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Cover des Trade Paperbacks

Warhammer 40,000 ist eine Science Fiction-Variante der Warhammer-Tabletop-Spiele — kleine Miniaturen auf einem Spielfeld, die taktische Kämpfe durchführen.

Aus der Rahmenhandlung für das Spiel wurde etliche Romane und Comics als Spin-Offs entwickelt. Seit 2019 liegt die Lizenz für die Comics bei Marvel und Kieron Gillen schrieb mit „Warhammer 40,000: Marneus Calgar“ das Entrée der Marvel-Ära, dem aber bislang nach Gillen nur noch eine Story folgte.

Das Cover zeigt bereits das wenig subtile Setting von „Warhammer 40,000“. Es spielt im 42ten Jahrhundert und ist auf Anschlag düster, gewalttätig und blutig. Der englische Ausdruck „Grimdarkgeht auf den Slogan von Warhammer 40k zurück: „In the grim darkness of the far future there is only war.

Die Menschheit lebt in einem Imperium, dass eine Mischung aus Theokratie und Militärstaat ist. Es gibt unterschiedliche Militärfraktionen, die sich der „Kräfte des Chaos“ und Häretikern wiedersetzen. Die Titelfigur von Gillens fünf Hefte umfassenden Mini-Serie ist Marneus Calgar, der Ordensmeister der Ultramarines. Gillen erzählt die Story in zwei Timelines: die Ausbildung von Calgar und die Rückkehr von Calgar auf seinem Geburtsplaneten, der sich feindlichen Angriffswellen ausgesetzt sieht.

Um es vorweg zu nehmen: ich gebe dem Comic 2 von 5 Sternen. Nicht weil er wirklich schlecht ist, sondern aufgrund kompletter Bedeutungslosigkeit. Gillen schafft es eigentlich meistens, einen Spin rein zu bekommen, der Stories über den Durchschnitt hebt. Hier haut es nicht hin. Der Plottwist der etliche Seiten später zum Finale führt, ist bereits nach dem zweiten Heft vorherzusehen.

Es ist mein erster Kontakt mit der Warhammer 40,000-Welt. Viele Prämissen, wie z.B. dieses Amalgam aus Militarismus, Faschismus und Theokratie, schreien ebenso nach einer Story mit Punch, wie die „Ausbildung“, denen ein Soldat von Kindheit an, ausgesetzt wird. Dieser fehlende Punch ist angesichts des krassen Ausgangsmaterial furchtbar. Ich kann nur spekulieren, dass der Lizenzgeber Games Workshop Gillen an der kurzen Leine hielt.

Panel im Manga-Style
Es amüsiert mich immer, wenn in US-Comics plötzlich Panels mit Manga-Stilmitteln eingesetzt werden (Speedlines, aufgebrochene Konturen, sogar die Augen sind recht groß geraten)

Zeichner Jacen Burrows macht noch das Beste aus Welt & Vorlage. Seine Kleinteiligkeit macht Zerstörung und Gewalt noch eindringlicher. Vor allem in den ersten Heften, als er noch selber das Inking besorgt, erinnert es ganz stark an Geof Darrow und seiner überzogenen Gewaltdarstellung. Der spätere Wechsel auf das Inking von Guillermo Ortego bekommt Burrows Zeichnungen nicht.

Vergleich zwischen dem Inking von Burrows und Ortego
Links ein Panel mit dem Inking von Burrows himself und rechts der geradezu langweilige Strich von Ortego. Keine Ahnung was in der Zeit zwischen diesen beiden Panels mit der Colorierung passiert ist. Da war wohl jemand in Eile oder hatte keinen Bock.

Am Ende werden es nicht mehr als 2 von 5 Sternen, für etwas, was handwerklich sauber ist und schnell weggelesen, aber doch underwhelming war.

2 von 5 Sternen.

Moin. Am letzten Montag hatte ich meine mutmaßlich letzte OP. Es blieb diesmal bei den prognostizierten nur zwei Stunden Vollnarkose. Entsprechend ist die Birne unter der Woche schneller klar geworden, als bei den vorigen OPs. Samstag habe ich meinen ersten Kaffee zu mir genommen und bin das erste Mal wieder Rad gefahren.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Rekonvaleszenz wie ein Urlaub zu behandeln. Allerdings hatten sich unter der Woche in einem Projekt wichtige strategische Entscheidungen angedeutet, die mich ziemlich getriggert haben. Deswegen verbrachte ich den Donnerstag überwiegend übel gelaunt vor dem Rechner, um mich fachlich einzulesen. Am Freitag überkam mich einerseits Erleichterung, weil eine dritte Seite ein Arbeitspapier vorlegte, das recht nahe an meiner Denke war und mir damit für mich selbst Bestätigung und perspektivisch Unterstützung gab.

Andererseits war ich darüber entsetzt, wie mich so etwas derart triggern konnte. Ich schaffe es nicht, mental Abstand zu nehmen. Ich befinde mich auf einen Kurs, der mich straight in Richtung Magengeschwür bringen wird. Nicht gut. Nicht gut.

Things I did.

  • Die Umstellung von Sketch auf Figma begonnen. Bei Sketch wirkt jedes Update inzwischen wie ein bloßes Herumschieben von bereits vorhandenen Teilideen. Von einer Vision ist nichts zu merken.
    IMHO hat Figma die Ideen von Sketch konsequenter ausgearbeitet und weiter entwickelt. Es lässt sich besser damit arbeiten. Allerdings kostet das Einarbeiten in Figma Zeit, wenn man es nicht nur als vektor- und webdesign-orientiertes Zeichenwerkzeug einsetzt, sondern als Tool für die Entwicklung größerer Websites, vulgo: wenn das Thema „Best Practices“ bzw. nachhaltiges Arbeiten von Bedeutung ist.
  • Auf macOS Ventura aktualisiert. Bislang keine raison d’être für dieses Upgrade gefunden. Die größeren Änderungen sind eher spektakulär schlecht ausgefallen (neues Systemerweiterungs-Panel, Stage-Manager)
  • Als neuen Browser „Arc“ installiert. Zuerst irrlichterte ich zwischen fehlenden Verständnis der Ideen die nun einen neuen Browser notwendig machen und Ratlosigkeit über die konkrete Umsetzungen.
    Eine der Gedankenstränge wirkt wie die konsequente Fortsetzung der neuen linken Tab-Leiste in Safari. Dies ist etwas, was ich eigentlich nicht schätze, da sie zu viel wertvollen horizontalen Bildschirmplatz wegnimmt.
    Zwei Wochen in, hat der Browser aber bei mir seine Nische gefunden, für alles, auf das ich permanent Zugriff haben möchte (z.B. Twitter, Mastodon, Online-Foren). Zumindest auf meinem Drei-Monitore-Bürorechner… To be continued.

Things I read.

Das Trade-Paperback in den Händen haltend
„V for Vendetta“ – Erste Auflage des Trade-Paperbacks von 1990

Remember, Remember, the fifth of November“ ist in England ein bekannter Reim zur Erinnerung an das fehlgeschlagene Bombenattentat vom 5ten November 1605, dem sogenannten Gunpowder Plot. Einer der Attentäter, Guy Fawkes, ist noch heute präsent, in Form dieser Maske die gerne vom Anti-Establishment/Protestbewegungen benutzt werden.

