.

Es ist einer der Romane, die es schaffen, bei mir Bilder und Gefühle entstehen zu lassen. Die Leistung schätze ich umso größer, weil substantielle Teile des Romanes sich außerhalb unserer normalen physischen Welt abspielen, aber dank Tchaikovsky trotzdem greifbar bleiben.

Selbst bei so einem extremen Charakter wie Idris versteht es Tchaikovsky, die Steigerungskurve so zu timen, dass die Spitzen erst gegen Ende des Buches auftauchen, statt von Anfang an, den Lautstärkeregler auf Anschlag zu drehen. Auch weil Tchaikovsky sich gleich eines ganzen Sets an wichtigen Plotfiguren bedient, die im Laufe der über 600 Seiten, ihre Höhepunkte jeweils zu unterschiedlichen Zeitpunkten erleben.

Das einzige, was dem Buch abgeht, ist ein Leitmotiv, das einem mental beschäftigt und an das man zu knabbern hat. Dazu ist es dann doch zu sehr Space Opera.

Aber eine Space Opera, die mich genug angefixt hat, damit ich mir irgendwann die beiden anderen Bände holen werde.

Vier von fünf Sternen.