Als am 5ten November der Reim mal wieder auf Twitter die Runde machte, verspürte ich den Drang, den Comic „V for Vendetta“ wieder zu lesen — ein Comic der der Maske zu ihrer Popularität verhalf.

Zwischen 1982 und 1989 entstanden, beschreibt der Comic England im Jahre 1997 als einen Orwell’schen Überwachungsstaat faschistischer Ausprägung. Am Abend des 5ten November 1997 wird die 16jährige Evey von einem Mann mit Guy Fawkes-Maske vor einer Vergewaltigung gerettet und auf ein Dach gebracht. Der Mann, „V“ genannt, löst dort eine Explosion aus, die das britischen Parlament und Big Ben zerstört. „V“ entpuppt sich ein Anarchist, der Staat und Gesellschaft umstürzen will.

Als ich das Buch nun zum ersten Mal seit längerem in den Händen hielt, wurde ich mir bewusst, wie alt ich inzwischen geworden bin. Das Trade-Paperback ist 1990 erschienen. Ich muss es 1990 oder 1991 gekauft haben — also vor fucking 32 Jahren. Das Papier ist schon etwas gelb geworden, was aber ganz gut zur Tonalität der Geschichte und der Zeichnungen im Stile alter englischer Comics aus den 70er Jahren passt.

Zum Schock trug auch dazu bei, dass das Buch etliche Motive enthält, die heute wieder erkennbar sind. Bereits auf Seite 2 heißt es in den Radionachrichten:

In a speech today Mr. Adrian Karel, party minister for industry stated that Britain’s industrial prospects are brighter than at any time since the last war.

Mr. Karel went on to say that it is the duty of every man in this country to seize the initiative and make Britain great again.

Das war vor mehr als 30 Jahren bereits die Beschreibung der Leitmotive von Brexit und MAGA/Trump … als faschistische Rhetorik.

Es hat mich auch erschüttert, wie viel ich vom Buch vergessen hatte — oder einfach nur schlampig gelesen hatte? Ich hatte das Gefühl das Buch zum ersten Mal zu lesen.

Der Comic stellt Faschismus und Anarchismus gegenüber, stellt aber aufgrund eines sehr langen Mittelteils mit Evey im Zentrum des Geschehens, auch die Frage: was darf eine Bewegung alles tun, um ihr Ziel zu erreichen?

Auch 32 Jahre später, ist „V for Vendetta“ ein Meilenstein der Comic-Literatur. 5 von 5 Sterne.

Things I watched.

  • Das fucking beste Rugby-Spiel des Jahres? Das gestrige WM-Finale bei den Frauen. Neuseeland – England in Auckland. Ich schrieb es bereits auf Twitter, dass die World Rugby-Verantwortlichen windelweich geprügelt gehören, sollten sie dieses Spiel nicht irgendwo öffentlich in voller Länge ablegen — haben sie leider bislang nicht getan. Daher hier nur die „extended Highlights“ von 15 Minuten Länge.
  • Nicht das beste Rugby-Spiel des Jahres? Das gestrige Bundesliga-Spiel Hamburger RC – Berliner RC in der Rugby-Arena an der Saarlandstraße. Der HRC bekommt weiterhin seine Probleme bei den Gassen nicht im Griff und war gestern offensiv harmlos. Selbst gegen einen gestern nicht wirklich gut auftretenden BRC, lag da mehr Unterschied als es Platz 1 vs Platz 4 der Nordgruppe suggerierte. Ach, gebt mir doch etwas mehr zum Mitfiebern.
  • „Memoir of a Murderer“ — Ein südkoreanischer Film mit einer interessanten Konstellation. Ein Serienmörder vergangener Tage leidet an fortgeschrittener Demenz. In seiner Umgebung geschehen wieder Serienmorde. Bei einem Auffahrunfall spürt er den Mörder getroffen zu haben. Oder spielt nur sein Hirn verrückt?
    Ich habe viel Sympathien für das Setup, die Schauspieler|innen und das Erzähltempo. 4 von 5 Sternen.

Things I played.

  • „Victoria 3“ — „Spielen“ wäre zu viel gesagt. Ich bin nach ca. sechs Stunden noch im Tutorialmodus und drauf und dran Schweden in den Staatsbankrott zu treiben.

Comic: „The Rise and Fall of the Trigan Empire”

Als kleiner Bub bin ich in den Ferien öfters bei meiner deutschen Großmutter im Odenwald gewesen. Schräg’ gegenüber gab es einen Zeitschriftenladen, der einige Comics hatte. U.a. ein Comic-Magazin namens „Kobra, das vorzugsweise britische Serien abdruckte. Mir hatte es vor allem die Serie „Das Reich Trigan“ angetan, die so bombastisch daher kam. Zeichnerisch aufwändig, epische Stories und eine verrückte Mixtur aus römisches Reich, Science-Fiction und Fantasy.

Denk ich an Trigan, denk ich an diese Kleinstadt im Odenwald, an die Kopfsteinpflaster-Straßen, das Geläut um 18 Uhr, mit dem gleichzeitig alle Ladengeschäfte schlossen, an den Spielzeugladen, der einer Freundin meiner Großmutter gehörte. An den kleinen Kohleofen im Wohnzimmer, das traditionelle Gläschen Rotkäppchen-Saft zum Abendbrot und „Onkel Otto“ im hessischen Werbefernsehen. An die zentnerschweren Bettdecken, an den Pisstopf unterm Bett (Toiletten gab es nur im Treppenhaus, eine halbe Etage tiefer).

Nach „Kobra“ habe ich „Das Reich Trigan“ nur noch 1-2 weitere Male gesehen.

Einige Jahre später bekam ich mit, dass die Serie als „faschistisch“ bezeichnet wurde. Naja, nun war es in den 70er und 80er Jahre so, dass die Comic-Kultur in Deutschland, und damit der Diskurs, noch reichlich ungesund war. Superhelden-Comics galten als moralisch verderbende Bildergeschichten. Mit den Tom & Jerry im ZDF-Vorabendprogramm entflammte eine Diskussion über zu viel gewaltverherrlichende Fernsehen für Kinder – 40 Jahre später hat keiner mehr ein Problem, wenn um 17 Uhr in CSI fröhlich Leichen obduziert werden … aber ich schweife ab.

Über 40 Jahre später, gab es ein Wiedersehen mit dem Reich Trigan. Bei HumbleBundle konnte wieder ein Bündel von eBooks von Rebellion erworben werden. Wie gut hat sich „Das Reich Trigan“ gehalten? Erlag ich als Achtjähriger irgendeinem Fascho-Zeug?



Zuerst braucht es etwas mehr Kontext: „The Trigan Empire“ ist eine britische Comic-Serie die von 1965 bis 1982 lief. Es handelt sich also um eine fast 60 Jahre alte Science-Fiction-Serie und wie man schon an Isaacs Asimovs Foundation-Trilogie sehen konnte, altert nicht jede Science Fiction gut.

Die Serie wurde anfangs in wöchentlich erscheinenden Comic-Magazinen jeweils mit zwei Seiten abgedruckt. Das erklärt die teilweise arg textlastigen Seiten und die Kurzatmigkeit der Story. Aufsehenerregend waren die aufwändig gestalteten Zeichnungen/Malereien von Don Lawrence.


Die Stories beschreiben Aufstieg und Fall des Kaiserreiches Trigan auf dem Planeten Elekton. Es ist eine recht krude Mixtur aus „Römisches Reich“ meets „Bibel“ meets Fantasy meets Flugzeuge und Strahlenwaffen. Architektur und Kleidung orientiert sich überwiegend am römischen Reich. Kaiser Trigo und seine Sippschaft hüpft mit Sandalen und einem Schwertchen herum, während die Soldaten um ihn herum am Flughafen, die Strahlenpistole im Holster tragen.

Die Serie beginnt als Trigo und seine beiden Brüder das Nomadenvolk der Vorg anführten. Das Volk wird bei einem grundlosen Angriff eines Kampffliegers eines Nachbarvolkes, der Lokan, fast ausgelöscht. Für Trigo ist dies der Auslöser, um das Volk sesshaft und wehrhaft zu machen. Zu Hilfe kommen ihnen dabei Flüchtlinge vom weitaus höher stehenden Volk der Tharvs, die ebenfalls von den Lokan fast ausgelöscht wurden. Es gelingt ihnen die Lokan bei einem Angriff auszutricksen und im Eiltempo eine Zivilisation hochzuziehen.

Die einzelnen Stories sind zwischen 7 und ca. 30 Seiten lang. Es wechseln sich die gleichen 3-4 Grundtypen von Stories ab. „Der Verräter“ (einer der Brüder, einer der Generäle etc…) versucht das Imperium zu stürzen. Das „fremde Böse“ (andere Völker, Außerirdische) versucht das Imperium zu stürzen. Es wird ein neues Volk/neues Gebiet/neuer Planet entdeckt und bei der Entdeckung riskiert eine Person aus dem kaiserlichen Umfeld draufzugehen.

Häufig gibt es irgendwen oder irgendwas, dass die Kontrolle über die Vorgs oder dem kaiserlichen Umfeld übernimmt: Hypnose, außerirdische Stimmen, außerirdische Seelenwanderer, ein Kraut, das Wahnvorstellungen produziert, Trinkwasser, das willenslos macht… etcetera pp…

Aber am Ende gewinnt das „Gute“. Über die knapp 20 Jahre in denen die Serie lief, hat sich das Reich nur wenig gewandelt. Rein äußerlich verbreitete sich im Reich die Architektur des 70er-Jahre Brutalismus, aber bei Trigo und seinem Berater Peric blieben die Vorlieben für römische Klamotten. All die Konflikte hinterließen keine Spuren, außer graue Haare an Trigos Schläfen. Die Popularität von Kaiser Trigo veränderte sich kaum. Das Volk war mit dem Benevolent dictator for life zufrieden.

Das ist alles von einer Naivität, die auf Dauer maximal von Achtjährigen zu ertragen ist. Wo der Vorwurf der Verherrlichung von Faschismus kommt, ist zu sehen: Trigo und Co. sind ein Traum von Arier: blonde Haare, blaue Augen, muskulöser Körper. Seine Gegner hingegen…






In den ersten beiden Bildern sieht man die Hauptfeinde: die Lokan. Die Assoziationen mit „die Gelbe Gefahr“ und Mongolen liegen auf der Hand. Butterworth und Lawrence haben dies schnell etwas zurückgefahren. Die Lokan bekamen später eine grüne Hautfarbe. Aber das klare Freund-/Feind-Schema bleibt an Gesichtern und Mimik ablesbar und wird im Laufe der über 800 Seiten nur 2-3 Mal durchbrochen.

Verstärkt wird dies durch ein Grundthema, das sich durch viele der Stories durchzieht: das Unbekannte, das Ding, das von draußen kommt und immer Ungemach nach sich zieht. Ich kenne Butterworth und Lawrence nicht. Daher finde ich es etwas müßig ihnen Rassismus vorzuwerfen. Aber der Reaktionismus der durch die Seiten wabert, ist selbst als Erwachsener und unter Berücksichtigung, dass es sich um die 60er und 70er Jahre handelt, nur schwer zu ertragen.

Fast folgerichtig ist es, dass auch den 860 Seiten Frauen so gut wie keine Rolle spielen (Asimov lässt grüßen).

Und was sagt der achtjährige Bub in mir? Der hat sich so ein bisschen geschämt, kam aber bei einigen Panels wieder in mir hoch. Es gab Bilder von Lawrence, die haben sich mir im Kopf eingebrannt hatten und den Bub getriggert haben. Es sind die Mimiken, es ist die Formensprache einiger SF-Elemente und es sind die massiven Farben und die Kolorierung, die aus „Das Reich Trigan“ offensichtlich etwas derart einmaliges machen, dass ich nach über 45 Jahren einige Panels wieder erkannt habe.

Lawrence hat Dinge gezeichnet, die man als Achtjähriger nicht für möglich hielt. „Das Reich Trigan“ war die Comic-Entsprechung eines Monumentalfilms. Er hat nicht nur Dinge auf Papier gebracht, sondern den Sujets und Objekten auch eine Haptik gegeben. Sein Einsatz von Farben schaffte es, den Dingen eine Fremdheit zu geben, wie es im Bereich der realistischen Zeichnungen nur einem Richard Corben gelungen ist.

Als Kaiser Trigo entdeckt, dass er drei Söhne bekommen hat
Besuch auf einen fremden Planeten






Aber das alles, ist ein Faszinosum vergangener Zeiten – als die Comics noch nicht am Computer koloriert wurden und als noch nicht alle zehn Minuten ein neuer Marvel-Film veröffentlicht wurde. Was in der heutigen Rezeption hängen bleibt, ist ein maximal einfältiger Stoff, der zu wenig aus der Langzeitbeobachtung eines Kaiserreichs macht. Dazu kommt eine Grundtonalität, die aus der heutigen Perspektive erzreaktionär und abstoßend wirkt. Der Bub in mir, hat sich eine Zeitlang gefreut. Aber das ist etwas zwischen mir und diesen Comics. Dazu braucht es keine 860 Seiten und für alle anderen ist es eh nicht relevant.

1 von 5 Sternen.

Comic: „Eternals: Only Death is Eternal“, Vol.1

Cover des Bandes

Mein erster Kontakt mit der Neuauflage der Serie „Eternals“ waren Abbildungen der ersten Seiten im Newsletter von Kieron Gillen – und es ward um mich geschehen. Es war Liebe auf den ersten Blick: die Zeichnungen von Esad Ribić und der Colorierung von Matthew Wilson.

Die Zeichnungen atmen eine Leichtigkeit und eine Transparenz. Aber das Layout, die Formsprache und der Strich haben einen Punch.

Aus der Eröffnungssequenz

Die Zeichnungen sind linienlastig, ohne das man sie wahrnimmt. Es kommen, auch dank der Formensprache, Assoziationen mit Mœbius auf. Aber die Linien sind mehr als nur Markierungen für den Coloristen, um Farbflächen zusammenzuhalten. Beim Reinzoomen zeigen die Linien eine Textur wie bei einem Bleistift. Teilweise werden wegradierte Vorzeichnungen sichtbar. Die Schraffur ist kraftvoll und die Linienzüge zeigen eine Kantigkeit, als hätte Jack Kirby himself Hand angelegt.

Großaufnahme eines Gesichtes
*: Colorierung bearbeitet, um den Strich sichtbarer zu machen

Ich hielt beim Lesen immer wieder inne um zu verstehen, wie hier Strich, Layout und Colorierung zusammenarbeiteten.


Die „Eternals“ sind Mitte der 70er Jahre von Jack Kirby für Marvel erfunden worden und sind im Marvel-Universum eher eine Randerscheinung. Als humanoide Außerirdische, die vor eine Million Jahre zur Erde gebracht wurden, um die Menschheit zu beschützen, funktionieren sie nicht wie 08/15-Superhelden. Sie haben andere Agenden, was letztendlich dazu führt, dass sie innerhalb des Marvel-Universum immer heimatlos blieben und das Interesse nur temporär aufglimmte.

Jetzt ist es Autor Kieron Gillen, der ungefähr zehn Jahre nach dem letzten Versuch mit Neil Gaiman, versucht, den Eternals ein Fundament zu geben.

Dazu legt Autor Kieron Gillen in den ersten sechs Heften, die in diesem Band versammelt sind, eine „Whodunit“-Mörder-Story vor, die über weite Teilen eine Intrige aufbaut und immer weiter verschraubt. Die Struktur ist aber gleichzeitig ein Vehikel, um über die sechs Hefte hinweg, Stück für Stück, Hintergründe zu liefern und Portraits dieser Gruppe von Eternals zu zeichnen. Es liest sich wie ein Regelbuch zu einem neuen Rollenspiel. Es ist zu sehen, wie Gillen auch außerhalb des bloßen Storykerns herum, Aufwände betrieb, um die ganze Eternals-„Welt“ zu fixieren.

Die Auflösung des ersten Storybogens funktioniert wie bei einem Zauberer: Gillen lenkt die Aufmerksamkeit mal hier hin, mal dort hin. Und am Ende kommt die Auflösung aus einer ganz anderen Ecke, entwickelt aber eine ungeheure Wucht, die vermuten lässt, dass dies die Eternals für den restlichen Lauf der Gillen-Ära prägen wird.

Auch die „Eternals“ ticken wie andere Gillen-Comics als „Ensemble-Comics“. Gillen positioniert zuerst die Figuren innerhalb der Gruppe, ehe dann die Handlungen anfangen, an unterschiedlichen Fäden zu ziehen um die Charaktere und die Gruppendynamiken zu verändern – Stichwort „The Wicked + The Divine“ oder „Die“.

Die Story ist vielleicht ein paar Seiten zu lang geraten, dreht vielleicht einige Schleifen zu viel. Aber es sind anfassbare Charaktere. Der Band wirkt in sich abgeschlossen und gleichzeitig als Anfang von etwas Größerem. Dazu die einmaligen Zeichnungen & Colorierungen von Ribić und Wilson. I’m sold. und zwar sowas von.

4 von 5 Sternen.

Was war. Anfang Oktober.

Ich schrub vor 14 Tagen zu meiner Rückkehr aus dem Urlaub/OP-Rekonvaleszenz…

Es hat sich so angefühlt, als wärst du über den Strand ins Wasser gerannt, um ein bisschen zu plantschen und stattdessen ist ein Wellenbrecher nach dem anderen gekommen und hat dir den Boden unter den Füßen weggezogen.

Was wäre die Steigerungsform davon? Ich könnte sie für diese vergangenen zwei Wochen brauchen – und die beiden Wochen stellen nur die Rampe für die Wochen bis zum Jahresende dar.

Das Projekt B biegt langsam in die Schlussgerade ein. Die Timings werden immer weiter für einen Livegang in Q1 festgezurrt und zumindest das Frontend hat die Sprints bis zum Feature Freeze Ende Januar grob durchgeplant.

Die Beschleunigung der letzten Woche sind aber vor allem im Projekt A zu verorten. Unser Frontend wird dort bislang durch ein Content-Management-System ausgespielt. In Q4 müssen wir aber für ein anderes Team ein Subset dieses Frontends für eine Ausspielung durch ein CRM (Kundenmanagement-System) anpassen. Dabei hat sich im Laufe der letzten zwei Wochen unser Liefergegenstand von „hier könnt ihr auf unsere Frontend-Sourcen schauen“ zu „wir bereiten euch die CRM-Templates vor“ verändert.

Bedeutet für meine Kollegin und mich: lernen wie man auf einer Salesforce-Plattform entwickelt, lernen wie Web Components funktionieren, lernen wie die Salesforce-eigenen Lightning Web Components funktionieren. Immerhin konnten wie binnen vier Werktagen einen PoC abliefern, mit dem wir vorerst grünes Licht für unseren Weg bekommen haben.

Und dann erwachte auch Projekt C aus seinem Sommerschlaf. Auch hier steht ein CRM und seine Templates im Mittelpunkt, allerdings bei einem anderen SaaS-Dienstleister. In den kommenden Wochen geht es um Bugfixing, ehe dann grundsätzliche Template-Arbeiten vorgenommen werden sollen.

Und so ist das Wochenende durch ein merkwürdiges Gefühlsmischmasch geprägt. Euphorisch und Neugier ob der neuen Themen. Ehrfurcht vor diesen Bergen an Arbeit. Kampfgeist sich dieser Herausforderung zu stellen. Und das Gefühl, wenn ich das packe, beruflich wertvolles/wichtiges Wissen für die kommenden Jahre bekommen zu haben. Aber das wird in den kommenden zehn Wochen ein wilder Ritt.

Things I worked on.

Wenn ich mein Frontend-Entwickler-Hütchen aufsetze, war das eine befriedigende Woche. Ich habe in Projekt B das bislang umfangreichste Javascript-Modul zur Code-Review abliefern können.

Knapp anderthalb Wochen lang, musste ich den Code-Stand immer wieder überarbeiten, um alle Anforderungen aus der UX und Barrierefreiheit unterzubringen. Am Dienstag war ich dann den ganzen Tag mit Refactoring der „Kladde“ beschäftigt. Als ich dann am nächsten Tag wieder mit der Erweiterung der Funktionalitäten weiter machte und merkte, wie die Bausteine der umgebauten Code-Struktur nun ineinander fassten und wieder verwendet werden konnten, kam ein großes Gefühl der Zufriedenheit in mir auf.

Things I did.

Sonntag vor einer Woche habe ich meine erste 70km-Radfahrt nach der OP absolviert – die Teufelsbrück-Finkenwerder-Hausbruch-Tour. Die Zeit war mit 4:22 so im mittleren Bereich. Meine Beine und mein Steißbein habe ich aber noch bis in den Montag hinein, gespürt.

Reading List

  • Money Stuff/Bloomberg: Facebook Makes Profits, Shareholders Complain, 4.10.2021, Matt Levine
    Eine interessante Kolumne in der Levine anhand von Facebook die Frage betrachtet, ob Profitmaximierung um jeden Preis wirklich im Sinne der Aktionäre ist. In Zeiten des Klimawandels ist dabei der Name „Facebook“ beliebig austauschbar gegen diverse andere Konzerne.
    Der Charme in Levines Kolumne liegt im Aufzeigen unterschiedlicher Ansätze, wie gesellschaftlicher Schaden direkt auf Aktiengesellschaften zurückgespielt werden könnten.
  • Politico: Nikki Haley’s Time for Choosing, 8.10.2021, Tim Alberta
    Ein Very-Longread über die Republikanerin Nikki Haley. Alberta zeichnet ein sehr tiefgründiges Portrait über die rätselhafte Politikerin und verknüpft dabei Haleys Wurzeln als isoliertes Kind indischer Immigranten mit ihren politischen Positionen und Handeln/Nichthandeln.

Things I read.

Ich habe einige „James Bond“-Comics gelesen, Bestandteil aus einem „Humble Bundle“-Comics-Paket von Dynamite Entertainment.

James Bond: „Vargr“ und „Eidolon“ (2015/16)

Comic-Seite
Unterkühlte Zeichnungen. Effizient: wenige Striche um eine Atmo zu schaffen.

Der Verlag Dynamite Entertainment kaufte 2013 die Lizenz für James Bond-Comics und begann mit zwei Storybögen von Warren Ellis.

Die insgesamt zweimal sechs Hefte wirkten wie Aufwärmübungen für Ellis, der da einiges an Atmo (dunkel, kalt, zynisch, Kalter Krieg-like) und Charaktere gut am Wickel hatte, aber letztendlich zweimal den Plot komplett versemmelt. Belanglos und fragwürdige Auflösungen.

Interessante Zeichnungen von Jason Masters (nicht minder unterkühlt wie die Story), für den aber „Eidolon“ eine Höllenqual gewesen sein muss – als jemand der keine Autos zeichnen kann, gleich zweimal Auto-Verfolgungsjagden auf Papier bringen zu müssen.

Zwei von fünf Sternen.

Comic-Seite
Masters zeichnet bemerkenswerte Kampfsequenzen, die so detailliert auf Aktion-Reaktion eingehen, dass es fast wie eine IKEA-Anleitung für Martial Arts wirkt.

James Bond: „Black Box“ (2017)

Comic-Seite
Sparsame, ja schon faul zu nennende Zeichnungen, die in die Belanglosigkeit abkippen. Auch wenn es so nicht aussieht, aber das sollen Schweizer Alpen sein.

Nach Warren Ellis übernahm Benjamin Percy als Autor und Rapha Lobosco als Zeichner. Percys James Bond steht zu Ellis‘ Bond wie Roger Moore zum frühen Sean Connery. Hollywood und buntes Ambiente halten Einzug. Details sind egal (auf einer Schweizer Almhütte wird das Essen wie in einem US-Trucker-Imbiss serviert, die Straßen haben US-Verkehrszeichen und es fahren US-Trucks…).

Die Story (Datenklau) ist einfältig und läuft am Ende auf ein Endgame wie aus einem klassischen Film-Bond hinaus: dem Endkampf in der Schurken-Festung.

Die Zeichnungen von Lobosco sind anfangs (Schweiz) richtig meh. Aber mit Verlagerung des Geschehens in das Nachtleben von Tokyo, hat er einige richtig gute, effiziente visuelle Übersetzungen gefunden.

Schlechter als Ellis und damit bei ein von fünf Sternen.

Comic-Seite
Und so sieht es aus, wenn du als Zeichner zwar faul bist, aber clever genug, um mit minimalen Einsatz (schwarze Flächen vs bunte Flächen & Linien) eine wirklich gute Atmosphäre zu kreieren.

James Bond: „Hammerhead“ und „Kill Chain“ (2016/17)

Ich ließ schon die Hoffnung fahren, als ich dann auf zwei Storybögen von Andy Diggle (Autor) und Luca Casalanguida (Zeichner) stieß. Auf der James Bond-Skala liegen beide Bände eher bei den frühen Sean Connery-Bonds, allerdings ohne den Hauch von John Le Carré-Brutalismus, den Ellis versuchte unterzubringen.

In „Hammerhead“ geht es um eine antikapitalistische Terrororganisation „Kraken“, die anscheinend versucht, an eine britische Militärwaffe zu kommen. In „Kill Chain“ ist ein fehlgeschlagener Einsatz von Bond der Auslöser für eine Serie von Intrigen, die unterschiedliche Geheimdienste und in Folge NATO-Länder gegeneinander ausspielt.

„Hammerhead“ ist für mich vier von fünf Sternen, weil die Intrige etwas zu simpel und offensichtlich ist. „Kill Chain“ bringt aber die fehlende Komplexität rein und ist schlichtweg atemberaubend. Ein Page Turner. Fünf von fünf Sternen.

Es ist Diggles große Leistung den Stories Gravitas zu geben, glaubwürdig zu vermittelt „es steht etwas auf dem Spiel“ – woran Ellis und Percy scheiterten. Insbesondere „Kill Chain“ serviert ein realistische Szenario der politischen Eskalation.

Casalanguidas Zeichnungen werden nicht in die Kunstgeschichte eingehen, sind aber gut anzuschauen, ausdrucksstark und vermitteln eine Dynamik die sehr gut mit Diggles Stories harmonieren.

James Bond: „James Bond Origin“ (2018/2019)

Von höchsten Höhen zu tiefsten Tiefen. Ich habe nach ca. einhundert Seiten aufgehört das Werk von Jeff Parker (Autor) und Bob Quinn (Zeichner) zu lesen.

Der Ableger beschäftigt sich mit dem jungen James Bond, der im Zweiten Weltkrieg von der Schule an Militär und Geheimdienst herangeführt wird. Das einzige was in diesem Machwerk an James Bond erinnert, ist der Name. Charaktere und Tonalität haben mehr mit Jugendromanen zu tun. Der Zeichenstil ist ein typisch manga-beeinflusster US-Comic-Strich.

Null von fünf Sternen.

Comic: „Absalom“

Cover des ersten Bandes
Cover „Absalom #1: Ghosts of London“

„Absalom“ ist ein Spin-Off, das Autor Gordon Rennie im britischen Magazin „2000 AD“ in jeweils 10-Seiten-Episoden veröffentlichte. Namensgeber ist Harry Absalom, einer alternder, vulgärer, abgefuckter, an Krebs erkrankter britischer Bulle mit Schnauzbart. Er steht einer Spezialeinheit vor, die „The Accord“ überwacht. Dabei handelt es sich um ein Abkommen, das im 16ten Jahrhundert zwischen dem englischen Thron und der Hölle abgeschlossen wurde und Dämonen erlaubt, in englische Adelsfamilien einzuheiraten und Kinder zu zeugen, während die Hölle ihre schützende Hand über England hielt und u.a. eine Invasion Englands durch Spanien verhinderte.

In diesem Setting ist der große Storybogen, der Versuch von Absalom seine beiden Enkelkinder zu befreien, die in einem Kinderheim von Dämonen gefangen gehalten werden. Der Plot angereichert durch zahlreiche Intrigen, die der Story und ihren Akteuren immer wieder neue Motive geben.

Das klingt nach einem interessanten Setting – eine Mischung aus 80er-Jahre-Cop-Streifen, Steampunk und Lovecraft. Aber die Action führt zu einer Kleinteiligkeit, zu eine Art „Fog of War“, bei der vor lauter Prügelei und Feuerwerk, die größeren Storybögen nicht mehr nachvollziehbar werden. Das Potential des Settings ist verschenkt.

Und Feuerwerk gibt es nicht zu wenig, dank Zeichner Tiernen Trevallion. Fun Fact: Trevallion wurde inzwischen angeheuert um Spin-Offs von Mike Mignolas Hellboy zu zeichnen. Das passt wie Faust aufs Auge. Das Setting ist nicht unähnlich und Trevallions groteske Figuren und sein Umgang mit schwarzen Flächen und Linien ist nicht weit von Mignolas Arbeit weg. Ich habe mich an einige von Trevallions Charaktere nicht satt sehen können. Seine Zeichnungen sind der Magnet von „Absalom“. Die grimassierenden Dämonen und Menschen verfolgen einem noch eine Zeit lang, nicht unähnlich den Figuren von Ted McKeever, Guido Sieber oder Nicolas de Crécy.

Dem von Rennie aufgezogene Setup kann man zugute halten, das es ein Katalysator für die exzessiven und expressiven Zeichnungen von Trevallion ist. Aber für 300 Seiten ist das eigentlich ein Standbein zu wenig.

3 von 5 Sternen.

„Black Hammer“

Ich bin 2020 mit einer Menge von Bringschuld rausgegangen. Dazu gehört die längst überfällige Rezension der ersten Bände der Superhelden-Serie „Black Hammer“ (in der deutschen Variante im Splitter Verlag erschienen), die mir Leser Christoph letztes Jahr geschenkt hat (nochmals vielen Dank!)

„Black Hammer“ ist ein wahnsinnig heterogenes Dingens, von dem ich nicht weiß, wieviel in der Serie von langer Hand geplant und wieviel Zufall oder Unfall ist (Zeichner Ormston bekam kurz vor Beginn Gehirnblutungen und der Serienstart musste um ein Jahre verschoben werden). Wer einen Blick ins Chaos werfen will, kann es in der Bibliographie in der englischen Wikipedia tun.

„Black Hammer“

Cover der ersten beiden Bände.

Der originäre Erzählstrang umfasst zwei Storybögen: „Black Hammer“ mit den Heften #1 bis #13 (2016 bis 2017, bei Splitter Band 1+2) und „Black Hammer: Age of Doom 1+2“ mit den Heften #1 bis #12 (2018–2019, bei Splitter Band 3+4)


Zum Einstieg sehen wir eine Farm im mittleren Westen der USA mit sechs Protagonisten, die sich schnell als Superhelden, Außerirdische, Roboter, Geistwesen und Hexe entpuppen, die diesen Ort nicht verlassen können. Ausgerechnet der Namensgeber der Serie „Black Hammer“ ist nicht zu sehen. Mehr kann man zur Handlung schon nicht mehr sagen, ohne Spoiler-Territorium zu betreten.


Die Serie wirkt wie eine Collage etlicher bekannter Superhelden-Versatzstücke. Es ist nicht schwer zu erkennen, wer alles die Vorbilder für Barbarlien, Golden Gail, Abraham Slam, Madame Dragonfly und Colonel Weird sind. Die Serie ist massiv vom „Golden Age“ beeinflusst, Superhelden-Comics der 40er und 50er Jahre – nicht zuletzt sehen wir wie die Superhelden sich nach ihren vergangenen, besseren Zeiten in den 40er und 50er Jahre zurück sehnen.


Autor Jeff Lemire legt in den ersten Heften den Schwerpunkt auf Portraits der Protagonisten, die am Leben mit und außerhalb ihrer Superheldenkostüme scheitern: der Kampf gegen ihr Alter, Sehnsucht nach Beziehungen oder Ausleben ihrer sexuellen Ausrichtung – vor dem Hintergrund einer Kleinstadt in den USA. Dies ist sensibel geschrieben und wunderbarst von Dave Ormston gezeichnet, der ein paar Hefte braucht, bis er sich eingegroovt hat. Er hat einen knorrigen, spröden Zeichenstil. Wenn es dynamische Szenen sind, ist es ungefähr so hölzern wie Action-Comics in den 40er und 50er Jahren. Aber der Stil bildet die harsche Realität wunderbar ab und Ormston beherrscht das Mimenspiel seiner Figuren.

Aber irgendwann nach Heft 6 fing ich an, mir die Frage zu stellen, was eigentlich das „Endgame“ von Jeff Lemire und der Serie werden soll? Das Tempo der Serie geriet aus dem Tritt. Es holperte und stolperte. Der erste Tiefpunkt war Heft #9, welches erzählerisch wie ein kurzfristig eingestreuter Lückenfüller wirkte und mit den Zeichnungen von David Rubin stilistisch ein Fremdkörper war.

Das Intermezzo von David Rubin
David Rubins Colonel Weird Intermezzo in Bonbonfarben und so gar nicht zu Ormstons Tonalität passend.

In den Bänden 3 und 4, „Age of Doom“, wandert Autor Lemire von Plot zu Plot und Leser|in dürfen nach 1–2 Heften dann feststellen, dass die Auflösung weder etwas mit der Hauptstory zu tun hat, noch die Charakterzeichnungen der Protagonisten stärkt. Fallbeispiel Black Hammer im Anteroom.

Die Cover der Bände 3 und 4.
Rich Tomassos Intermezzo.

Heft #6 und #7 haben wieder diesen Lückenfüller-Charakter. Rich Tommaso hat mit seinen Zeichnungen (à la Charles Burns in ganz schlecht) nicht mit dem Stil und Tonalität von Ormston zu tun – selbst mit einer Prämisse, dass es sich um eine der Dimensionsreisen von Colonel Weird handelt, habe ich es nicht lange ertragen.

Lemire inszeniert viel Mystik und Magie und weckt Hoffnungen auf eine komplexe und originelle Intrige. Aber am Ende erweist es sich wieder als Luftnummer und dem Leser mit einem billigen Storytrick die Tür vor der Nase zugeknallt. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Lemire sich im Laufe der Serie etliche Male ganz schwer in Sackgassen reingeschrieben hatte.


Das ist schade. Die Serie hat ihre sehr guten Momente, wenn Lemire und Ormston sich um die zwischenmenschlichen Beziehungen kümmern. Da hat sie eine einzigartige und eigenständige Tonalität.

Sehr, sehr viel dazu, tragen die Zeichnungen von Dean Ormston und die fantastische Arbeit von Colorist Dave Stewart bei. Aber es macht den Eindruck, als würde Lemire nicht erkennen, wo die Qualitäten der Serie liegen. Stattdessen wird inhaltlich geirrlichtert und mit Rubin und Tommaso zwei Gastzeichner reingeholt, die die eigentlichen Qualitäten der Serie konterkarieren.

„Sherlock Frankenstein – und die Legion des Teufels“

Cover des Ablegers „Sherlock Frankenstein“

Recht zügig scheint Jeff Lemire bewusst geworden zu sein, dass er mit „Black Hammer“ ein ausbaufähiges und recht variables Universum geschaffen hat, für das man weitere Projekte schreiben kann. Im Original als Heft #1 – 4 zwischen Ende 2017 und Anfang 2018 erschienen (und damit während der halbjährigen Halbzeitpause von „Black Hammer“), beschäftigt sich „Sherlock Frankenstein“ mit dem profiliertesten Superschurken des Black Hammer-Universums.

Auch hier stellte ich mir nach dem vierten Heft die Frage nach dem „Endgame“ von Lemire. Okay, es ist eine durchaus akzeptabel erzählte Genesis von Sherlock Frankenstein. Lucy Weber bleibt dagegen ein flacher Abklatsch gegenüber ihren Auftritten im Black Hammer-Hauptstrang.

Und so wirken die vier Hefte wieder wie so eine „Souflé“-Nummer von Lemire: die Frankenstein-Story hätte man knackig auf ein einziges Heft komprimieren können.

Zeichner David Rubin kann hier zwar etwas mehr Klasse zeigen, aber von Ormston ist das nicht nur stilistisch sehr weit weg.

Mir ist nicht klar, warum Lemire mit Rubin und Tommasozwei Zeichner als Alternativen einsetzt, die sich eher stilisierter Linienzeichnungen verschrieben haben, während Ormston mit Stift und Pinsel einen sehr spröden, europäischen Stil pflegt. Der Einsatz von Rubin in einem Steampunk-angehauchten Ambiente, wirkt deplaziert – oder Rubin schafft es nicht, diese Welt sich eigen zu machen.

„The Quantum Age“

Cover des Ablegers „The Quantum Age“

In der zweiten Jahreshälfte 2018, und damit überschneidend mit den beiden Blöcken des „Age of Doom“-Storybogens, wurde mit „The Quantum Age“ der nächste Ableger aus dem „Black Hammer“-Universum veröffentlicht.

Die Serie spielt in der Zukunft, aber die Superhelden aus 2141 haben Bezüge zu einigen „Black Hammer“-Protagonisten. In Spiral City herrscht inzwischen eine Diktatur, die feindlich gegenüber Außerirdischen gesinnt ist. Die Superhelden agieren als Untergrund gegen die Diktatur.

Wo das Original-„Black Hammer“ den Hauch von „Golden Age“ hatte, weckt „The Quantum Age“ bei mir Assoziationen zu DCs „Legion of Super-Heroes“ aus den 60er–80er Jahren.


Wieder schafft es Lemire glaubwürdige und interessante Charaktere und Interaktionen untereinander zu schaffen. Aber wieder wird es abseits davon, sehr schnell schattig. Im Gegensatz zu „Black Hammer“ bleiben die Örtlichkeiten kalt und unnahbar. Und wieder hat Lemire ein Problem mit der Handlung und dem „Endgame“. Wieder bedient er sich nach einer langen Exposition eines Taschenspielertricks um die Handlung zu einem Pseudo-Ende zu führen und wieder hat es sich für mich als Leser nach Koitus Interruptus angefühlt.


Erwähnen muss man auf jeden Fall Zeichner Wilfredo Torres. Wie man meinen obigen Ausführungen merken kann, schaffe ich es kaum, mich von Originalzeichner Dean Ormston lösen zu können – ich besitze auch einen Band mit „Black Hammer“-Kurzgeschichten von unterschiedlichen Zeichner … dit geht alles nicht. Schlimm. Schlimm. Schlimm.

Torres ist aber tatsächlich neben Ormston der einzige, der mit seinen Zeichnungen aus der Vorlage von Lemire, etwas Eigenständiges, etwas Rundes, schafft. Das mag auch am SF-Szenario liegen, dass Torres‘ sehr glatten, outline-lastigen Linienstil entgegen kommt. Er erinnert mich an Michael Allred.

Mit Ormston gemein, hat Torres eine wahnsinnig gute Beobachtungsgabe für Mimik und Gestik.


„Black Hammer“ ist inzwischen ein ganzes Superhelden-Universum, dessen gemeinsamer Nenner der Autor Jeff Lemire ist. Die Stärken liegen bei den längeren Geschichten in den Charakteren und den zwischen„menschlichen“ Interaktionen. Lemire sieht aber bei den Plots nicht gut aus.. Etliches wirkt wie Füllmaterial. Anderes wirkt unvollendet. Viel gutes Material an Inhalt und Ormston‘schen und Torres‘schen Zeichnungen wird damit unter Potential verkauft.

3–4 von 5 Sternen

Ted McKeever (1): „Eddy Current”

Cover von „Eddy Current“
Cover des Trade Paperbacks von „Eddy Current“

„Eddy Current“ erschien 1987 als zwölfteilige Heft-Serie in einem kleinen Verlag und 1991 bei Dark Horse nochmals als Hardcover-Trade Paperback. Zeichner ist der US-Künstler Ted McKeever. Eddy Current war das zweite Comic-Projekt von McKeever und heimste etliche Preis-Nominierungen ein.


Der Untertitel des TPBs „A 12-Hour Book“ gibt die Struktur preis. Eddy Current ist Insasse in einer Irrenanstalt. Am späten Nachmittag bekommt er sein langersehntes Paket: den „Dynamic Fusion Suit“, den er sich via Coupon von der Rückseite seiner Lieblings-Comic-Serie „Amazing Broccoli“ bestellt hat, und der ihm Superkräfte verleihen soll und mit dem er Held sein und die Menschheit retten will.



Dummerweise sind die benötigten Batterien nicht beigefügt. Also schließt er den Anzug an die Steckdose seiner Zelle an. Er erzeugt damit einen Kurzschluss, der das Sicherheitssystem der Irrenanstalt bis zum Wachwechsel am nächsten Morgen um 6 Uhr, lahm legt. Zwölf Stunden Freiheit für Eddy Current. Zwölf Stunden um seiner Bestimmung, die Menschheit zu retten und wie sein Vorbild Broccoli, wie ein Held zu sterben, nach zu kommen. Die zwölf Hefte umfassen jeweils eine Stunde.

Die Serie lässt sich schwer fassen, weil sie zwischen sämtlichen Limits irrlichtert. Sie greift Genres auf, um sie zu parodieren, aber gleichzeitig das Fundament darauf aufzusetzen.

Es ist ein Superhelden-Comic, dessen Protagonist kein Superheld und unsympathisch ist und dessen Zeichner & Autor Superhelden-Comics bis zur Ekelgrenze lächerlich macht. Gleichzeitig basiert der ganze Spannungsbogen auf einen Helden-Showdown.

Die Akteure strotzen nur so vor falschen Gefühlen und enttäuschten Biographien. Mitleid verdient nur die „Nun“, die empathische Nonne, die aber gleichzeitig die am stärksten verblendete Figur ist und in Eddy Current die Wiederauferstehung von Christus sieht.


Die Geschichte ist wie ein zwölfstündiger Rausch durch die Nacht, der nur mühsam von einer Story zusammengehalten wird. Es sind McKeevers Schwarzweiß-Zeichnungen, die die Serie in eine andere Dimension heben. Kraftvoll, expressionistisch in Strich, Pinsel, Spiel mit den Flächen und Formgebung. McKeever ist konsequent und gnadenlos. Vier Jahre vor Frank Millers „Sin City“ (1991) geht McKeever an die Extreme der Schwarz-Weiß-Darstellung, ohne dass es, wie bei Miller, als „L‘art pour l‘art“ wirkt.


Interessant ist dabei die Wandlung von McKeevers Zeichenstil im Laufe der zwölf Hefte. Zu Beginn wirkt er noch zaghaft im Ausdruck seines Striches und im Einsatz von schwarzen Flächen. Er behilft sich mit Grauwerten per geklebter Rasterfolie. Ab dem dritten Heft (20 Uhr) wird die Rasterfolie kaum noch eingesetzt und verschwindet zugunsten eines extremen Spiels mit Weiß- vs Schwarzflächen und radierungenähnlichen Schraffuren. Outlines werden von McKeever gezielter eingesetzt oder weggelassen. Die Formsprache unterwirft sich dem Ausdruck und dem Gesamtlayout statt der inhaltlichen Darstellung.


„Eddy Current“ hinterlässt im Kopf einen Einschlag, den man aber nicht greifen kann. Es ist nicht die Story, denn sie bietet keine greifbaren Protagonisten. Die Story ist nur ein roter Faden, für das Toben der McKeever‘schen, zeichnerischen Urgewalt, die da nach einigen Heften ins Rollen kommt. Was haften bleibt, sind Bilder. Auch dreißig Jahre nach Erscheinen und zwanzig Jahre nach dem Frank Miller mit „Sin City“ das Thema abstraktes Flächen- und Formenspiel totgespielt hat, bleibt „Eddy Current“ als zeichnerische Ausnahmeerscheinung ganz oben im Regal stehen.

5 von 5 Sternen.

Cover von Preacher: Book One

Die Serie „Preacher“ ist vermutlich eher durch die inzwischen eingestellte TV-Serie und nicht durch die Comic-Vorlage (1995 – 2000) bekannt, obwohl sie besser sein soll.

Hier geht es um das Trade Paperback der Hefte #1 – #12, dass in „Book One“ zusammengefasst ist und für Amazon Prime-Kunden im Kindle kostenlos lesbar ist.

Die Serie ist nicht spoilerfrei zu erzählen und selbst mit Spoiler derart hanebüchen, dass es verwundert, dass es überhaupt Leute gegeben hat, die 66 Hefte lang durchgehalten haben (Kostprobe: Wikipedia).

Jesse Custer ist der „Preacher“, ein Prediger in einer texanischen Kleinstadt, in den eines Tages plötzlich ein übernatürliches Wesen namens „Genesis“ einfährt, Kind eines Engels und eines Dämons.

Mit der Geburt von Genesis, beschloss Gott den Himmel zu verlassen und sich auf die Erde zurück zu ziehen.

Die Serie ist ein langer Road Movie, der Custer auf der Suche nach Gott quer durch die USA begleitet. Mit dem ersten TBP erfahren wir mehr über Custer und wie er vom Womanizer zum Priester wurde und wer seine Begleiter Tulip und Cassidy sind.

Dieser ganz grobe Plot-Abriss gibt eine grobe Ahnung, wie abgedreht die Stories sind und erahnen, wieviele „WTF“-Momente es in jedem Heft gibt.

Die WTF-Momente werden noch zahlreicher aufgrund zahlreicher ekeliger Charaktere, Plot-Details oder den Zeichnungen von Steve Dillon. Ein Beispiel: einer der Protagonisten ist „Arseface“, dessen Namen daher rührt, dass er beim Versuch dem Selbstmord seines Idol Kurt Cobain nachzueifern, sich mit der Schrotflinte alles aus dem Gesicht wegballert … aber nicht stirbt. Er wird gerettet, aber sein Gesicht besteht nur noch aus zwei Augen und einem Mund, der wie ein gigantischer Anus aussieht.

Beispielseite
Eine Beispielseite für eine lustlos weggezeichnete Laber-Seite. Hintergründe? Fuck off. Die Protagonisten die im Auto einfach dahin gerotzt werden.

Es ist sehr viel, was Ennis und Dillon in den Topf rein schmeißen und dieses Feuerwerk ermüdet auf Zeit. Gleichzeitig gibt es teilweise ewig lange Laberstrecken, die sich wie ein Drehbuch zu einer RTL-Vorabendserie anhören und von Dillon schwach und lustlos weggezeichnet werden.

Dann hat die Serie aber auch wieder Phasen, in der diese Ansammlung von Ekel, Gewalt und Wut ein kohärentes Paket sind und eine ungeheure Wucht entfalten. Der zweite Storybogen des Trade Paperbacks, die Rückkehr von Jesse Custer zu seiner Familie in Louisiana, gehört zu diesen Plots, die wie ein Schlag in der Magengrube sind.

Aber insgesamt schleppt die Serie im ersten TBP zu viel Füllmaterial (die Plotline in Ney York!) mit sich herum.

Inhaltlich ist es einzigartig, aberwitzig und überdreht. Aber auch effektheischerisch. Die Zeichnungen können nicht mithalten. Am Ende ist es nicht meins und daher ist es bei diesem einen TBP geblieben.

3 von 5 Sternen.

Comic: „The Walking Dead: The Alien“

Cover des Comics

„Panel Syndicate“ wurde vor einigen Jahren als ein eBook-Verlag von Comic-Autoren und -Zeichner gegründet. Zwei Besonderheiten zeichnen den Verlag aus. Es gibt keinen Verkaufspreis für die kopierschutzfreien eBooks, sondern eine „Name your price“-Politik – zahle was du willst. Und der Verlag scheint konsequent auf ein displayfreundliches Querformat, statt dem vom Papier gewohnten Hochformat zu setzen.

„The Walking Dead: The Alien“ ist eine Story aus dem Walking Dead-Kosmos, angesiedelt in Barcelona.

Aufwachen in Barcelona

„The Alien“ steht dabei nicht für „Außerirdischer“, sondern für den „Fremden“, Jeff, einen Ex-Studenten aus den USA, der mit Aushilfsjobs durch die Welt tingelt und beim Ausbruch Quarantäne in Barcelona gestrandet ist.

Jeff gerät in Zombie-Kalamitäten ehe ihn die heimische Claudia da raus rettet. Claudia und Jeff beschließen, aus Barcelona zu flüchten.

Aufwachen in Barcelona

Robert Kirkman, Erfinder von „Walking Dead“ sowie die an der Walking Dead-Franchise beteiligten Verlage haben ihr Placet für diese inoffizielle Erweiterung von Walking Dead gegeben.

Es ist von Marcos Marin sehr angenehm gezeichnet. Brian K. Vaughan zieht die Story sehr straight durch (allerdings empfand ich Panel 11 als merkwürdig sexistischen Ausrutscher in einem sonst sehr souveränen Comic).

Marin gibt dem Comic eine gute Textur – sowohl was das katalanische Flair angeht, als auch das schönes Spiel mit Schwarz-Weiß bzw positiven und negativen Flächen. Interessant ist das Layout. Bei manchen Panel-Aufteilungen hatte ich das Gefühl, dass sie im Querformat aufgrund der sehr viel längeren horizontalen Strecken nicht so funktionieren, wie im Hochformat.

Wenn es denn etwas gibt, was man dem Comic ankreiden kann, dann ist es die Atemlosigkeit in Zeichnung und Story. Auf nur 32 Seiten (inkl. Nachwort und Skizzen) bekommt die Atmo wenig Raum zur Entfaltung und entwickelt daher nicht die Wucht, die in ihr drin steckt. Der Comic verkauft sich damit unter Potential. Aber Vaughan und Marin sind in meinem Radar angekommen.

Es ist das was es ist: ein kurzer, höchstprofessioneller One-Shot zu einem Preis, den man selbst wählen kann. Man wird unterhalten, aber der Comic ist zu kurz um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

4 von 5 Sternen.

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